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Elektroautos Was der E-Auto-Gipfel der deutschen Autoindustrie bringt

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Risse in der Plattform

Nur – wie lange wird der demonstrative Schulterschluss von Berlin halten? Zu unterschiedlich scheinen die Interessen, als dass die Teamarbeit reibungslos laufen könnte. „Beim Gipfel mit der Kanzlerin wird es harmonisch zugehen“, meint ein Teilnehmer des Gipfels. Der enge Redeplan wird mehr auch nicht zulassen. „In den Arbeitsgruppen wird es dann aber richtig abgehen.“

Wo die Risse zwischen den Autobauern verlaufen, zeichnet sich bereits ab. BMW sieht sich als Vorkämpfer der E-Autos, weil der Konzern mit seinem völlig neu konstruierten Megacity Vehicle weder Kosten noch Mühen scheue, heißt es im Umfeld des Konzerns. Wettbewerber wie Audi oder VW wollten die Bedeutung des E-Autos dagegen kleinreden. Und bei Daimler glaubten viele eher an den Wasserstoffantrieb. „Deshalb“, stichelt ein BMW-Manager, „ist unser Konzernchef Norbert Reithofer Keynote-Speaker beim Treffen mit der Kanzlerin und nicht die Chefs von VW oder Daimler.“

VW-Chef Martin Winterkorn tritt beim Elektroauto gern mal auf die Bremse: „Wir sollten die Nachfrage nach Elektroautos nicht künstlich anheizen“, sagte er kürzlich. „Denn aus heutiger Sicht wird damit auf lange Zeit kein Geld zu verdienen sein.“ Folglich ist Winterkorn wie die Regierung erst einmal gegen eine Anschaffungsprämie für E-Auto-Käufer. Vor allem aber käme eine solche Prämie nur ausländischen Autobauern zugute, weil die deutschen noch gar keine Elektroautos im Angebot haben.

Ganz anders sehen das die Verantwortlichen bei BMW und Daimler. Sobald die Deutschen mit eigenen Modellen am Markt sind, also ab 2013, solle es auch Kaufprämien geben, heißt es in München und Stuttgart. „Wir werden diese Forderung aufrechterhalten, auch wenn die Bundesregierung zunächst solchen Prämien eine Absage erteilt hat“, heißt es etwa im Umfeld des Daimler-Vorstandes.

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    Ralf Landmann, Partner und Autoexperte der Strategieberatung Roland Berger, hält Anschubfinanzierungen generell für sinnvoll, auch Prämien für Käufer. Wie er in einer Studie, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, herausfand, klafft eine deutliche Lücke zwischen dem Preis, den Kunden für E-Autos bezahlen würden, und den tatsächlichen Kosten. „Diese Lücke“, sagt Landmann, „könnten intelligente Finanzierungspakete schließen.“

    Genau das ist in Berlin, als die Nationale Plattform Elektromobilität aus der Taufe gehoben wird, allerdings kein Thema. Doch so leicht werden sich die Befürworter BMW und Daimler nicht geschlagen geben.

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