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Elektromobilität E-Autos werden vom Rohrkrepierer zur Rakete

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Schlüsselerlebnis

Toyotas smartes E-Auto
Besucher der Fachmesse CEATEC in Japan begutachten das neue intelligente E-Auto von Toyota "Smart INSECT". Quelle: dpa
Der Einsitzer "Information Network Social Electric City Transporter" verwendet Sensoren und Spracherkennung, um mit der Außenwelt und dem Fahrer zu kommunizieren. Quelle: dpa
In dem Einsitzer kann der Fahrer seinen eigenen Tablet-Computer und sein Smartphone in ein Dock stecken, damit diese dann als Navigationssystem oder Musikplayer zur Verfügung stehen. Quelle: dpa
Die Frontansicht des «Smart INSECT», den Toyota auf der Messe CEATEC in Japan vorgestellt hat. Quelle: dpa

Die Fahrt in dem rund 100.000 Euro teuren Tesla Roadster, der raketenartig in 3,7 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigt, war ein Schlüsselerlebnis für viele Autokonzernvorstände – auch wenn sie das öffentlich nicht gern zugeben. „Wir hatten einen Tesla zu Testzwecken. In dem Auto habe ich erstmals geahnt, dass das mit den Elektroautos eine große Sache wird“, sagt der Forschungschef eines deutschen Autobauers. „Der Roadster war der Grund, warum wir das Elektroauto auf die Agenda gesetzt haben.“ Fünf Jahre nach dem Start ist die Produktion des Roadster eingestellt. Die Erfahrungen kommen nun dem Massenmarkt in Gestalt der viertürigen Tesla-Limousine Model S zugute.

Model S

Mit dem Vorpreschen von Unternehmen wie Tesla, aber auch Renault-Nissan kristallisieren sich nun die Konturen des künftigen Geschäfts mit der E-Mobilität heraus. Denn das neue Modell Renault Zoe und die überarbeitete Version des Nissan Leaf markieren die Wende auf dem Markt der kleineren, preiswerten Fahrzeuge. Damit zeigt sich:

  • Japan hat sich dank Toyota und dessen millionenfach verkauften Hybridautos bei der Elektrifizierung des Autoantriebs einen Vorsprung verschafft, den dem Land und dem Konzern so schnell niemand streitig machen wird.
  • Die USA rangieren weltweit auf Platz zwei, weil nirgendwo sonst so viele E-Elektroautos verkauft wurden.
  • Deutschland kann sich berechtigte Hoffnungen machen. Denn die technische Kompetenz und das Premiumimage seiner Autobauer sind beste Voraussetzungen, auf dem neuen Markt eine wichtige Rolle zu spielen.
  • Für Frankreich, allen voran den angeschlagenen Renault-Konzern mit seinem japanischen Partner Nissan, bietet das Elektroauto die große Chance, die Malaise im Autobau zu überwinden.
  • Von den anderen Autobaunationen hat derzeit wohl nur China das Potenzial, zu den vier führenden Ländern aufzuschließen. Vorerst wurde aus dem mit Staatsmilliarden geförderten Elektroautoangriff auf die westliche Autoindustrie aber nur eine peinliche Bruchlandung. Weder die chinesischen Autobauer noch der dortige Markt sind derzeit reif für E-Mobile.
Zoe

Absturz der Batteriepreise

Die deutschen Autokonzerne haben um ihren Weg in das Elektrozeitalter lange gerungen, die Weichen aber nun gestellt. Die Strategen von VW, BMW und Daimler sind sich darin einig, dass der bedeutendste elektrifizierte Antrieb für die kommenden Jahre der Plug-in-Hybrid ist: eine Kombination aus herkömmlichem Verbrennungsmotor und einem Elektroantrieb, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. So muss kein Kunde fürchten, mit leerer Batterie liegen zu bleiben, und kann trotzdem großteils elektrisch fahren.

Gut zwei Dutzend neue Plug-in-Modelle sind bei VW, Porsche, Audi, Daimler und BMW in Planung oder stehen vor der Markteinführung, vom BMW i3 über den Audi A3 e-tron bis zum VW e-up! Reine E-Mobile sind aufgrund ihrer begrenzten Reichweite aus Sicht der deutschen Hersteller nur etwas für den Stadtverkehr. Erst auf lange Sicht – wenn Batterien billiger und stärker sind – wollen sie den Verbrennungsmotor ganz verschwinden lassen.

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