WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Frankreichs Autoindustrie Das Prinzip Rotstift

Seite 4/5

Renault ohne Oberklasse

PSA-Chef Varin Quelle: dapd

Solche Kleinwagen bringen keine großen Gewinne. Und aus der margenstarken Mittel- und Oberklasse haben sich beide Konzerne mehr oder weniger verabschiedet. Die Produktion des Peugeot 607 wurde bereits 2010 eingestellt, das Schwestermodell Citroën C6 dient nur Präsident Sarkozy und wenigen Enthusiasten als Dienstfahrzeug: In Deutschland wurden in sieben Jahren nur 3600 Exemplare abgesetzt.

Gesamtabsatz nach Konzern 2005 bis 2015

Auch Renault hat sich aus der Oberklasse verabschiedet. Der Vel Satis floppte ebenso wie die dreitürige Großraum-Limousine Avantime, deren Produktion 2003 nach nur zwei Jahren beendet wurde. An ihre Stelle trat das Modell Latitude, eine biedere Stufenheck-Limousine, die bei der Renault-Tochter Samsung in Korea produziert wird. Und auch der einstige Vorzeige-Van Renault Espace führt nur noch ein Schattendasein. Zehn Jahre nach der Markteinführung der vierten Generation ist das Familienauto veraltet.

„Wir müssen die Marke neu positionieren“, findet Renaults Chefgestalter Laurens van den Acker, der unter dem Motto „Drive the Change“ der Marke ein neues Gesicht zu geben versucht. Auch die rumänische Tochter Dacia soll einen prägnanteren Auftritt erhalten.

Setzen auf Globalisierung

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Renault hat früher als PSA erkannt, wie wichtig das Portfolio an Beteiligungen und Partnern für Autokonzerne ist. Dafür sorgte nicht zuletzt der Einstieg der Franzosen bei Nissan 1999. Zur Allianz zählen heute neben Dacia und Nissan auch Samsung (80,1 Prozent) und eine Beteiligung von 25 Prozent am russischen Autoproduzenten Avtovaz (Lada).

    Mit einem Gesamtabsatz von mehr als acht Millionen Fahrzeugen kämpft Renault-Nissan inzwischen mit Volkswagen, Toyota und General Motors um die Position des größten Autoherstellers weltweit.

    Zwar setzt inzwischen auch PSA auf Globalisierung. In China baut der Konzern ein weiteres Werk und investiert gleichzeitig in Indien 650 Millionen Euro für eine neue Fertigung. Auch in Brasilien sollen die Kapazitäten erweitert werden. Und in Russland werden seit Kurzem zusammen mit Partner Mitsubishi Pkws und leichte Geländewagen gefertigt. Doch das sind alles noch bescheidene Anfänge: Mit einem Marktanteil von kaum mehr als drei Prozent ist PSA in China eher eine kleine Nummer. Und in den USA ist der Konzern bis heute überhaupt nicht vertreten. Das war auch der Grund, warum Varin den Kontakt zu GM suchte. Denn den Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes könnten die Franzosen allein nie stemmen.

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%