General Motors Dickes Minus bei Opel

Während der Mutterkonzern General Motors einen Gewinn von mehr als acht Milliarden Doller vermeldet, steckt die deutsche Tochter Opel trotz Sanierung tief in der Verlustzone.

Von welchen Marken sich GM getrennt hat
Welchen Marken einst zum Opel-Mutterkonzern gehörtenGeneral Motors startet den Neustart deutlich verschlankt. Der Insolvenz entkam der Autobauer nur dank einer milliardenschweren staatlichen Finanzspritze. Nun schreibt GM wieder Rekordzahlen. Dazu gehörte allerdings eine harte Schrumpfkur, der auch Traditionsmarken zum Opfer fielen ... Quelle: dpa
Die Gelände-Legende Hummer wurde bereits abgewickelt. Der Verkauf verlustreichen Tochter von General Motors (GM) nach China war im Winter 2010 geplatzt. Für Garantieleistungen und Service bei vorhandenen Wagen will GM weiter einstehen. Quelle: dpa
GM und die Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery Co hatten im Oktober 2009 die Übernahme vereinbart. Doch dann kam es nicht zu einem Abschluss. Nach Medienberichten verweigerte die chinesische Regierung ihre Zustimmung, weil die spritdurstigen Geländewagen das Ziel torpedieren würden, die Umweltverschmutzung zu senken. Quelle: dpa
Die Geländewagen-Marke mit dem markanten kantigen Design hatte GM viel Kummer bereitet. Hohe Spritpreise und die Wirtschaftskrise ließen die Verkäufe schrumpfen. Auf dem wichtigen Heimatmarkt wurde GM im Jahr 2009 gerade einmal gut 9.000 Hummer los - drei Jahre zuvor waren es noch mehr als 71.000 gewesen. Quelle: Reuters
Die schwedische Tochter Saab hat sogar eine doppelte Übernahmeschlacht hinter sich. 2009 hatte GM den Verkauf der schwedischen Tochter Saab an den niederländischen Sportwagen-Hersteller Spyker erfolgreich über die Bühne gebracht. Quelle: Reuters
Doch auch unter dem neuen Eigentümer litt die Marke unter hohen Verlusten. Nach Bekanntgabe eines Halbjahresverlusts von 224 Millionen Euro beantragte Saab am 7. September 2011 Gläubigerschutz. Im Oktober 2011 wurde bekanntgegeben, dass Saab von den beiden chinesischen Partnerfirmen Pang Da und Youngman übernommen werden soll. Im Dezember 2011 musste Saab Insolvenz anmelden, nachdem alle Verhandlungen mit potentiellen Käufern gescheitert waren. General Motors hatte den Verkauf an chinesische Investoren blockiert. Quelle: Reuters
Kein gutes Ende wie Hummer hatte auch das Schicksal von Saturn genommen. Saturn, die amerikanische Schwestermarke des deutschen Autoherstellers Opel, sollte eigentlich an den US-Autohändler Roger Penske veräußert werden. Noch wenige Monate zuvor hatte GM verkündet, dass mit dem Übergang auf den neuen Eigentümer Penske 13.000 Arbeitsplätze und 350 Händlerfirmen gerettet würden. Quelle: AFP
GM hatte den Anbieter von Klein- und Mittelklassewagen ins Leben gerufen, um die aufstrebende japanische Konkurrenz in Schach zu halten. Die Operation misslang allerdings gründlich. Saturn verkaufte in seinem besten Jahr 1994 gerade mal 286.000 Autos. Die Nachricht vom plötzlichen Tod erwischte dennoch alle Saturn-Mitarbeiter sowie Investoren auf dem falschen Fuß. Quelle: Reuters
Saturn wurde dicht gemacht, die Produktion eingestellt. Übrig bleiben nur noch Service und der Verkauf von Gebrauchtwagen. Quelle: Reuters
Neben Saturn zog General Motors auch bei Pontiac den Stecker. Berühmt wurde die GM-Marke mit ihren so genannten "Muscle Cars", schnittigen und PS-starken Mittelklasse-Coupés. Die Erfolgsstrategie der Angeberkarren: sportliches Design, starker V8-Motor und vergleichsweise kleiner Preis. Diese simple, aber effektive Strategie machte Pontiac in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren zum Kultauto, vor allem bei Jugendlichen. Quelle: Reuters
Zuletzt war von diesem guten Ruf aber nichts mehr übrig geblieben. Im April 2009 kündigte General Motors das Ende für die Tochtermarke Pontiac an. Bis zum Ende des Jahres hatte GM den Verkauf von Autos mit dem traditionsreichen Logo eingestellt. Quelle: ap
Fokussieren will sich GM nun auf die verbleibenden Marken Chevrolet. Cadillac, Buick und GMC. Quelle: Reuters
Für Cadillac hat GM gar einen Neustart seiner Nobelmarke in Europa gewagt. Dazu ist die neue Tochtergesellschaft Cadillac Europe aufgebaut werden. Das Unternehmen soll eine auf Europa abgestimmte Cadillac-Modellpalette importieren und vertreiben. Quelle: AFP
Wie die Zukunft für Opel aussieht bleibt ungewiss. Eigentlich hatte der Konzern stets betont, seine deutsche Tochter auf eigene Faust zu sanieren. Denn so konnten die Amerikaner die Kontrolle in Gänze behalten. Doch schlechte Zahlen lassen den Druck auf die Opel-Mitarbeiter weiter steigen. Quelle: dpa
Auch 2011 schrieb GM in Europa rote Zahlen: 575 Millionen Euro Verlust hat der Konzern dort mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall eingefahren. Dank starker Verkaufszahlen in Nordamerika konnte GM trotzdem einen Gewinn von 7,6 Milliarden Dollar (5,85 Milliarden Euro) verbuchen. Quelle: dpa

