General Motors/Opel "Die sollen uns endlich in Ruhe arbeiten lassen"

Nach weiteren Verlusten 2011 bereitet General Motors neue tiefe Einschnitte bei Opel vor. Ins Visier der Sparkommissare ist angeblich wieder einmal das Werk Bochum geraten. Betriebsratschef Rainer Einenkel pocht auf bestehende Verträge – und verweist auf die gute Auslastung und niedrige Arbeitskosten. Ob das reicht?

Mokka kommt nach Saragossa
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Seit bald acht Jahren ist Rainer Einenkel, 57, nun schon Betriebsratsvorsitzender im Opel-Werk Bochum. Seitdem kämpft er pausenlos gegen Pläne von General Motors, das Werk im Ruhrgebiet zu verkleinern oder komplett dicht zu machen. „Seit 1993 sind für unseren Standort immer neue Zukunftsverträge geschlossen worden – im Endeffekt ging es aber immer wieder um neue Sparrunden“, beklagt Einenkel im Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“ seinen permanenten Kampf um den Standort Bochum und die Arbeitsplätze hier.

Rekordgewinne für Muttergesellschaft

Doch ein Ende des Kampfes ist nicht abzusehen, selbst nicht im großen Jubiläumsjahr: Opel feiert dieses Jahr sein 150-jähriges Bestehen, das Opel-Werk in Bochum seinen 50. Geburtstag. Dazu sind die Rahmenbedingungen zu schlecht: Im vierten Quartal des zurückliegenden Geschäftsjahres hat nach unbestätigten Informationen General Motors in Europa erneut „horrende“ Verluste eingefahren. Da die Muttergesellschaft gleichzeitig einen Rekordgewinn von über acht Milliarden Dollar eingefahren hat, wetzen die Erbsenzähler in der Konzernzentrale in Detroit wieder die Messer: „Wenn Opel gerettet wird, dann wird es jetzt gerettet und die Einschnitte werden tief sein“, zitiert das "Wall Street Journal" einen GM-Manager der eine weitere Sparrunde vorbereitet.

Die Chronik des Opel-Dramas

Diskussion über Zukunft

Einenkel ahnt schon, worauf das hinausläuft – auf eine erneute Diskussion über die Zukunft des Werks Bochum mit seinen derzeit noch 4950 Beschäftigten. Betroffen wären aber auch rund 1500 Menschen, die im Opel-Werk für externe Dienstleister aller Art tätig sind. In der ersten Reaktion auf die Nachrichten aus USA gibt sich Einenkel noch einigermaßen gelassen („Die existierenden Verträge schließen Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bis 2014 aus“).

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