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Ford Mindfulness Car Hier wird der Stau zur Wohlfühlzone

Atemübungen auf der Autobahn, Gymnastik im Fahrersitz und Powernapping statt Pinkelpause? Wenn es nach Ford-Entwickler Carsten Starke geht, wird das Auto bald zu einer Oase der Erholung.

Ford Kuga Mindfulness Concept Car Quelle: Ford
Wo die Entwickler dem Fahrer sonst beim Lenken, Bremsen oder Beschleunigen helfen, haben sie deshalb diesmal ein paar Assistenzsysteme für Kopf, Körper und Seele entwickelt, die den Ford Kuga subtil, aber wirkungsvoll zu einer mentalen Wellness-Oase machen. So verwöhnt er die Insassen mit vielen kleinen Details, die das Stresslevel senken und mehr den Kopf als den Körper entspannen, sagt Starke und tastet sich auf dem Touchscreen durch das Menü, bis zum Beispiel Meditationsweisungen erklingen und der Fahrer zum bewussten Atmen aufgefordert wird. Selbst ein paar Yoga-Einheiten sind im System hinterlegt. „Denn Yoga hat ja nicht nur eine gymnastische Komponente, sondern funktioniert sehr wohl auch im Sitzen,“ sagt Starke. Quelle: Ford
Natürlich sind alle Funktionen so ausgelegt, dass die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigt wird. Im Gegenteil: Mit der Achtsamkeit wächst auch die Aufmerksamkeit und der Fahrer ist nicht nur entspannter, sondern auch sicherer unterwegs. Und wenn es doch mal eine brenzlige Situation gibt, hilft die Elektronik auch dabei, verspricht Starke. „So, wie wir nach einem Schrecken erst einmal durchschnaufen müssen, fächelt die Klimaanlage dem Fahrer etwa nach einer Vollbremsung kühle Luft zu.“ Doch die Mindfulness endet nicht mit der Fahrt, sondern plant auch Pausen mit ein. Denn damit die Fahrer länger frisch bleiben, hat Starke sogar ein Profil für den Powernap programmiert: Für eine vorgewählte Zeit surrt deshalb der nachhaltig mit warmen Stoffen statt kühlem Leder bezogene Sitz in die Horizontale, der Nacken liegt auf einem bequemen Kissen, am Dachhimmel flammt per LED ein Sternenhimmel auf und aus den Boxen pulst ein Rhythmus, der den Fahrer müde und immer müde macht, bis ihm irgendwann fast unweigerlich die Augen zu fallen. Und kurz bevor die Pause vorbei ist, holt einen das Auto mit einer kühlen Briese aus der Klimaanlage und aufgewecktem Sound zurück ins Heute und man fühlt sich tatsächlich wie neu geboren. Starke hat das zuletzt auf dem Weg zur IAA nach München selbst ausprobiert. Obwohl die Zeit vor der Premiere der Studie alles andere als entspannend war, ist er ausgeruhter in München abgekommen, als er in Köln losgefahren ist, berichtet der Entwickler stolz. Quelle: Ford
Und ja, es mag viele Autofahrer eine gewisse Überwindung kosten, ausgerechnet im Stau ein paar Atemübungen zu machen oder Verkehrszeichen zu zählen, nur um die Gedanken ins Hier und Heute zu lenken, und die Massagefunktion im Sitz ist nun wirklich nichts neues mehr, selbst wenn sie sich im Kuga am Herzschlag des Fahrers orientiert, den das Auto über die Smartwatch abgreift – doch wer sich mal für ein paar Kilometer darauf einlässt, der merkt schnell, wie sich die Mundwinkel plötzlich nach oben verziehen. Zur mentalen Entgiftung gibt es im Prototypen als Antwort auf Corona & Co auch eine physische Reinigung – schon vor dem Einsteigen wird der Wagen auf eine Wohlfühltemperatur gebracht, durchgelüftet und ionisiert, und sobald das Handy oder der Schlüssel in der Schale auf dem Mitteltunnel liegt, werden sie mit UV-Licht von allen Keimen und Viren befreit. Quelle: Ford
Während es dafür genau wie für die Lautsprecher und die Herzschlag-Vibratoren im Sitz ein paar Eingriffe in die Hardware des Autos braucht und auch der LED-Himmel keine Kleinigkeit ist, ließen sich viele Funktionen zur Steigerung der Achtsamkeit über eine App schon heute oder Morgen ins Auto bringen, sagt Starke und hofft auf mehr Mindfulness in kommenden Modellen. Allerdings bleibt er dabei erst mal vorsichtig im Konjunktiv. Denn der Entwickler weiß selbst am besten, dass es von der Idee bis zur Serienreife noch ein weiter Weg ist und es nicht leicht sein wird, daraus auch noch ein Geschäft zu machen. Die Gespräche mit den Controllern, den Produktmanagern und dem Marketing könnten deshalb ganz schön nervenzehrend werden, und wenn er tatsächlich grünes Licht bekommt, wird es umso hektischer. Doch von drohendem Stress lässt sich Starke nicht bange machen. Und wenn es ganz schlimm kommt, hat er ja noch immer seinen Prototypen – und kann einfach eine Runde um den Block fahren. Zum Beispiel beim nächsten Schichtwechsel. Dann sieht die Welt gleich wieder ganz anders aus. Quelle: Ford
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