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Experte Deutschland hinkt bei E-Auto-Verkauf hinterher

Deutschland hinkt nach Erkenntnissen des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer beim Verkauf von Elektroautos im internationalen Vergleich deutlich hinterher. In Deutschland fehle der politische Rahmen.

Weltpremiere des i3
Er ist Risiko und Hoffnungsträger zugleich: Mit einer großen Show wurde das Elektro-Auto i3 von BMW in London vorgestellt. Quelle: dpa
Und nicht nur in Europa, auch in Peking präsentierte der deutsche Autohersteller sein neues Fahrzeug mit viel Glamour. Quelle: REUTERS
In Berlin besichtigte Kanzlerin Angela Merkel (hier mit Henning Kagermann) BMWs i3. Bei der Gelegenheit bekräftigte Merkel ihr Vorhaben, eine Million Elektroautos bis 2020 auf deutsche Straßen zu bringen. Die Nachfrage auf Konsumente-Seite hält sich bisher in Grenzen. Quelle: REUTERS
Er ist Risiko und Hoffnungsträger zugleich: Der i3 ist der erste Großserienwagen in der Kompaktklasse, der nicht von einem bereits bestehenden Fahrzeug abgeleitet ist. Er ist also speziell für den Einsatz als Elektromobil konstruiert. Quelle: BMW
Der i3 hat, wie alle Elektroautos, das maximale Drehmoment praktisch aus dem Stand heraus zur Verfügung, das dann auch bis zur Höchstgeschwindigkeit von 150 Kilometer pro Stunde konstant bleibt. Jeder Ampelstart ist so pures Vergnügen. Quelle: BMW
Für sein Elektroauto setzt BMW als einziger Hersteller der Welt auf Karossen aus Karbon. Bisher bauten Ingenieure ihre Autos in der Regel aus einem Mix aus Stahl und Aluminium. Doch für ein Elektroauto, glaubt BMW, sind diese Materialien nicht geeignet, weil sie zu schwer sind. Denn je schwerer die Karosse, desto stärker müssen die teuren Batterien sein, die den Elektromotor speisen. Quelle: BMW
Im Innenraum des i3 fehlen der störende Mitteltunnel oder die sogenannte B-Säule zwischen den vorderen und hinteren Türen. Das erleichtert den Einstieg in den Wagen enorm und schafft ein luftiges Raumgefühl. Quelle: BMW

Als Beispiel nennt Dudenhöffer in einer Untersuchung den Vergleich von Verkäufen wichtiger Modelle, die sowohl in den USA als auch hierzulande angeboten werden. Demnach wurden im ersten Halbjahr 2013 in den USA 35 mal mehr dieser E-Autos ausgeliefert wie in Deutschland. Der Pkw-Markt der USA ist demnach fünfmal so groß wie der deutsche. Und obwohl der Markt in keinen Land der Welt ein "Quotenseller" ist, so schlecht wie in Deutschland läuft es nirgendwo. Der Experte beklagt, dass in Deutschland der politische Rahmen trotz serienreifer und alltagstauglicher Technik fehle. „Steuert die Politik beim Elektroauto in Deutschland nicht um, wird Deutschland internationales Schlusslicht bei Elektromobilität bleiben“, so Dudenhöffer.

Dabei ließen sich mit Elektroautos einige Probleme lösen, wie etwa, die Tatsache, dass derzeit 33 deutsche Ballungsräume die von der EU vorgegebenen Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschreiten - das ist gesundheitsgefährdend. Die E-Autos hingegen wären emissionslos und leise.

BMW präsentiert an diesem Montag in New York, Peking und London den ersten Wagen seiner Elektromarke BMWi. Der i3 soll im November bei den Händlern stehen - und ist für BMW ein wichtiger Hoffnungsträger. Ferdinand Dudenhöffer findet den neuen Wagen "hoch interessant". Die Münchner wagen mit der kompletten Neuentwicklung den Schritt auf den noch immer kleinen Markt für E-Autos. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen. Für den gesamten Markt rechnet die deutsche Autoindustrie nicht mit einer schnellen Erholung der Nachfrage in Europa. „Der westeuropäische Pkw-Markt wird zurückkommen“, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, dem „Tagesspiegel“ (Montag). „Niemand kann aber heute sagen, wann genau das sein wird.“

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