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Früher als geplant Audi will bis 2014 1,5 Millionen Autos verkaufen

Exklusiv

Schon 2014 will Audi die Marke von 1,5 Millionen verkauften Fahrzeugen erreichen.

Wo BMW Konkurrent Audi überholt
Leichtbau mit KarbonSeit 2013 produziert BMW Karosserien aus Karbon in Serie. Die Elektrofahrzeuge i3 und i8 werden zum Großteil aus dem neuen, leichten Kohlefaser-Material gefertigt. Auch Audi setzt auf Leichtbau, doch die Tage der großen Innovationen liegen weit zurück. Der Audi A8 war 1994 die erste Serienlimousine mit einer Aluminiumkarosserie. Karbon kommt beim R 8 und RS 3 zum Einsatz - im großen Stil setzt man in Ingolstadt aber nicht auf die faserverstärkten Kunststoffe. Und während BMW-Großaktionärin Susanne Klatten über ihre Anteile an SGL Carbon den Zugang zum Werkstoff der Zukunft für den Autohersteller gesichert hat, bleibt es bei Audi seit 2011 bei einer Entwicklungspartnerschaft mit Voith. Foto: Steffen Jahn/BMW Quelle: dpa
ElektroantriebErst kommt der i3, dann der i8 - BMW setzt voll auf den Elektroantrieb. Ob die Kunden diesen Mut belohnen, wird sich noch zeigen. Klar ist, BMW positioniert sich als innovativer Autobauer mit Visionen. Audi holt sich dagegen den Titel als größter Zauderer. Beim Elektrosportwagen R 8 e-tron und auch beim A 2 e-tron zogen die Ingolstädter den Stecker und setzen nun auf ein Sammelsurium an Antriebsarten - Plug-In-Hybride, Erdgas-Varianten, sparsame Diesel und Benziner. Ökonomisch wird Audi damit Ende wahrscheinlich sogar besser fahren - ihrem Image als technischer Vorreiter wird die VW-Tochter aber nicht mehr gerecht. Quelle: dpa
Lifestyle-KleinwagensegmentMit der britische Tochter Mini startete BMW seit 2001 im Premium-Kleinwagensegment so richtig durch und das mit Preisen, die deutlich über den Kosten für andere Stadtflitzer liegen. Mehr als 20.000 Euro sind Kunden bereit für einen Mini zu bezahlen. Mehr als 300.000 Stück setzte BMW 2012 ab. Dafür sorgen auch zig Abwandlungen und Ausstattungsvarianten bei Innenraum, Farbe und Lack. Den A1 nahm Audi erst 2010 ins Programm auf. Seit 2011 gibt es ihn als Sportback mit vier Türen. Weitere Varianten, die der BMW Mini längst bietet - wie etwa Kombi oder SUV bzw. Crossover - stehen noch aus. Auch wenn der A 1 eindeutig praxistauglicher ist und in der Verarbeitung mehr überzeugt als der Mini - in diesem Segment hat BMW die Nase vorn. Quelle: REUTERS
DesignIn jüngster Vergangenheit häufen sich die Kritikpunkte an der Optik der Audi-Modelle. A4 und A6 sind zu ähnlich, auch die SUV Q3 und Q5 unterscheiden sich kaum. Der nun geschasste Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer hatte gegenüber der WirtschaftsWoche angekündigt, das Problem in Angriff zu nehmen - jetzt wird sich sein Nachfolger Ulrich Hackenberg um mehr Abwechslung bemühen. Insgesamt wirkt die Palette eher langweilig und brav als sportlich-elegant. Eine Ausnahme bildet der R 8 e-tron - den Elektrosportwagen hat Audi aber nicht in Serie gebracht. BMW beweist deutlich mehr Mut - auch wenn der Bruch mit Konventionen nicht immer gelingt. Gelungen ist den Münchenern aber der neue 3er. Obwohl mit dem 5er technisch verwandt, bleibt er optisch eigenständig. Quelle: BMW AG
Zweirad-SparteMotorräder von BMW sind beliebt – vor allem, weil sie vergleichsweise langweilig sind. Insbesondere die Tourenmaschinen a lá R 1200 GS sind bei Familienvätern mittleren Alters beliebt, weil sie zuverlässig, bequem und ohne sportliche Ambitionen leicht beherrschbar sind. ABS und große Koffer am Heck sind diesen Fahrern wichtig, den ausgedehnten Wüstentrip machen aber nur die Wenigsten. Das BMW die Modellpalette im Laufe der Jahre auch um Sportmaschinen und Chopper erweitert hat, hat dem Gummikuh-Image der bayrischen Zweiräder keinen Abbruch getan. Eine gänzlich andere Klientel bedient Audi mit der italienischen Marke Ducati:  Motorradleidenschaft pur. Wer eine feuerrote Ducati mit dem sprechenden Typennamen „Monster“ (siehe Foto) bewegt, will nicht bummeln und keine Kontinente durchqueren. Der will sich lieber in die Kurve legen, bis die Fußraste am Asphalt kratzt, den Motor fauchen lassen, bis die Reifen qualmen. Ducati-Fahrer haben ihren Spaß in engen Kehren und nicht auf Reisen. Dass die Maschinen aufregendes Design mit technischer Brillanz verbinden, macht sie für ihre Besitzer zum Non-Plus-Ultra. Immerhin: Bei den Zweirädern hat Audi mit Ducati das bessere Pferd im Stall. Quelle: REUTERS

