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Einigung bei Verhandlungen Aufatmen bei der Werkstattkette ATU

Nur wenige Stunden vor Ablauf einer Frist ist eine Einigung erzielt worden. Damit ist eine drohende Insolvenz der Werkstattkette vom Tisch. Die gut 10.000 Beschäftigen bei ATU können aufatmen.

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Ein Mitarbeiter der Werkstattkette ATU fährt in der Niederlassung am Frankfurter Ring in München (Bayern) ein Auto auf einer Hebebühne in die Höhe. Quelle: dpa

Im zähen Ringen um die Zukunft der angeschlagenen Autowerkstattkette ATU mit rund 10.000 Beschäftigten ist eine Einigung erzielt worden. „Das ist eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung und ein Sieg der Vernunft“, sagte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstagabend. Mit der Einigung ist die entscheidende Hürde für die geplante Übernahme durch den französischen Konzern Mobivia genommen. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Mobivia hatte bereits im September einen Kaufvertrag unter Vorbehalt unterschrieben. Knackpunkt waren die bisherigen hohen Mieten für die Werkstätten. Mobivia war zunächst nicht bereit, Mietverträge für knapp die Hälfte der rund 600 Niederlassungen zu übernehmen. Nach Unternehmenskreisen musste ATU für diese Filialen bis zu 12 Euro Miete pro Quadratmeter zahlen statt marktüblicher 4 Euro.

Nachdem die Immobiliengesellschaften geringere Mieten in Aussicht stellten, hatten sie zuletzt eine Sonderzahlung von 100 Millionen Euro gefordert. Hinter dem niederländischen Vermieter Lino stecken als Kreditgeber unter anderem die Deutsche Bank sowie Hedgefonds. Monatelang war verhandelt worden, zuletzt stand die Einigung auf der Kippe, es drohte sogar die Insolvenz bei ATU.

Am 17. November war bei ATU deshalb eine Notgeschäftsführung eingesetzt worden. Eine Frist für eine Einigung galt bis Donnerstag um Mitternacht. Hätten sich die Beteiligten nicht geeinigt, hätte ATU eine Insolvenz gedroht. Wirtschaftsministerin Aigner hatte noch am Donnerstagmorgen vor allem an das Management der Deutschen Bank appelliert, „ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.“ Aus Verhandlungskreisen hieß es nun, man habe sich darauf geeinigt, dass die Alteigentümer nunmehr 80 Millionen Euro an Sonderzahlung an die Vermieter leisten.

Diese Autos müssen am häufigsten in die Werkstatt
Wie oft ein Wagen in die Werkstatt muss, hängt auch von der Marke ab. Bei Premium-Modellen ist die Wartung nicht automatisch teurer, denn die verbauten Teile halten oft auch länger: Teure Teile wie Zündkerzen müssen dann laut ADAC zum Beispiel erst nach 60.000 oder 90.000 Kilometern ausgetauscht werden. Wer zudem ein flexibles Wartungssystem an Bord hat, hat den Vorteil, dass Sensoren wichtige Elemente der Motors überwachen und den idealen Zeitpunkt für die Inspektion individuell bestimmen. Dabei spielt auch das Fahrverhalten eine Rolle: Vollgas-Orgien und Fahren mit hoher Drehzahl verringern die Zeiträume der Inspektionen. Ohne flexibles Wartungssystem liegt die Vorgabe der Hersteller meist bei einem Jahr oder 20.000 Kilometern, je nachdem, was zuerst eintritt. Die Kosten für Wartungen und Service-Checks variieren stark. Als Faustregel gilt: Je größer der Motor, desto höher die Wartungskosten. Die Wartungsintervalle der wichtigsten Modelle von Kleinwagen-, Kompakt- und Mittelklasse im Überblick: Quelle: Focus Quelle: dpa Picture-Alliance
Kategorie KleinwagenAlfa Romeo MiToFür den Benziner liegt das Inspektionsintervall bei 30.000 Kilometern beziehungsweise zwei Jahren, je nachdem welches Ereignis zuerst eintritt. Ähnlich ist es beim Diesel, hier liegt lediglich die Kilometergrenze mit 35.000 Kilometern etwas höher. Quelle: Presse
Audi A1Hier ist das Ölwechsel-Intervall in Deutschland für alle Modelle und Motoren flexibel. Je nach Fahrweise liegt es zwischen 15.000 Kilometern und einem Jahr bis zu 30.000 Kilometern oder zwei Jahren. Das Inspektionsintervall liegt fest bei 30.000 Kilometern oder zwei Jahren, je nachdem was zuerst eintritt. Quelle: Presse
Citroёn C3Für die Varianten PureTech VTi 68 und e-HDi 90 liegt das Inspektionsintervall bei einem Jahr oder 25.000 Kilometern. Quelle: PR
Fiat Panda und Fiat 500Für diese beiden Modelle gilt das gleich wir für den Alfa Romeo MiTo: Für den Benziner wird die Wartung alle 30.000 Kilometer oder zwei Jahre fällig, beim Diesel liegt der Spielraum 5000 Kilometer höher. Quelle: Presse
Ford FiestaDeutlich häufiger in die Werkstatt muss der Fiesta. Schon alle 20.000 Kilometer oder zwölf Monate muss er in die Inspektion, je nachdem welches Ereignis zuerst eintritt. Quelle: Presse
Hyundai i10Noch etwas mehr schlägt der i10 zu Buche, der Benziner ab 2014 will schon nach 15.000 Kilometern beziehungsweise einem Jahr in die Werkstatt, danach erhöht sich das Intervall leicht auf 20.000 Kilometer oder ein Jahr. Der Diesel muss stets nach 20.000 Kilometern oder einem Jahr in Inspektion, je nachdem welches Ereignis zuerst eintritt. Quelle: PR

„Heute ist ein großer Tag für ATU und damit für Weiden - und für die ATU-Mitarbeiter ein vorgezogener Heiliger Abend“, sagte Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggeweiß (SPD) der Zeitung „Der Neue Tag“.

ATU wurde 1985 von Peter Unger gegründet und betreibt heute 577 Werkstätten in Deutschland, 25 in Österreich und 6 in der Schweiz. Nach vielen Eigentümer- und Chefwechseln gehört ATU derzeit noch einer Investorengruppe um den Hedgefonds Centerbridge. Für das Geschäftsjahr 2016/17 hatte ATU einen Jahresumsatz von knapp einer Milliarde Euro angepeilt, was nach Jahren schrumpfender Erlöse erstmals wieder einen leichten Anstieg bedeuten würde.

Die französische Werkstattkette Mobivia ist nach eigenen Angaben mit rund 11.000 Mitarbeitern und 1,76 Milliarden Euro Umsatz Marktführer in Europa. In Deutschland ist der Konzern bisher nicht vertreten.

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