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Elektroautos Welche Chancen E-Mobilität dem Wirtschaftsstandort Deutschland bringt

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Positive Effekte nur durch klaren Strukturwandel

Dafür müsse der Wandel zur Elektromobilität in Deutschland aber aktiv und konsequent gestaltet werden, macht Wietschel deutlich. Unverzichtbar: ein echter Strukturwandel, eine Verschiebung innerhalb der automobilen Wertschöpfungsketten und ein Wandel der Arbeitsplätze. Das Fraunhofer-Institut ISI lenkt den Blick dabei etwa auf Umschulungs- und neue Ausbildungsangebote, die notwendig würden, um „künftige Fachkräfte auf diesen Wandel vorzubereiten“.

Wenn es gelingt, die aktuell gute Wettbewerbssituation der deutschen Industrie im Bereich der E-Mobilität zu erhalten oder sogar noch auszubauen, und sogar neue Geschäftsmodelle vorangetrieben werden, sind laut dem Fraunhofer-Institut ISI die Chancen gut, dass der Wandel hin zur Elektromobilität „in der Summe positive Auswirkungen auf Beschäftigung und Wertschöpfung in Deutschland hat und Verluste bei Verbrennungsmotoren kompensiert werden können“.

Verbote von Verbrennungsmotoren hält Wietschel letztendlich genauso wie die Kollegen vom ifo-Institut und wie der VDA für den falschen Weg. Ambitionierte Grenzwerte für Feinstaub und Emissionen seien die bessere Methode: „So überlässt man letztendlich der Industrie, auf welche Art sie die Grenzen einhält“, sagt Wietschel. Sind die gesetzten Grenzen hart und damit ambitioniert genug, führten diese schließlich unfraglich zu den alternativen Antrieben.

Letztendlich sei so oder so aber klar: Um die klimapolitischen Ziele zu erreichen, müssten die Deutschen letztendlich auf die Elektromobilität setzen. „Wir haben auch keine Wahl“, gibt Wietschel zu Bedenken. Die Welt schaue nicht auf die deutschen Arbeitsplätze in der Verbrennungsmotoren-Branche oder deutsche Wertschöpfung. Der deutsche Automobilmarkt sei längst nicht mehr so relevant wie der US-amerikanische oder chinesische Markt – „und dort gibt es den Trend zur Elektromobilität bereits viel deutlicher. Den können wir nicht groß beeinflussen und deshalb müssen wir uns der Realität stellen.“

„Heute plant noch der überwiegende Großteil der Flottenmanager mit dem Diesel, vor allem aufgrund der Wirtschaftlichkeit. Ist diese aber irgendwann nicht mehr gegeben und ein Hybrid/E-Auto bei den Kosten gleichwertig oder sogar günstiger, kann sich das Kaufverhalten schnell ändern", so Commerzbank-Analyst Perlewitz. Nach aktuellem Kenntnisstand werde sich der Elektromotor als führender Antrieb in Zukunft durchsetzen. Darauf müsse man sich einstellen, so Wietschel. Letztendlich gilt: Nur mit einem Plan kann ein Wandel aktiv mitgestaltet werden – um den Risiken etwas entgegen setzen zu können und die Chancen richtig zu nutzen.

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