„Wir wollen diese Marke spätestens 2014 passieren, also früher als geplant“, sagte Audi-Chef Rupert Stadler im Interview. Das ursprünglich für 2015 angepeilte Ziel sei für Audi nun „in greifbare Nähe gerückt“. Stadler rechnet mit diesem Umsatzerfolg, obwohl immer mehr Länder Importzölle und Steuern auf Luxusautos verhängen. „Deshalb begrüße ich die geplante Freihandelszone zwischen Europa und den USA sehr. Das ist mehr als ein gutes Zeichen, auch für potenziell bis zu 500 Millionen europäischer Verbraucher und über 300 Millionen amerikanischer“, so Stadler.

Um das Absatzziel zu erreichen, investiert Audi ebenso wie die Konkurrenz in Elektroautos. Einen Preis für das Elektromodell A3 e-tron nannte Stadler nicht. „Aber Sie können davon ausgehen, dass dieser attraktiver sein wird als der BMW i3“, sagte er. Der Preis des i3 soll in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden. Insidern zufolge soll er bei rund 36.000 Euro liegen.

Weiterentwickelt wird auch das große Premiummodell Q7. „Der Q7 hat im Laufe seines aktuellen Lebenszyklus beim Verbrauch riesige Fortschritte gemacht. Der Nachfolger wird mehr als 300 Kilogramm leichter und auch als Plug-in-Hybrid zu haben sein. Für den Verbrauch und CO2-Effizienz ist das ein Quantensprung“, so der Audi-Chef im Gespräch.

Formel 1-Beteiligung nicht sinnvoll

Rupert Stadler kritisiert die Formel 1 als wenig werbewirksam für die beteiligten Autohersteller und will mit Audi offenbar nicht in die Formel 1 einsteigen. „Wir fragen uns gerade in diesen Tagen“, so Stadler im Interview, „ob es überhaupt sinnvoll ist, in der Formel 1 dabei zu sein. Zu 90 Prozent wird in dieser Rennserie nicht über die Hersteller geredet, sondern über die Fahrer. Man redet auch noch viel über die Reifen und gerne auch oft über die Verlierer. Nur hin und wieder kommen auch die beteiligten Autobauer ins Spiel, und das nicht immer mit positiven Attributen.“

Überzeugt zeigte sich Stadler dagegen vom 24-Stunden-Rennen in Le Mans, das Audi am vergangenen Wochenende mit einem Hybridauto gewonnen hat. Im Gegensatz zur Formel 1 „bringt für uns Le Mans eine ganze andere Spannung und in diesem Jahr sogar den insgesamt zwölften Sieg“, sagte Stadler. Zudem habe Audi „auch noch sehr ambitionierte Pläne im Kunden-Rennsport. Da können sie das sportliche Profil der Marke schärfen, da ist die Marke sehr direkt erlebbar.“

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