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Elektroautos VW lässt den Verbrenner fallen

 Ein VW ID.4 läuft über die Linie im Werk. Quelle: dpa

VW will 2030 in Europa doppelt so viele E-Autos verkaufen, wie bisher geplant. Damit ist es offiziell: VW hat die Lust am Benziner, Diesel und Hybrid verloren. Autos mit Auspuff fahren in die Nische. Ein Kommentar.

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Die Marke VW, die größte des Multimarkenkonzerns Volkswagen, hat heute ihre Strategie 2030 vorgestellt. Für WirtschaftsWoche-Leser gab es wenige Überraschungen: Über geplante Beschleunigungen bei den Themen E-Antrieb und Autonomes Fahren sowie die Umstellung auf ein völlig neues, datenbasiertes Geschäftsmodell hat die WirtschaftsWoche bereits in den vergangenen Wochen berichtet.

Doch zumindest eine Zahl überraschte heute dann doch: 2030 will VW nicht mehr wie bislang geplant 35 Prozent rein elektrisch angeriebene Autos in Europa verkaufen, sondern rund 70 Prozent. Das passt ins Bild: Wohl schon vor 2035 könnte der Konzern komplett aus dem Verbrenner aussteigen, hat die WirtschaftsWoche in Konzernkreisen erfahren. Aber nun ist es offiziell: Mehr als zwei Drittel sind in zehn Jahren in Europa rein elektrisch. In USA und China sollen es über 50 Prozent sein. Hinzu kommen Hybride und Plug-in-Hybride, sodass dann kaum noch reine Verbrenner mit VW-Logo verkauft werden sollen.

Dieser Kurs ist möglich und richtig. Denn E-Autos sind eindeutig ökologischer und in Zeiten des beschleunigten Klimawandels praktisch ohne Alternative. Sie werden aber auch günstiger sein für die Kunden, weil die Herstellkosten schon ab 2025 unter die von Verbrennern sinken und auch der Betrieb und die Wartung kostengünstiger sind.



Vor allem aber ist der neue VW-Kurs bedeutend, weil VW als größter europäischer Autobauer nun Maßstäbe setzt und seine Konkurrenten unter Zugzwang setzt. Nach diesem Vorstoß dürften sie es schwer haben, die Gesetzgeber davon zu überzeugen, dass ein schneller Umstieg auf das E-Auto nicht möglich ist. Gemessen an den Wettbewerbern scheinen die VW-Zahlen astronomisch: BMW etwa will 2030 nur rund 50 Prozent „elektrifizierte“ Autos verkaufen, also reine E-Autos und Plug-in-Hybride. Abzüglich der Hybride sind es dann vielleicht 25 Prozent reine E-Autos. Daimler plant ähnlich.

25 versus 70 Prozent – VW und die beiden süddeutschen Wettbewerber scheinen auf unterschiedlichen Planeten zu operieren. Hinzu kommt: Die heute kommunizierten Zahlen gelten für die Marke VW. Bei den Premiummarken Audi und Porsche – den direkten Konkurrenten von BMW und Daimler – strebt der Konzern eine noch schnellere Elektrifizierung an.

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