Fall soll vor das Bundesarbeitsgericht Daimler-Manager löst Streit über Werkverträge aus

Interview-Äußerungen von Daimlers Personalchef Porth zu den umstrittenen Werkverträgen lösen Widerspruch aus. Im fernen Wolfsburg spricht der VW-Betriebsratschef von einer „Unverfrorenheit“.

Das sind die besten deutschen Autos
ADAC-Präsident Peter Meyer Quelle: AP
Ferdinand Piech Quelle: dpa
Kategorie: "Innovation und Umwelt" - Platz dreiAuf den dritten Platz in der Kategorie "Innovation und Umwelt" wählten die Leser von ADAC Motorwelt und Besucher von adac.de die Perfect Seat Collection der Paravan GmbH. Der Autoumrüster, der Serienmodelle behindertengerecht umbaut, hat ein neues Schwenk- und Drehsitzsysteme entwickelt, mit dem körperlich beeinträchtigte Menschen leichter in ihr Auto ein- und auch wieder aussteigen können. Der Clou: Das System kann von jeder Autowerkstatt in gängige Pkw-Modelle eingebaut werden. Quelle: Presse
Kategorie: "Innovation und Umwelt", Platz zweiDen zweiten Platz bekam Daimler für seinen Bremsassistenten BAS PLUS mit Kreuzungsassistent. Die Innovation: BAS Plus überwacht mithilfe zweier Radarsysteme das Fahrzeugumfeld (bis zu drei Spuren) sowie die vorausfahrenden Fahrzeuge. Der Assistent verstärkt die Bremskraft, wenn das vorausfahrende Fahrzeug bremst. Liegen keine Messwerte vor weil kein Fahrzeug vorausfährt, funktioniert das System wie ein gewöhnlicher Bremsassistent. Quelle: dpa
Kategorie: "Innovation und Umwelt" - Platz einsDen Titel in der Kategorie "Innovation und Umwelt" gewann Volkswagen für den Dreizylinder-Erdgasmotor im Modell eco up! Der erdgasbetriebene eco up! war mit 79 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer bereits 2012 Spitzenreiter auf der Umweltliste des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Quelle: Presse
The Toyota Yaris Hybrid Quelle: dapd
A logo of Toyota Motor Corp on its Prius vehicle Quelle: REUTERS
Kategorie: "Auto der Zukunft" - Platz einsDen Gelben Engel 2013 für das Auto der Zukunft bekam allerdings der BMW 520d Efficient Dynamics Edition Blue Performance, der die beiden Toyota-Modelle auf die Plätze zwei und drei verweisen konnte. Der Diesel stößt 123 Gramm CO2 pro Kilometer aus und hat einen Verbrauch von weniger als fünf Litern je 100 Kilometer (4,99 l/100 km) im ADAC EcoTest. Auch wegen des hohen Standards in der Antriebs- und Umwelttechnologie erhält der 520d als erstes Dieselfahrzeug überhaupt fünf Sterne im unlängst noch einmal verschärften Testverfahren. Quelle: Presse
Ein Mitarbeiter von Mercedes-Benz kontrolliert ein Modell der C-Klasse am Ende der Fertigung im Werk in Sindelfingen Quelle: AP
Audi A6 Quelle: REUTERS
Rupert Stadler präsentiert den neuen Audi A3 Quelle: dpa
Ein Arbeiter montiert im BMW-Werk in Muenchen das BMW-Logo auf die Motorhaube eines neuen 3er BMW Quelle: dapd
In einem der Auslieferungstürme wird ein Golf GTI in der Autostadt in Wolfsburg eingelagert Quelle: dpa/dpaweb
Mercedes-Benz A-Klasse Quelle: dpa

Mit scharfen Äußerungen in der Diskussion um den Missbrauch von Werkverträgen stößt Daimlers Personalchef Wilfried Porth auf heftigen Widerspruch. Der Manager lehnt Gesetzesänderungen ab. „Wir brauchen über die bereits bestehenden Regelungen hinaus keine weiteren Gesetze“, sagte Porth der „Stuttgarter Zeitung“ (Dienstag). Mehr Mitbestimmung der Betriebsräte hält er ebenfalls für überflüssig. Arbeitnehmervertreter wehren sich: „Es ist eine Unverfrorenheit, den Betriebsräten Mitbestimmung bei Werkverträgen absprechen zu wollen“, sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh der Nachrichtenagentur dpa.
Porth hatte erklärt, wenn bei Werkverträgen höhere Tariflöhne festgelegt würden, stiegen die Kosten - was in anderen Bereichen die Wettbewerbsfähigkeit gefährden könne. Zu Forderungen der Arbeitnehmer nach mehr Mitspracherechten sagte er: „Das greift massiv in die unternehmerische Freiheit ein - auch bei den Werkvertragnehmern.“
Osterloh dagegen betonte, der Einfluss der Arbeitnehmervertreter sei das wahrscheinlich effektivste Korrektiv: „Wir verhandeln gerade mit Volkswagen eine eigene Regelung zur Einbindung des Betriebsrats in die Vergabe von Werkverträgen. Viele Werkverträge sind völlig in Ordnung.“ Sie könnten aber auch im Wettbewerb zu Stammbelegschaften stehen. „Wir wollen, dass Kernaufgaben auch und vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung im Unternehmen bleiben - insbesondere, um einen Know-how-Abfluss zu verhindern“, sagte Osterloh.

Der heutige Zustand sei aber unhaltbar. Durch eine Erweiterung des Betriebsverfassungsgesetzes sollten Betriebsräte vielmehr für alle Beschäftigten zuständig sein, die mehr als vier Wochen auf dem Betriebsgelände arbeiten oder arbeiten sollen. Osterloh: „Das mag dem Daimler-Personalvorstand nicht gefallen, aber bei Volkswagen hat das Management mit der Mitbestimmung kein Problem.“
Daimler war wegen seines Umgangs mit Werkverträgen in die Kritik geraten. Zuletzt hatte unter anderem das Landesarbeitsgericht in Stuttgart geurteilt, der Dax-Konzern habe Mitarbeiter zum Schein in Werkverträgen beschäftigt. Der Fall kommt nun vor das Bundesarbeitsgericht.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%