Elektro-Pionier Tesla Mit Software gegen die Reichweiten-Angst

Die Batterie von Elektroautos ist schnell leer, das Laden dauert lange: Die Angst, ohne Strom liegen zu bleiben, hemmt die Autokäufer. Tesla-Gründer Elon Musk will das Problem gelöst haben – mit einem Software-Update.

Tesla-Gründer Elon Musk Quelle: REUTERS

Der Elektroautobauer Tesla hat ein umfangreiches Software-Update für seine Limousine Model S angekündigt. Das System solle den Fahrer davor warnen, unabsichtlich wegen einer zu geringen Reichweite liegen zu bleiben. „Es wird unmöglich sein, die Batterie leer zu fahren, wenn man es nicht mit voller Absicht tut“, kündigte Tesla-Chef Elon Musk in einer Telefonkonferenz an. Ein intelligentes Ladesystem soll zudem die Reichweitenangst beseitigen.

Mit welchen Hindernissen Elektroautos kämpfen

Über einen „Trip Planner“ soll der Wagen die beste Route für die Fahrten berechnen – und dabei nicht nur wie bisher in der Karte verzeichnete Ladestationen berücksichtigen. Stattdessen überprüfe das Auto alle 30 Sekunden, welche Ladestation für den aktuellen Standort die beste sei und ob sie noch frei sei, so Musk. „Es gibt viele Tesla-kompatible Ladestationen, etwa bei Hotels, die einfach vernetzt werden müssen, damit sie im System auftauchen und die Autos sie ansteuern können.“ Das System soll nicht nur die Tesla-eigenen Schnellladestationen umfassen, sondern auch gewöhnliche Ladesäulen mit einschließen.

Die Lösung von Tesla sind also nicht größere Batterien, die höhere Reichweiten ermöglichen, um die Zweifel der Kunden zu zerstreuen. „Wir könnten bereits heute Batterie-Packs bauen, die Reichweiten von 500 Meilen möglich machen“, sagt Musk. „Die Fahrer würden im Alltag dann aber sehr viel ungenutzte Kapazität mit sich herumschleppen. Und das wird schwer und auch teuer. Ich halte Batterien mit einer Reichweite von 250 bis 300 Meilen für optimal.“

Um das Software-Update zu erhalten, müssen die Tesla-Kunden aber nicht in die Werkstatt, da der Autobauer seine Software auch drahtlos verbreiten kann. „Tesla ist eine Softwarefirma, genauso wie eine Hardware-Firma. Wir bringen für unsere Computer auf Rädern Software-Updates heraus, wie es auch bei Smartphones passiert“, so Musk.

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Ebenfalls in dem Update enthalten sind weitere Sicherheits-Assistenten, wie etwa ein erweiterter Kollisionswarner oder ein Totwinkel-Warner. In einer neuen Version der Software, die in drei Monaten auf den Markt kommen soll, will Tesla auch einen Lenk-Assistenten in seine Autos bringen. „Es wird dann möglich sein, von San Francisco nach Seattle zu fahren, ohne das Lenkrad zu berühren. Das ist großartig“, sagt Musk. Auf Nachfrage schränkte er aber ein, dass das System nur auf Highways und Hauptstraßen zum Einsatz kommen wird – und nicht im Wohngebieten. „Auch wenn es technisch möglich wäre, automatisch von Parkplatz zu Parkplatz zu fahren.“

Der kalifornische Autobauer hat im vergangenen Jahr über 31.000 Elektroautos verkauft. Damit lag Tesla leicht unter dem Plan von 35.000 Fahrzeugen. Für 2015 peilt Musk den Absatz von 55.000 Elektroautos an. Im dritten Quartal diesen Jahres soll das Elektro-SUV Model X auf den Markt kommen.

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