WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Geldbitte an Zulieferer Tesla-Rabattforderung an Zulieferer drückt Aktienkurs

Tesla-Aktie geht nach Rabattforderung an Zulieferer auf Talfahrt Quelle: AP

Nachdem bekannt wurde, dass Tesla bei seinen Zulieferern nachträgliche Rabatte eingefordert hat, geriet die Aktie des Elektroautobauers unter Druck. Tesla-Chef Elon Musk versuchte bei Twitter zu beschwichtigen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Ein Bericht über rückwirkende Rabattforderungen an Zulieferer hat die Aktie des US-Elektroautobauers Tesla am Montag auf Talfahrt geschickt. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf eine interne Notiz, der Hersteller habe seine Lieferanten gebeten, einen beträchtlichen Teil von seit 2016 gezahltem Geld zurückzuerstatten, um Tesla zu helfen, profitabel zu werden.

In dem Brief werde dies als entscheidend für die Fortführung des Geschäfts sowie als Unterstützung bei Teslas Bemühen, profitabel zu werden, und als Investition in die Zukunft des Unternehmens dargestellt. Tesla bestätigte der Zeitung, sich um niedrigere Preise bei Zulieferern zu bemühen, ohne jedoch konkret auf das Memo einzugehen.

Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, es gehe um weniger als zehn Zulieferer, mit denen 2016 langfristige Verträge abgeschlossen worden seien, die noch abgearbeitet würden. Die Preisanpassungen würden Teslas künftigen Kapitalfluss verbessern, aber keine Auswirkung haben, im dritten Quartal die Gewinnschwelle zu erreichen. An der Börse fiel die Tesla-Aktie in der Spitze um 6,6 Prozent und ging mit einem Verlust von 3,3 Prozent aus dem Handel.

Verhandlungen über Preisnachlässe zwischen Herstellern und Zulieferern sind in der Autoindustrie an der Tagesordnung. Auch Tesla zufolge handelt es sich um gängige Verhandlungspraxis, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Experten sahen das zum Teil anders. „Es ist einfach aberwitzig und zeigt, dass Tesla momentan verzweifelt ist“, zitierte das „Wall Street Journal“ einen langjährigen Branchenkenner. Tesla-Chef Elon Musk twitterte, es gehe nur um Kosten, die das dritte Quartal und darüber hinaus beträfen. „Es wäre nicht korrekt, Einsparungen aus der Vergangenheit für das laufende Quartal geltend zu machen.“

Tesla-Chef Musk hatte angekündigt, dass das Unternehmen im dritten und vierten Quartal schwarze Zahlen schreiben werde. Seit Gründung 2003 hat Tesla noch nie einen Jahresgewinn geschafft. Der holperige Produktionsstart des Hoffnungsträger Model 3 verschlang zuletzt enorm viel Geld.

Bis jetzt hat Tesla noch keinen Gewinn erzielt. Das neue Modell 3 soll die Wende bringen. Um die Produktion zu erhöhen, gibt das Unternehmen viel Geld aus. Zum 31. März hatte das Unternehmen Barmittel von rund 3,2 Milliarden Dollar, eine Milliarde Dollar weniger als noch zu Beginn des Quartals. Musk hat erklärt, das Unternehmen brauche keine Kapitalerhöhung in diesem Jahr. Aber mehrere Analysten erwarten, dass sich Tesla bald Kapital besorgen muss.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%