Weltweit gesehen läuft es besser für den global größten Autobauer: General Motors (GM)-Gewinn stieg um 1,3 Milliarden auf 8,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um elf Prozent auf 150 Milliarden Dollar. Der GM-Vorstandsvorsitzende Dan Akerson kündigte „neue Pkw, Crossover-Fahrzeuge und Trucks“ an, um „auf diesen Resultaten“ aufzubauen.
Konkurrenz aus dem eigenen Haus

Dagegen ziehen sich über Opel immer dunkle Wolken zusammen: Der Mutteronzern meldete für 2011 im Europageschäft einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 747 Millionen US-Dollar (575 Millionen Euro). Davon fielen allein 560 Millionen Dollar der Jahresverluste in das letzte Quartal 2011. Opel leidet unter dem schwachen Automarkt in Europa und hat kaum Geschäft in den Boom-Märkten in Übersee, um diese Schwäche auszugleichen. Von Oktober bis Dezember fiel der Absatz von Opel und Vauxhall um 22.000 Stück gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil ging von 9,0 auf 8,6 Prozent zurück. Im Gesamtjahr kam Opel auf 1,2 Millionen Autos, 35.000 mehr als 2010.

Mokka kommt nach Saragossa
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Im neuen Jahr hören die Probleme nicht auf: Im Januar sank der Opel-Absatz in der EU um 21 Prozent, wie der Verband ACEA am selben Tag mitteilte. Gleichzeitig dreht die auf kleine und günstige Autos ausgerichtete GM-Tochter Chevrolet in Europa immer mehr auf. Der aus der koreanischen Marke Daewoo entstandene Anbieter wuchs im Januar um 27 Prozent und ist schon fast so groß wie der spanische Konkurrent Seat.

Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen über weitere Einschnitte von GM bei Opel. Opel war 2009 durch Missmanagement und Qualitätsprobleme tief in die Krise geraten. Bei einem von GM aufgelegten Sanierungsprogramm wurden seit 2010 europaweit 8000 Stellen abgebaut. Das Werk im belgischen Antwerpen wurde geschlossen. In Deutschland war von der Sanierung auch das Werk Bochum betroffen, wo mehr als 1.000 Stellen gestrichen wurden.

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