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Frankreichs Autoindustrie Das Prinzip Rotstift

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Opel-Werke in Gefahr

Renault-Chef Carlos Ghosn Quelle: dapd

Bei den großen Überkapazitäten, die die Amerikaner und die Franzosen in Europa haben, steigt damit die Gefahr von Werksschließungen auch für Opel.
„Das nennt man eine Flucht nach vorn“, kommentierte ein Renault-Manager die Aktivitäten beim Erzrivalen. Die nach Stückzahlen größte französische Automarke, an der der französische Staat mit 15,01 Prozent beteiligt ist, steht auf den ersten Blick zwar fest auf den Beinen. Im vergangenen Jahr konnte Renault seinen Umsatz immer- » » hin um über neun Prozent auf 42,6 Milliarden Euro steigern.

Der Weltweite Pkw-Absatz nach Marken und Steigerung 2005 bis 2015

Doch der Nettogewinn sank trotz heftiger Sparanstrengungen auch hier um 39 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Davon stammt mehr als die Hälfte, 1,3 Milliarden Euro, vom japanischen Partner Nissan, an dem Renault 43,4 Prozent hält. Zu Spott über seine Landsleute jedenfalls hat Renault-Chef Carlos Ghosn keinen Anlass.

Absatzprobleme in Krisenländern

Beide französischen Autokonzerne stecken in einer tiefen Krise. Sie kranken an der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der Werke am Standort Frankreich, kämpfen mit Überkapazitäten und leiden aufgrund der starken Abhängigkeit vom europäischen Markt besonders heftig unter Absatzproblemen in den Krisenländern Griechenland, Spanien, Portugal und Italien. Auch der Heimatmarkt Frankreich liegt seit Monaten danieder: Im Januar sanken die Neuzulassungen um 20,7 Prozent.

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    Renault-Chef Ghosn hält die Krise der Autoindustrie sogar für die zentrale Frage des Präsidentschaftswahlkampfes. Wie PSA-Chef Varin beklagt er eine hohe Abgabenlast. Auf 100 Euro, die einem Beschäftigten netto blieben, müsse sein Unternehmen 83 Euro an Sozialabgaben und sonstige Zutaten drauflegen, rechnete der kürzlich vor.

    In Deutschland lägen diese Abgaben bei 47 Euro. Präsident Nicolas Sarkozy scheint die Botschaft gehört zu haben und plant Veränderungen. So soll das Sozialsystem auf eine breitere Basis gestellt werden, indem die Umsatzsteuer erhöht und zur Finanzierung mit herangezogen werden soll, was die Arbeitgeber entlasten würde.

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