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Elektroautos Was der E-Auto-Gipfel der deutschen Autoindustrie bringt

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Subventionen Elektroauto

Gleichzeitig haben Länder wie die USA, Frankreich oder China begonnen, mit Milliardenbeträgen für Forschung und mit Kaufanreizen den Bau oder den Erwerb von Elektroautos zu fördern. Statt bei konventionellen Fahrzeugen vergeblich um Anschluss zu kämpfen, wittern die Regierungen die historische Chance, der Autonation Deutschland mit Elektroautos um Geschäft, Jobs und Wohlstand zu bringen.

Dass die Bedrohung groß ist, darüber sind sich die meisten Experten einig. „Beim Elektroauto starten alle auf einem ähnlichen Technologieniveau“, warnt Gregor Matthies, Partner und Autoexperte der Unternehmensberatung Bain & Company. „Neueinsteiger, zum Beispiel aus China, haben mindestens die gleichen, wenn nicht sogar bessere Chancen.“ Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP), zugleich Aufsichtsrat bei VW, geht weiter: „Bei der Elektromobilität liegen wir null zu drei zurück. Jetzt müssen wir zur Halbzeit die Aufstellung ändern und versuchen, das Spiel zu drehen.“

Tatsächlich muss Deutschland fürchten, nicht zur Speerspitze der Elektromobilität zu zählen. Das zeigt der weltweit erste Elektroauto-Index, kurz: Evi, den die Unternehmensberatung McKinsey vierteljährlich exklusiv für die WirtschaftsWoche erstellt. In der ersten Erhebung Anfang April belegte Deutschland den dritten Platz. An erster Stelle rangierten die USA, gefolgt von Frankreich (WirtschaftsWoche 16/2010). Auf den weiteren Plätzen folgten Italien, Dänemark, Japan und China. Gefährlich für die Deutschen als Autobauer sind vor allem die USA, Frankreich, Japan und China.

Hochmütig und halbherzig

Industrie und Politik haben bis in die jüngste Vergangenheit mit einer Mischung aus Hochmut und Halbherzigkeit auf die Herausforderungen reagiert, die die EU- und die Umweltpolitik für den Autoproduktionsstandort Deutschland bedeuten. Die große Koalition verabschiedete zwar im Sommer 2009 einen Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität. Der formulierte das Ziel, dass 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren sollen. Dazu sollten 500 Millionen Euro Forschungsförderung aus dem Konjunkturpaket II beitragen – Laufzeit bis 2011.

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Standort erkennen

    Doch ob das Programm jemals etwas bewirkt, ist zweifelhaft. Mitglieder der neuen Regierung meinen, der Plan sei mit heißer Nadel gestrickt. Vor allem fehle die Abstimmung mit der Industrie.

    Zusammenschluss über Branchengrenzen

    Eine erste Korrektur gab es deshalb im Herbst, als die Regierung beschloss, Deutschland solle weltweit zu einem „Leitmarkt für Elektromobilität werden“.

    Um dieses Ziel zu erreichen, schweißt die Bundesregierung nun deutsche Industriegranden über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg zusammen. So trifft sich die Nationale Plattform Elektromobilität künftig in sieben Arbeitsgruppen, die die Entwicklung auf unterschiedlichen Feldern vorantreiben sollen – von Antriebstechnologien bis zu Rahmenbedingungen für Elektroautos. Die bis zu 25 Mitglieder starken Arbeitsgruppen sollen im Herbst erste konkrete Konzepte vorlegen. Im Frühjahr 2011 soll die abschließende Strategie stehen – „aber bitte“, heißt es aus dem Verkehrsministerium, „kein Laberpapier“.

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