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Fragwürdige Förderung In Norwegen wird das Elektroauto zum Problem

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Kostenlos Aufladen dank niedriger Strompreise

Ob solche Maßnahmen in Deutschland den Absatz von Elektroautos stark antreiben und dem Ziel der Bundesregierung – eine Million E-Autos bis zum Jahr 2020 – näher bringt, ist äußerst fraglich. Denn der Erfolg in Norwegen begründet sich nicht in freigegebenen Busspuren, sondern ist finanzieller Natur. 48 Prozent der norwegischen Elektroauto-Besitzer gaben in einer Umfrage des Elektroautoverbandes an, dass die Hauptmotivation beim Kauf des E-Autos das liebe Geld war.

Für 27 Prozent der Befragten war der Umweltschutz besonders wichtig. Nur 12 Prozent gaben hingegen an, mit dem Elektroauto Zeit sparen zu wollen.

Norwegische E-Auto-Fahrer sparen an mehreren Stellen. Weder die Mehrwertsteuer von 25 Prozent noch die Sondersteuer für Autokäufer, deren Höhe sich nach Motorisierung und Abgaswerten richtet, wird für sie fällig. Allein diese Erleichterungen kosten den Staat laut eigener Schätzung rund vier Milliarden Kronen, also rund 500 Millionen Euro.

Geschenkter Strom

Die Osloer City-Maut von 3,30 Euro gilt nur für Benziner und Diesel. Außerdem können E-Auto-Besitzer kostenlos Strom zapfen: Da in Norwegen wegen des Überangebots an Wind- und Wasserkraft die Kilowattsunde nur rund fünf Cent kostet, wäre eine individuelle Abrechnung teurer als dieses „Geschenk“.

Diese finanziellen Anreize wirken: Allein im vergangenen Jahr hat sich der Bestand an Elektroautos in Norwegen mehr als verdoppelt. Etwa die Hälfte davon ist in Oslo unterwegs. Das Wachstum geht dabei schneller, als es die Behörden erwartet hatten. Die Förderung ist bis zum Jahr 2017 angelegt, aber auch auf 50.000 Fahrzeuge begrenzt. Diese Marke könnte bereits im kommenden Jahr fallen.

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Dann müsste sich die Regierung Gedanken um ein neues Förderprogramm machen. „Wir könnten in der Zukunft Anpassungen vornehmen“, sagte die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg der Zeitung „VG“. „Ich kann ihnen aber versprechen, dass es weiterhin Steuervorteile für Fahrer von Elektroautos geben wird.“

Markt ist nicht wettbewerbsfähig

Die dürften auch notwendig sein, denn selbst im international beobachteten Vorreiter-Land Norwegen ist der Markt für Elektroautos ohne Hilfen nicht überlebensfähig. „Würden die Befreiung von Sonder- und Mehrwertsteuer enden, könnte der Markt kollabieren“, warnt die Generalsekretärin des norwegische Elektroautoverbands, Christina Bu. „Es ist zu früh, die staatlichen Förderungen zu streichen. Der Markt ist noch nicht wettbewerbsfähig.“

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