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Frankreichs Autoindustrie Das Prinzip Rotstift

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Facelift für Twingo

Der französische Präsident Sazkozy Quelle: REUTERS


Aber die Umsetzung dieser Pläne braucht Zeit, und die hohen Sozialleistungen sind nicht die einzige Ursache der Probleme der französischen Autoindustrie. Die Kernprobleme sind ganz andere: PSA und Renault verkaufen nach wie vor fast 60 Prozent ihrer Autos in Westeuropa.

Sie haben überwiegend margenschwache Kleinwagen im Sortiment und liefern sich in dem Segment einen beinharten Wettbewerb sowohl mit VW, Opel, Ford und Fiat als auch mit Hyundai, Kia und Toyota. Die Folgen sind desaströs. Um Autos abzusetzen, werden Neuwagen mit Preisnachlässen von bis zu 35 Prozent in den Markt gedrückt.

Zudem rächt sich nun, dass in den vergangenen Jahren zu wenig in die Pflege der Modellpalette investiert wurde. Die Kleinwagen Citroën C1 und Peugeot 107 etwa sind schon seit sieben Jahren auf dem Markt. Erst vom April an kann Peugeot mit dem neuen Kleinwagen 208 dem Up und Polo von VW Paroli bieten. Renault hat dem Einstiegsmodell Twingo gerade ein Facelift gegönnt. Aber der neue Clio rollt erst im November zu den Händlern.

Produktionskapazitäten zurückgefahren
Dass das neue Peugeot-Volumenmodell 208 nicht nur in der Slowakei, sondern auch im elsässischen Mülhausen sowie in Poissy bei Paris gefertigt wird, ist seit Langem eine der besten Nachrichten für den Autostandort Frankreich. Denn insgesamt ist die Automobilproduktion im Land nach Angaben des Automobilexperten Yann Lacroix vom Kreditversicherer Euler Hermes zwischen 2007 und 2011 um mehr als 40 Prozent auf 1,7 Millionen Einheiten zurückgegangen und damit auf den Stand von 1965 gefallen. Gleichzeitig ging die Beschäftigtenzahl um 55 000 auf 215 000 zurück: Renault hat die Fertigung von Twingo und Mégane sowie die Hälfte der Clio-Produktion ins Ausland verlegt.

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    Die beiden Autohersteller haben ihre Produktionskapazitäten in Frankreich durch Streichung von Schichten zwar kontinuierlich zurückgefahren, laut Euler Hermes seit 2007 um 500 000 Einheiten. Doch vor allem aus politischen Gründen scheuten sie bislang Werksschließungen. So gibt es Spekulationen, dass PSA die Produktion in Aulnay-sous-Bois bei Paris und eventuell eine weitere Fabrik schließen könnte: Die Fertigung in Aulnay ging seit 2004 von damals 400 000 Fahrzeugen auf 136 000 zurück, die Beschäftigtenzahl halbierte sich dabei. Gebaut wird hier nur der Citroën C3.

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