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Elektroautohersteller Bund subventionierte StreetScooter mit über 50 Millionen Euro

Exklusiv
Quelle: dpa

Der Elektroautohersteller StreetScooter hat aus Förderprogrammen und Zuschüssen des Bundes insgesamt über 50 Millionen Euro erhalten.

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Der Elektroautohersteller StreetScooter erhielt seit 2012 mehr als 50 Millionen Euro Subventionen aus Bundesmitteln. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. Allein aus Förderprogrammen des Bundeswirtschaftsministeriums sowie der Bundesministerien für Umwelt, Verkehr und Forschung erhielt das Unternehmen rund 35,3 Millionen Euro.

Außerdem bezuschusst die Bundesregierung die Verkäufe des StreetScooters mit dem Umweltbonus, durch den sich Käufer von Elektrofahrzeugen bis zu 6000 Euro des Kaufpreises erstatten lassen können. Der Bund subventionierte dadurch Käufer des StreetScooters mit insgesamt 20,2 Millionen Euro. Der größte Teil davon dürfte an die Deutsche Post DHL geflossen sein, die das Start-up 2014 übernahm und heute mehr als 11.000 StreetScooter in ihrer eigenen Flotte hat.

Man habe wie „wie andere Anbieter und Käufer von Elektrofahrzeugen auch“ staatliche Förderung erhalten, sagte ein Sprecher der Deutschen Post DHL der WirtschaftsWoche. „Diese E-Fahrzeuge sind auch weiterhin und in den nächsten Jahren bei Deutsche Post DHL im Einsatz für eine CO2-freie Zustellung.“

„Es zeigt sich, dass die Förderung aus Projektmitteln und Kaufprämie wohl zu hoch war“, kritisiert Reinhard Houben, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. „Bessere Bedingungen für Venturekapital wären sicherlich erfolgreicher, als direkte Subventionen des Staates.“ Elektrolieferwagen seien in Ballungsräumen sehr sinnvoll. „Der StreetScooter war aber nicht leistungsfähig genug“, so Houben.

Die Deutsche Post DHL hatte Ende Februar angekündigt, dass sie die Produktion des StreetScooters stoppen will. Zuvor hatte der Konzern vergeblich nach einem Investor für den Elektroautohersteller gesucht, der allein im vergangenen Jahr etwa 100 Millionen Euro Verlust schrieb. Die Post verhandelt nun mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan. Nur ein Teil der rund 500 Mitarbeiter soll sich zukünftig um den Betrieb der bereits gebauten StreetScooter kümmern.

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