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Einstiger Erfolgsgarant China wird für Volkswagen zum Problem

Trübe Aussichten für Volkswagen in China Quelle: dpa

Der größte Absatzmarkt für deutsche Autobauer schrumpft, Chinas Regierung bremst Neuzulassungen. Darunter leidet vor allem VW.

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Das schnelle Wachstum der deutschen Autohersteller in den zurückliegenden Jahrzehnten wäre ohne den chinesischen Markt undenkbar gewesen. Der Aufstieg der Volksrepublik zum größten Automarkt der Welt sorgte bei Volkswagen, Daimler und BMW für Milliardengewinne. Volkswagen verkaufte zuletzt fast jedes zweite Auto in China, was jährlich drei bis vier Milliarden Euro Gewinn in die Kassen der Wolfburger spülte. Der VW-Konzern ist mit rund 15 Prozent Marktanteil sogar Marktführer in China. Daimler setzt rund jedes dritte Auto in China ab, BMW jedes vierte.

Was in guten Zeiten wie ein Turbo wirkte – die starke Rolle der Deutschen in China – wird nun jedoch zur Bedrohung. Im vergangenen Jahr schrumpfte der chinesische Automarkt, zum ersten Mal seit Jahrzehnten. Den deutschen Herstellern gelang es 2018 noch, sich dem Abwärtstrend zu entziehen: Sie legten beim Absatz weiter zu und steigerten ihren gemeinsamen Marktanteil auf den Rekordwert von gut 22 Prozent. Im laufenden Jahr aber schrumpfte der Markt weiter, um 12 Prozent in den ersten neun Monaten.

Nach Ansicht von Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft in Geisingen, geht von China „das stärkste negative Signal aus, weil es der weltweit größte Absatzmarkt ist“. Zur allgemeinen Wachstumsdelle gesellten sich spezielle Probleme für den Automarkt: China spüre mittlerweile ähnliche Probleme wie andere Industrienationen auch, vom Verkehrskollaps bis hin zu Abgasproblemen. China fahre deshalb in viele Regionen eine restriktive Politik bei der Neuzulassung von Fahrzeugen.

Bei VW führten die Probleme in China im laufenden Jahr zu einem Absatzminus von gut zwei Prozent. Die beiden anderen deutschen Autobauer können sich dem Negativtrend weiter entziehen: Daimler verkaufte im laufenden Jahr fünf Prozent mehr Autos, BMW sogar rund 14 Prozent mehr.

So wird vor allem für Volkswagen die enorme Abhängigkeit von China zum Problem. Der Konzern braucht jeden Euro für die Umstellung auf E-Autos und das Ausbügeln des Dieselskandals – da kommt der Knick in China zu Unzeit. Das Murren im Konzern über die daraus resultierenden, hektischen Sparbemühungen, etwa bei Audi oder Porsche, wird immer lauter.

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