General Motors Opel ist zum langsamen Tod verurteilt

Opel schien auf gutem Weg. Doch nun kommen neue Zukunftsängste auf: General Motors schlachtet Opel aus und gibt keine Zukunftsperspektive.

Hans Demant, damals Vorsitzender der Geschäftsleitung von Opel 2009 Quelle: AP

Hans Demant hat der Adam Opel AG lange gedient. Der Ingenieur begann in der Entwicklungsabteilung und arbeitete sich von dort Stufe für Stufe die Karriereleiter empor – bis auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden, den er fast sechs Jahre lang hielt. Als die Opel-Mutter General Motors (GM) im Sommer 2010 einen Salto machte und den Verkauf der Traditionsmarke abblies, warf Demant nach 38 Jahren bei Opel entnervt die Brocken hin – um wenig später zum Konkurrenten VW zu wechseln.

Doch im Herzen ist Demant Opelaner geblieben und leidet immer noch mit seinen ehemaligen Kollegen mit. Und das Leiden scheint kein Ende zu haben: Nachdem die Marke 2011 zunächst auf einem guten Weg schien und mit neuen Modellen, guten Bewertungen und steigenden Zulassungszahlen in Deutschland positive Schlagzeilen machte, spürt das Unternehmen im neuen Jahr wieder Gegenwind.

Bildergalerie: Die Lieblingsautos der Deutschen 2011

Die Lieblingsautos der Deutschen
Audi A4 Quelle: dpa
BMW 5er Quelle: Reuters
Ford Focus Quelle: dapd
BMW 3er Quelle: dapd
Opel Corsa Quelle: dapd
Mercedes C-Klasse Quelle: AP
Opel Astra Quelle: Reuters
VW Polo Quelle: dpa
VW Passat Quelle: dpa
VW Golf Quelle: dapd

Weitere Sparrunde

Nach erneuten Verlusten hat der Mutterkonzern eine weitere Sparrunde eingeläutet – und alle Pläne gestoppt, Opel-Autos in größerer Stückzahl in Amerika oder Asien anzubieten. „Opel bleibt eine Regionalmarke mit klarem Fokus auf Europa“, heißt es in der GM-Zentrale in Detroit. Damit ist Opel zum langsamen Tod verurteilt: Der Automarkt Europa stagniert, und die etablierten Anbieter von Fahrzeugen der unteren Mittelklasse kommen immer stärker unter Druck von Emporkömmlingen aus Asien wie Hyundai, Kia – und Daewoo/Chevrolet.

GM werde aus Opel herausholen, was an technischem Wissen noch vorhanden sei, und dann in Rüsselsheim Chevrolets bauen lassen, auf denen der Opel-Blitz prange, fürchtet nicht nur Demant. Als Vorbild könnte die Strategie One Ford dienen: Der neue Ford Fusion für die USA ist technisch identisch mit dem Ford Mondeo in Europa. Den Unterschied macht allein der Name.

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