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Elektromobilität E-Autos werden vom Rohrkrepierer zur Rakete

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Keine staatlichen Zuschüsse

Öko-Roadster für die Zukunft
Mit dem i8 Concept Spyder stellt BMW auf der Autoausstellung in Peking im April ein drittes Fahrzeug seiner auf Elektroautos spezialisierten Submarke BMW i vor - dieses Mal ohne Dach. Quelle: BMW
Der Plug-in-Hybrid-Sportwagen bietet eine Systemleistung von 354 PS. Die Höchstgeschwindigkeit des offenen Zweisitzers ist auf 250 km/h begrenzt. Quelle: BMW
Der i8 Concept Spyder beschleunigt in fünf Sekunden von null auf 100 km/h. Trotz dieser Leistungswerte beträgt der Normverbrauch lediglich drei Liter je 100 Kilometer. Dazu ist aber ein spezielles Motoren-Konzept nötig. Quelle: BMW
An der Vorderachse arbeitet ein 131 PS starker Elektromotor, während die Hinterachse von einem Dreizylinder-Benziner mit 223 PS angetrieben wird. Beide zusammen entwickeln ein maximales Drehmoment von 550 Newtonmetern. Quelle: BMW
Bis zu 30 Kilometer kann das Konzeptfahrzeug rein elektrisch zurücklegen. Die Lithiumionen-Batterie des E-Motors soll in weniger als zwei Stunden an einer normalen Haushaltssteckdose wieder vollständig aufgeladen werden können. Quelle: BMW
Der Fahrer kann zwischen einem Eco- und einem Sportmodus wählen. Verschiedene Farben im 8,8 Zoll großen Zentraldisplay signalisieren die jeweilige Fahrsituation und Energieeffizienz. Der Drehzahlmesser ist somit Geschichte. Quelle: BMW
Der Spyder basiert auf dem 2+2-Coupé i8 Concept, das BMW vor etwa einem Jahr vorgestellt hat und 2014 in Serie gehen soll. Quelle: BMW

Und auch das Unternehmen Better Place musste lange um seine Existenz fürchten. Nun scheint es endgültig aus zu sein. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press in Israel soll das Startup seine Liquidierung angekündigt haben. Israeli Shai Agassi, der ehemalige Vorstand des Softwarekonzerns SAP, ersann Tankstellen, an denen die Autofahrer leere Akkus innerhalb von Minuten durch volle austauschen sollten. Doch die Hersteller wollten sich nicht auf einheitliche Batterien verständigen. Als einziger Autokonzern, den Agassi anfangs überzeugen konnte, kündigte Anfang Mai Renault-Nissan seine Unterstützung auf. Zunächst sollte das Konzept in Ländern wie Dänemark, Japan, Israel und auf Hawaii eingeführt werden, die Autofahrer hier eher kurze Strecken zurücklegen. Angeblich sollen die Versuche neue Geldgeber für das Projekt aufzutreiben, gescheitert sein.

Welcher Länder bei der Elektromobilität führen

Zur Unsicherheit über die Elektromobilität trug in Deutschland auch die Politik bei. Anders als die meisten anderen Länder unterstützt Berlin den Verkauf von E-Mobilen nicht durch staatliche Zuschüsse. Stattdessen wurde von Regierung, Industrie und Verbänden im Mai 2010 eine „Nationale Plattform Elektromobilität“ (NPE) gegründet. Die beschloss landesweite Tests mit Elektrofahrzeugen und eine massive Forschungsförderung, was den Steuerzahler rund eine Milliarde Euro kosten dürfte. Länder wie die USA oder Frankreich schieben den Verkauf dagegen erfolgreich mit direkten Subventionen für die Käufer an.

Von dem Ziel der nationalen Plattform, „Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität“ zu machen, will inzwischen niemand mehr sprechen. Gerade einmal 0,5 Prozent der verkauften Autos dürften 2018 in Deutschland, so die Prognosen des Elektroautoindexes Evi, mit Elektroantrieb fahren. In Japan dürfte der Anteil dann knapp zehnmal, in den USA fünfmal und in Frankreich mehr als doppelt so groß sein – staatlichen Kaufprämien sei Dank.

Ohne Subventionen ging es auch bei Tesla nicht: 7500 Dollar Unterstützung kassiert in den USA der Käufer eines Tesla. Im Bundesstaat Kalifornien addieren sich die Hilfen sogar auf 10.000 Dollar.

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Gleichwohl ist Tesla schwer in Vorleistung getreten, um die Skepsis an den Elektrofahrzeugen zu zerstreuen. In den Küstenstaaten der USA investiert das Unternehmen in den Aufbau von eigenen Schnellladestationen. Zudem hat Gründer Musk versprochen, den Akku der Tesla Limousinen während der ersten acht Jahre unabhängig von den gefahrenen Kilometern unbürokratisch auf Garantie auszutauschen, solange er nicht mutwillig beschädigt wurde. Und wer eine Tesla S Limousine kauft und finanziert, kann sie nach drei Jahren zu mindestens 50 Prozent des Anschaffungspreises an Tesla zurückgeben.

Lange wird Tesla im Revier der elektrischen Sportwagen nicht der einsame Platzhirsch bleiben. Porsche bietet von Juli an die viertürige Limousine Panamera als Plug-in-Hybrid an, die dank Verbrennungsmotor die gewohnte Reichweite hat, aber auch 36 Kilometer rein elektrisch schafft. Der Verkaufsstart fiel wohl nicht ganz zufällig auf Juli. Denn die ersten Teslas „sollen im Juli in Europa eintreffen“, sagte Tesla-Gründer Musk unlängst der WirtschaftsWoche. „In diesem Zeitraum werden wir etwa 40 Prozent unserer Produktion auf die europäischen Märkte bringen.“

Das Rennen ums Elektroauto geht jetzt erst richtig los.

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