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E-Porsche 717 Das "Future Sportscar" fährt elektrisch

Per Facebook hat Porsche einen noch unbekannten, verhüllten Sportwagen gezeigt. Bei dem "Future Sportscar" könnte es sich um das Projekt 717 handeln – einen Tesla-Gegner aus Zuffenhausen.

Links der siegreiche Porsche 919 Hybrid - versteckt sich rechts ein Serien-Elektroauto von Porsche? Quelle: Porsche

"Mission: Future Sportscar." Unter dieses Motto hatte Porsche seinen diesjährigen Auftritt bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans gestellt. Auf riesigen Plakaten an der Haupttribüne machte der Stuttgarter Sportwagenbauer klar, was er mit seinem Motorsport-Engagement bezweckt: Der Rennwagen 919 Hybrid soll die Grundlage für künftige Straßensportwagen sein.

Dass Porsche mit dem 919 Hybrid bereits viel gelernt hat, demonstrierte das Unternehmen in Le Mans eindrucksvoll: Im zweiten Jahr nach der werksseitigen Rückkehr haben die Zuffenhausener gleich einen Doppelsieg eingefahren. Der 919 war über das gesamte Rennen das schnellste und zuverlässigste Auto im Feld.

Den Triumph hat Porsche nun genutzt, um Pläne für ein neues Modell anzudeuten. Auf Facebook veröffentlichte der Autobauer ein Foto, auf dem neben dem siegreichen 919 Hybrid von Nico Hülkenberg, Nick Tandy und Earl Bamber ein mit einem weißen Tuch verhülltes Auto steht. Unter dem Porsche-Logo ziert ein Schriftzug das weiße Tuch: "Future Sportscar".

Porsche wird zum Tesla-Gegner

Da das Foto ohne weiteren Kommentar gepostet wurde, hat Porsche viel Raum für Spekulation gelassen. Bei Facebook wünschte sich zwar der ein oder andere Fan, dass der Sportwagen der Zukunft von einem Zwölfzylinder-Boxermotor angetrieben wird, wie einst der legendäre Porsche 917. Tatsächlich dürfte es aber eher ein Schritt in die Zukunft als in die Vergangenheit werden: ein Elektro-Porsche.

Das Fachmagazin "Autobild" schließt aus dem Foto, dass es sich aufgrund der Länge des verdeckten Autos nicht um einen neuen 911er handeln könne. Hier kusierten zuletzt Gerüchte, dass die kommende Generation der Sportwagen-Ikone neben aufgeladenen Turbo-Benzinern auch einen Hybridantrieb bekommen könnte. Als deutlich wahrscheinlicher gilt allerdings, dass sich unter dem Tuch eine komplett neue Baureihe verstecken könnte: das Projekt 717.

Unter diesem Namen entwickelt Porsche dem Vernehmen nach ein Elektroauto. Nicht auf Basis eines der Sportwagen, aber auch kein SUV. Der 717 soll Sportwagen-typisch flach wie ein 911er sein, vier Sitze und vier Türen haben, aber nicht ganz so groß wie die Porsche-Limousine Panamera werden. Zusammen mit einer kolportierten Leistung von 500 PS wird das Vorbild des Elektro-Porsche klar. Es wird – vereinfacht gesagt – ein Tesla Model S aus Zuffenhausen.

Im vergangenen Jahr hatte sich Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz noch skeptisch über einen reinen Elektro-Porsche geäußert. "Ein reines E-Fahrzeug ist aktuell nicht der Weg von Porsche. Für mich bleibt der Pferdefuß die Reichweite", sagte Hatz in einem Interview mit der "Auto, Motor, Sport". "Selbst die besten elektrischen Sportwagen kommen bei sportlicher Fahrweise nicht über 150 Kilometer hinaus. Mit einem Porsche muss ich aber wenigstens von München in die Berge oder von Stuttgart zum Bodensee und zurück mit Spaß sportlich fahren können, sonst ist das für mich kein tragfähiges Konzept. Und so weit ist die Batterietechnologie heute noch nicht." 350 bis 400 Kilometer bei sportlicher Fahrweise seien eine Zielgröße, die man erreichen müsse.

Mit welchen Hindernissen Elektroautos kämpfen

Wenige Monate später zeigte sich Hatz im Vorfeld des 24-Stunden-Rennens schon deutlich optimistischer. "Bei der Batterie sind wir durch das Le-Mans-Programm in Leistungsdichten vorgestoßen, die wir sonst kaum kennengelernt hätten", so der Entwicklungsvorstand. "Das heißt nicht, dass wir das 1:1 in die Serie übertragen können, denn da spielt die elektrische Reichweite gegenüber dem Zuwachs an Performance noch die dominierende Rolle. Aber durch den ungeheuren Leistungsdruck in dieser Topliga lernen wir unglaublich viel in sehr kurzer Zeit."

Es dürfte kein Zufall sein, dass das "Future Sporstcar" direkt neben dem Le-Mans-Rennwagen das erste Mal gezeigt wurde.

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