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E-AutosChina greift Volkswagen mit 66 Milliarden Euro an

China will die Nachfrage nach Elektroautos mit neuen Subventionen anheizen – und damit ausländische Hersteller wie Volkswagen, die sich schwer tun bei E-Autos, noch stärker unter Druck setzen. Neue Absatzzahlen zeigen, wie gefährlich die Lage von VW in China ist.Martin Seiwert 21.06.2023 - 13:46 Uhr

BYD oder Volkswagen? Für viele Kunden in Asien steht VW für eine große Vergangenheit, chinesische E-Autos für die Zukunft.

Foto: AP

Die chinesische Regierung hat neue Subventionen für Elektroautos auf den Weg gebracht. Wie das Finanzministerium am Mittwoch mitteilte, wurde ein 66 Milliarden Euro schweres Förderpaket für grüne Autos beschlossen. So wie im laufenden Jahr sollen nun auch 2024 und 2025 Käufer von New Energy Vehicles (batteriebetriebene E-Autos, benzinelektrische Plug-in-Hybride und Wasserstoffautos) von der Kaufsteuer befreit werden. 2026 und 2027 soll der Nachlass noch halb so groß ausfallen. 

Vor allem für chinesische Hersteller wie etwa BYD oder Geely, die mit ihren E-Autos in China einen guten Lauf haben, ist das eine großartige Nachricht – ihr Geschäft wird noch besser. Dementsprechend schnellten die Aktien chinesischer Hersteller nach dem Bekanntwerden der Förderung nach oben.

Für traditionelle Autobauer wie Volkswagen, die in den vergangenen Jahrzehnten China mit Verbrennern eroberten und dort noch immer an der Technik hängen, kommt die Nachricht dagegen zur Unzeit. Je schneller der Markt sich in Richtung Elektroauto dreht, um so mehr kommen sie unter die Räder. So sind die Subventionen wohl auch ein industriepolitischer Schachzug Chinas, um die Gewichte von den ausländischen Herstellern zu den chinesischen Anbietern zu verschieben.

VW auf Schrumpfkurs

Neue Verkaufszahlen des chinesischen Autohändlerverbands CPCA zeigen, wie schwer sich Volkswagen in China tut. Zwar sind die Wolfsburger mit ihren beiden chinesischen Joint Ventures (FAW Volkwagen und SAIC Volkswagen) noch knapp der größte Hersteller in China, doch angesichts des viel stärkeren Wachstums der chinesischen Konkurrenten dürfte es nur eine Frage von Monaten sein, bis die Führung in China dauerhaft verloren ist.

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SAIC Volkswagen setzte von Januar bis Mai neun Prozent weniger Autos ab als im Vorjahreszeitraum. FAW Volkswagen schaffte gerade mal ein Plus von einem Prozent. Nur bei dem chinesischen Joint Venture des japanischen Weltmarktführers Toyota lief es ähnlich schlecht (minus acht Prozent). Alle anderen Hersteller in der Top Ten wuchsen zweistellig – der E-Auto-Marktführer BYD sogar mit 96, Tesla mit 77 und der junge chinesische Anbieter Chery mit 63 Prozent. 

Leichte Erholung bei E-Autos

Weil Verbrenner in China immer schlechter weggehen, zählt für Volkswagen die E-Auto-Statistik noch mehr als der Gesamtabsatz. Im E-Auto-Ranking von Mai ist der deutsche Konzern weiterhin klar abgeschlagen, liegt mit den addierten Absätzen seiner beiden Joint Ventures auf Platz 10. BYD verkaufte im Mai fast 14 mal mehr E-Autos. Auf rund 2,7 Prozent Marktanteil kommt VW nun bei den E-Autos. Für die Noch-Nummer-Eins im Gesamtmarkt ist das eine Katastrophe. Aber, immerhin: Mit gutem Willen lässt sich eine Aufwärtstendenz erkennen. Vor einem halben Jahr, im November, lag der E-Auto-Marktanteil noch bei 1,4 Prozent.

Ein E-Auto-Champion, dessen Marktanteile durch die neuen Subventionen nach oben getrieben werden, ist Volkswagen damit aber nicht. Um das zu erreichen, müsste VW erst einmal seine Elektro-Verkäufe vervielfachen.

Lesen Sie auch: Volkswagen kürzt China-Ziele um Dutzende Milliarden Euro

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