Einstieg von ChemChina Pirelli-Jobs in Europa trotz China-Produktion sicher

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Trotz Einstieg von ChemChina möchte Pirelli weiter die Formel 1 mit Reifen beliefern. Europäische Arbeitsplätze sind weiterhin sicher. Und auch der Prestigeträchtige Kalender ist nicht gefährdet.

Pirelli Quelle: dpa

Die Arbeitsplätze in den europäischen Reifenwerken Pirelli, darunter das Werk im südhessischen Breuberg, sind auch nach dem Einstieg des chinesischen Konzerns ChemChina bei dem italienischen Hersteller sicher. Das bekräftigte Pirellli-Chef Marco Tronchetti Provera im Interview mit der WirtschaftsWoche. Arbeitsplätze aus Europa würden nicht nach China verlagert. „Das wird nicht passieren“, so Provera. „Die Standorte in Europa sind nicht betroffen, denn das Geschäft mit Pkw-Reifen ist nicht Teil der Vereinbarung.“ Kern des Einstiegs von ChemChina sei die Zusammenlegung der Produktion von Reifen für Industriefahrzeuge wie Bagger oder Großbaustellenfahrzeuge.

In China will Pirelli das Management der Reifenproduktion in den ChemChina-Werken übernehmen, um die Qualität zu steigern. „In China halten die Reifen meist nicht mehr als 35.000 Kilometer. Wir werden nicht nur die Qualität der Produkte verbessern, sondern auch Service einführen, wie wir es in Brasilien und der Türkei schon gemacht haben“, sagte Provera. Die Einführung einer Billigmarke unterhalb von Pirelli komme nicht in Frage. „Solange ich Pirelli führe: nein. Unser Unternehmen soll Werte schaffen, nicht Volumen.“

„Wir bleiben Reifenlieferant der Formel 1“

Pirelli will auch nach dem Einstieg des chinesischen Konzerns ChemChina Reifenlieferant der Formel 1 bleiben. „Ja, wir machen weiter, solange die Kosten in einem für uns vernünftigen Rahmen bleiben“, sagte Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Die Partnerschaft mit China wirkt sich darauf nicht aus.“

Beliebter Pirelli-Kalender bleibt ungefährdet

Auch den legendären Pirelli-Kalender werde es weiterhin geben. „Keine Sorge. Vor fünf Jahren haben wir den Kalender in China vorgestellt und Fotos auf die Hochhäuser von Shanghai projiziert. Wir haben viel Beifall geerntet“, so Provera. „Es gibt also absolut keinen Grund, etwas zu ändern.“

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