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Elektroautos Tesla verdient erstmals Geld

Der lange Atem zahlt sich endlich aus: Der Elektroautobauer Tesla hat erstmals seit zehnjährigem Bestehen schwarze Zahlen geschrieben. Den Gewinn verdankt das Unternehmen dem Model S, dem Zugpferd des Unternehmens. Die Aktie schoss prompt in die Höhe.

Tesla-Mitarbeiter bejubeln einen der ersten Tesla S, die 2012 verkauft wurden. Das Modell ist beliebt und beschert dem Konzern erstmals Gewinne. Quelle: dapd

Der Verkaufserfolg seines Model S hat den Elektroauto-Spezialisten Tesla zum ersten Gewinn in der zehnjährigen Firmengeschichte getrieben. Das Unternehmen verdiente im ersten Quartal unterm Strich gut 11 Millionen Dollar nach einem Verlust von 90 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Aktie schoss in die Höhe und lag am Donnerstag vor Börseneröffnung in New York 17 Prozent im Plus.

Tesla verkaufte zu Jahresbeginn 4900 der Elektrolimousinen und damit 400 mehr als ursprünglich geplant. Dabei liegt der Grundpreis bei 70.000 Dollar (53.000 Euro), seit kurzem ist aber auch eine Finanzierung möglich. „Wir sind zufrieden mit der starken weltweiten Nachfrage nach dem Model S“, schrieb Gründer und Firmenchef Elon Musk seinen Aktionäre am Mittwoch. Der Umsatz sprang um 83 Prozent auf 562 Millionen Dollar (427 Millionen Euro) hoch.

Die S-Klasse unter den Stromern
Bekannt wurde Elon Musks kalifornische Elektroautoschmiede durch den Sportwagen Tesla Roadster, der auf der Lotus Elise basierte. Das neue Modell, das schlicht "S" heißt, ist eine Eigenentwicklung mit einigen Superlativen. So sorgen die Batterien des viertürigen und 2,1 Tonnen schweren Luxus-Sportcoupes theoretisch für maximal 480 Kilometer Reichweite, verspricht der Hersteller. So weit fährt mit einer Batterieladung derzeit kein anderes Serien-Elektroauto. Allerdings zeigen langfristige Tests auch immer wieder, dass diese Angaben in der Realität kaum zu schaffen sind. Quelle: PR
Diesmal soll es - anders als beim Roadster - keine Kleinserie werden, sagt der Hersteller. Und schon jetzt liegen angeblich 13.000 Vorbestellungen vor. Für Europa sind davon 3.000 bestimmt. Eine gewisse Exklusivität ist also garantiert. Dabei nennt Tesla bisher noch nicht einmal einen offiziellen Preis für den deutschen Markt, allerdings sollen sich die Kurse an den amerikanischen Listen orientieren. Quelle: PR
Die Motorleistung der Grundversion steht noch nicht fest, dafür stellt Tesla derzeit seine Spitzenversion ganz in den Vordergrund. Die kostet 97.000 Dollar (rund 75.000 Euro) und wartet mit einem 85 Kilowattstunden-Akku auf. Der bringt 310 kW bzw. 421 PS Power und 600 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterachse. Quelle: PR
Dass bei einem so futuristischen Auto wie dem Tesla S keine Kontrolle mehr analog funktioniert, versteht sich fast von selbst. Quelle: PR
Das gigantisch große 17-Zoll-Touchscreen dominiert den Innenraum. Quelle: PR
Beeindruckend gestalten sich die Fahrleistungen des 421 PS starken Topmodells. Quelle: PR
Das Staufach unter der Fronthaube fasst 150 Liter. Quelle: PR

Tesla gilt als einer der technologisch führenden Hersteller von Elektroautos. Die hohen Entwicklungskosten und der Anlauf der eigenen Produktion hatten in der Vergangenheit aber immer wieder zu Verlusten geführt. Konkurrenten in den USA hatten zwischenzeitlich aufgeben müssen: Anfang Mai rutschte die kleinere Coda in die Insolvenz. Hybrid-Spezialist Fisker musste den Großteil seiner Mitarbeiter entlassen und sucht nach einem Investor.

Dagegen konnte Tesla mit seinen schnittig gestalteten Autos bei den Kunden punkten. Auch die Tester sind begeistert: Am Donnerstag vergab das US-Verbrauchermagazin „Consumer Reports“ - quasi die amerikanische Stiftung Warentest - 99 von 100 möglichen Punkten für das Model S. Zuletzt hatte eine Luxuslimousine von Lexus vor sechs Jahren diese hohe Punktzahl erreicht.

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„Das Tesla Model S ist vollgestopft mit technologischen Neuerungen“, erklärte Cheftester Jake Fisher. „Es beschleunigt, reagiert und bremst wie ein Sportwagen, es besitzt den Fahrkomfort und die Geräuschdämmung eines Luxusautos und ist weit energiesparender als die besten Hybrid-Fahrzeuge.“ Der Wagen habe besser abgeschnitten als jedes andere Auto, das „Consumer Reports“ jemals getestet habe, hieß es.

Es ist auch ein Ritterschlag für Daimler, neben Toyota einer der Geldgeber von Tesla. Beide verwenden die Technik der Kalifornier in ihren eigenen Elektroautos. Daimler war 2009 bei Tesla eingestiegen und damit noch vor dem Börsengang der Firma Mitte 2010. Tesla hatte sich mit dem Elektrosportwagen Roadster einen Namen gemacht, es folgte das viertürige Model S. Im kommenden Jahr soll der Crossover Model X erscheinen.

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