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Elektroautos Welche Chancen E-Mobilität dem Wirtschaftsstandort Deutschland bringt

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Wann E-Mobilität zum Problem werden könnte

Verschiebungen innerhalb der Bereiche werde es natürlich geben, macht die Fraunhofer-Analyse deutlich „je nach Szenario kommt man aber zum Fazit, es bleibt gleich oder positiv und nur in wenigen Szenarien kommt man zu einem Ergebnis mit leicht negativen Effekten“, so Wietschel. Diese negativen Effekte will aber auch der Wirtschaftsingenieur nicht ausklammern: „Am schlimmsten wäre, wenn Deutschland als Wirtschaftsstandort das ganze Auto verlieren würde“, sagt Wietschel. Wenn die deutschen Unternehmen nicht mehr so wettbewerbsfähig wären, wie sie es heute mit den konventionellen Fahrzeugen sind, könnte sich die Produktion noch stärker in Länder wie China verlagert, wo heute die meisten E-Autos weltweit produziert werden. „Das könnte für den Wirtschaftsstandort Deutschland tatsächlich negative Effekte haben“, sagt Wietschel.

Die Elektro-Schocker
Nio EP9 von Next EV Quelle: Hersteller
Nio EP9 hat 1360 PS Quelle: Hersteller
2017 erzielte der Nio mit 6 Minuten 45,9 Sekunden einen neuen Nordschleifenrekord Quelle: Hersteller
Techrules Ren schafft maximal 320 km/h Quelle: Hersteller
Techrules Ren bietet einen Reichweitenverlängerer in Form einer mit Diesel getriebenen Microturbine Quelle: Hersteller
Rimac Hypercar Concept One Quelle: Hersteller
Rimac Concept One Quelle: Hersteller

Außerdem hake es derzeit noch in Sachen Batterie: Bei der Batteriezelle sei die deutsche Wettbewerbsposition nicht gut, räumt Wietschel ein. Und das ist durchaus ein Problem, denn die Batteriezelle hat einen sehr großen Anteil an der Wertschöpfung eines Elektrofahrzeugs. „Wir sind gut darin, aus Batteriezellen Batteriesysteme zu generieren, aber die Zellproduktion kommt derzeit primär aus Asien“, sagt Wietschel. „In diesem Bereich wäre es wichtig, wenn in Deutschland oder zumindest in Europa eine Zellproduktion gelingen könnte – zumindest mittelfristig.“

Mit einer Verlagerung auf die Produktion entsprechender E-Auto-Bestandteile würden deutsche Autobauer und Zulieferer ihre Wertschöpfungskette den neuen Begebenheiten langfristig anpassen und so langfristige Gewinne im neuen Markt sicherstellen. „Künftig werden Bauteile rund um die Batterie wichtiger. Aber auch die Bordnetze gewinnen bei der Wertschöpfungskette eines Elektroautos an Bedeutung", sagt Commerzbank-Autoexperte Perlewitz. Für die Autoindustrie, die derzeit primär vom Verbrennungsmotor lebt, eine Zukunftsperspektive. Derzeit fehlt es dafür aber scheinbar noch an Investitionsmotivation – und an Volumen. „Damit sich eine Batteriefabrik lohnt, müssen die Stückzahlen gegeben sein“, sagt Perlewitz. „Wenn die Volkswagen-Gruppe in einigen Jahren 25 Prozent Elektroautos verkaufen will, sind die Stückzahlen natürlich gegeben."

Elektroautos im Kostenvergleich

Noch liegt darin die größte Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland durch die E-Mobilität. Können diese Hürden allerdings genommen werden, sind die Aussichten laut den Fraunhofer-Experten durchaus positiv.

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