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Entwicklungszentrum Opel will noch 900 Ingenieure loswerden

Quelle: dpa

Der Wechsel von überzähligen Opel-Ingenieuren zum Ingenieurdienstleister Segula stockt weiter. Nun läuft eine letzte Frist für freiwillige Wechsel oder Abschiede. Danach dürfte es zu Zwangswechseln kommen.

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Noch immer muss Opel rund 900 Mitarbeiter des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums ITEZ loswerden. Aktuell versuchen die Rüsselsheimer, einen Teil der Ingenieure dazu zu bewegen, den Autobauer freiwillig zu verlassen – über Programme wie Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen. Insgesamt muss Opel 2000 Mitarbeiter von der Gehaltsliste streichen, weil die alte Opel-Mutter General Motors nach der Übernahme durch den französischen Autobauer PSA derzeit Aufträge auslaufen lässt und somit ein großer Teil der Arbeit der Opel-Ingenieure wegfällt. Der Ingenieurdienstleister Segula wollte daher ursprünglich diese 2000 Mitarbeiter aus dem ITEZ übernehmen, stieß dabei aber auf heftigen Widerstand der Opelaner. Deswegen legte der Betriebsrat zusammen mit der Opel-Geschäftsführung die neuen Programme auf.

In der erste Stufe konnten alle Mitarbeiter des ITEZ wählen, ob sie Opel über eines der Programme verlassen wollen. Doch nur 1000 nutzten die Angebote. Aktuell läuft deswegen noch bis zum 21. Mai um 18 Uhr die zweite Stufe des Programms. Dabei wurden konkrete Mitarbeiter ausgewählt und angeschrieben. Bei ihnen ist es wahrscheinlich, dass Opel sie in Stufe 3 zu einem Wechsel zu Segula zwingen würde. Sie bekämen dann dem Vernehmen nach die gleichen Konditionen wie bei Opel.

Dieser zwangsweise Wechsel wird für bis zu 900 Ingenieure nun wahrscheinlicher, denn weiterhin nehmen nur wenige Mitarbeiter die freiwilligen Angebote an: In Stufe 2 wollten bis zum 15. Mai lediglich 89 Mitarbeiter Aufhebungsverträge schließen – und nur zwölf freiwillig zu Segula wechseln. Damit fehlen noch 900 Mitarbeiter, die Opel verlassen. Das geht aus dem Protokoll der Einigungsstelle zwischen Gesamtbetriebsrat und Geschäftsführung vom 15. Mai hervor, das der WirtschaftsWoche vorliegt.

Deswegen tritt bald die dritte Stufe des Programms in Kraft. In dieser letzten Stufe 3 könne der Arbeitgeber dann noch „ca. 900 Beschäftigte (…) im Rahmen eines Betriebsübergangs zu Segula überführen“, heißt es im Protokoll. Die Krux: Wer dem Wechsel dann widerspricht, verliert unter anderem seinen Anspruch auf Abfindung. Im Protokoll heißt es, dass Beschäftigte, die dann „einem Betriebsübergang zu Segula widersprechen, (…) im Fall einer betriebsbedingten Kündigung ihren Abfindungsanspruch nach dem Sozialplan verlieren“.

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