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Firmenautos Was der Dienstwagen über Sie aussagt

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Volvo-Fahrer lieben ihr Auto am meisten

Das belegen auch die Zahlen von RUB-Psychologe Hossiep. Der sogenannte Involvement-Index gibt an, wie stark sich Fahrer emotional zu ihrem Auto verbunden fühlen. „Premium-Autos sind emotional aufgeladener als Volumen-Modelle“, sagt Hossiep. In dem seit 2007 erhobenen Index hat in diesem Jahr erstmals Volvo den Seriensieger Audi an der Spitze abgelöst. Auf Rang drei folgt BMW vor Land Rover. Opel kommt als erster Volumenhersteller auf Rang acht, direkt vor Volkswagen.

Die Lieblingsautos der Generation „Ü50“
Platz 10: Mit einem Marktanteil von 2,3 Prozent schafft es der Skoda Octavia in die Top 10 der beliebtesten Autos der Generation 50+. Die Kompakt-Limousine fand im Mittel für 24.419 Euro einen Käufer – 17,55 Prozent unter dem Listenpreis. Die Auswertung exklusiv für WirtschaftsWoche Online berücksichtigt alle Vermittlungen von Neuwagen des Portals meinauto.de an Kunden mit Geburtsjahr 1963 und älter. Quelle: Presse
Platz 9: Der kleine Rüsselsheimer reiht sich, als das günstigste Modell der Umfrage, auf Platz 9 ein. Sein Marktanteil liegt bei 2,30 Prozent. Auf den Listenpreis von 16.523 Euro gab es im Schnitt satte 27,47 Prozent Nachlass, so dass die Kunden noch 12.003 Euro gezahlt haben. Quelle: Presse
Platz 8: Unter den beliebtesten zehn Modellen der Generation 50+ befinden sich auch zwei SUVs. Der erste auf Platz 9 ist der Ford Kuga mit einem Marktanteil von 2,35 Prozent. Statt einem Listenpreis von 32.760 Euro zahlten die Kunden im Schnitt 25.057 Euro, also 23,58 Prozent weniger. Quelle: Presse
Platz 7: Der beliebteste Van ist der Ford C-Max. Für das Familienauto entschieden sich 2,62 Prozent aller Ü50-Kunden auf meinauto.de. Mit einem Kaufpreis von 19.317 Euro bietet der Van den höchsten Preisnachlass der Umfrage von 7.687 Euro. Quelle: Presse
Platz 6: Der Ford Focus erreicht 3,29 Prozent Marktanteil unter der Ü50-Kundschaft. 17.235 Euro zahlen die Kunden im Schnitt. Und damit 7012 Euro weniger als den Listenpreis von 24.247 Euro. Das entspricht einem Rabatt von saftigen 29,15 Prozent. Quelle: Presse
Platz 5: Der Mini-Van Seat Leon schafft es mit einem Marktanteil von 3,56 Prozent in die Top Ten. Im Vorjahr war er noch nicht dabei. Auf den Leon gab es durchschnittlich einen Preisnachlass von 23,65 Prozent. Kunden zahlten damit statt 26.088 Euro im Schnitt nur noch 19.916 Euro. Ersparnis: 6172 Euro. Quelle: Presse
Platz 4: Der kleine Polo erreicht einen Marktanteil von 3,81 Prozent. Fast 1,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Deshalb rutscht der Polo auch einen Rang nach unten. Für den Kleinwagen gab es im Schnitt einen Rabat von 20,1 Prozent, so dass Kunden im Internet noch rund 15.301 Euro, statt 19.129 Listenpreis bezahlten. Quelle: Presse

Für den Involvement-Index werten Hossiep und seine Mitarbeiter Jahr für Jahr rund zwei Millionen Foreneinträge bei dem Auto-Portal „Motor-Talk“ aus. Sie beobachten, wie intensiv sich Fahrer über eine Marke austauschen. Für die Rangliste werden die Ergebnisse mit dem Fahrzeugbestand abgeglichen, um das Bild nicht zu verzerren. 

Je weiter oben eine Marke steht, desto eher ist sie in den Herzen der Fahrer verankert. Doch der Index bildet jeweils nur eine Momentaufnahme ab. Als es etwa in den Jahren 2007 bis 2009 mit der Kultmarke Saab bergab ging, tauschten sich die Anhänger der Schweden intensiv in den Foren aus – entsprechend führte Saab den Involvement-Index an. Inzwischen ist Saab von den Spitzenplätzen verschwunden, selbst die eingeschworensten Anhänger scheinen sich mit dem Tod der Marke abgefunden zu haben.

Wandel im Mobilitätsanspruch

Doch während sich Fuhrparkmanager mehr Gedanken über das Image und die Außenwirkung ihrer Dienstwagen machen, beobachten Hossiep und Fruth einen weiteren Trend quer durch alle Abteilungen eines Unternehmens: Das Thema Prestige wandelt sich. Was früher ein Statussymbol war, kann heute ganz anders wahrgenommen werden.

„Bei vielen Managern hat das Modell des Dienstwagens etwas Wert verloren“, sagt Hossiep. „Früher hätte man keinen überzeugten BMW-Fahrer in einen Audi setzen können. Heute sind die Autos austauschbarer, da kann eine etwas günstigere Leasingrate schnell den Markenwechsel bedeuten.“ Stattdessen hätten sich Klassiker zu einem Statussymbol entwickelt. „Wer es sich leisten kann, stellt sich einen Oldtimer in die Garage.“

Auto



Fuhrparkexperte Fruth führt die neuen Ansprüche auf den Generationswechsel zurück: „Marke und Motor sind für das Prestige nicht mehr so wichtig, heute steht die Mobilität im Vordergrund. Regionen wie etwa das Ruhrgebiet und das Umland von Stuttgart haben ganz andere Anforderungen an Dienstwagen. Während  auf Grund der mangelnden Infrastruktur für öffentlichen Verkehrsmittel eine große Dienstlimousine in ländlichen Regionen die Attraktivität eines Arbeitgebers stark erhöht, kann das für einen Angestellten in Bochum weniger interessant sein.“

Ein Wandlungsprozess, der nicht nur Fuhrparkmanager in den kommenden Jahren beschäftigen wird.

 

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