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Genfer Automobilsalon 2014 Zurück zu den konventionellen Antrieben

Der Hype um das Elektroauto ist vorbei, es gibt neue konventionelle Kleinwagen, und das erste Großprojekt zwischen Renault-Nissan und Daimler startet. Ein Ausblick.

Die Stars des Genfer Autosalons
McLaren 650S 650 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von 333 km/h: Mit dem 650S präsentiert McLaren ein Fahrzeug für Tempofreunde und eine Weiterentwicklung des MP4-12C. Der schnittige Renner wird von einem 3,8-Liter-Biturbo-V8 zu Spitzenleistungen angetrieben: Von Null auf Tempo benötigt der 650S genau drei Sekunden. Die 200er-Marke knackt er in 8,4 Sekunden. Der Preis für den Sportwagen: mindestens 231.500 Euro. Quelle: dpa
McLaren 650S SpiderNeben dem Coupé bietet McLaren sein PS-Monster 650S auch als Cabrio an. Der Spider ist technisch identisch mit der geschlossenen Variante. In beiden Fällen ist der Innenraum mit Alcantara ausgekleidet. Wer den Fahrtwind im neuen McLaren-Cabrio genießen will, muss allerdings Abstriche bei der Spitzengeschwindigkeit machen. Statt 333 schafft die Cabrio-Variante "nur" 329 Stundenkilometer. Beim Verbrauch soll es hingegen keine Unterschiede zwischen Coupé und Cabrio geben: Beide schlucken 11,7 Liter. Quelle: AP
C4 Cactus Aventure "Auf ins Gelände", ruft Citroën mit dieser Fahrzeug-Studie. Der Aventure ist die Off-Road-Variante des C4 Cactus. Verstärkt, höhergelegt und mit geländetauglichen Reifen und Felgen soll der Fünftürer Abenteurer sicher durch die Wildnis bringen. Die kleinen Luftkissenpolster an der Seite dienen angeblich als zusätzlicher Schutz. Angetrieben wird der Aventure von einem Benzin- (82 oder 110 PS) oder Dieselmotor (92 oder 100 PS). Mehrere verbaute GoPro-Kameras sollen jedes Abenteuer im Bild festhalten. Quelle: AP
Jaguar F-Type Die britische Luxusmarke bringt den Super-Sportler F-Type als Coupé nach Genf mit. Gezeigt wurde er davor schon auf der LA Auto Show und in Tokyo. Jetzt steht er zum ersten Mal auf europäischen Boden. Im Mai 2013 hatte Jaguar den Nachfolger des legendären E-Type auf die Straße gebracht - bisher nur als Cabrio. Jetzt kommt das 550-PS-Geschoss (R-Version von 0 auf 100 km/h in 4,2 Sekunden) in der geschlossenen Version. Sie basiert auf dem 2011 auf der IAA vorgestellten Studie C-X16. Kostenpunkt: Zwischen 67.000 und 104.000 Euro. Quelle: AP
Ferrari California TMit dem Nachfolger des California geht Ferrari neue Wege. Erstmals arbeitet ein neu entwickelter V8-Turbo unter Haube. Der bringt den Sportwagen auf 560 PS und 755 Nm Drehmoment, ein satter Leistungsgewinn im Vergleich zum Vorgänger-Modell. Von Null auf Hundert schafft es der California T in 3,6 Sekunden. An der Optik hat Ferrari hingegen wenig geändert. Auch verwandelt sich der Sportwagen weiterhin auf Knopfdruck von einem Coupé in ein Cabrio. 14 Sekunden soll das Einklappen des Dachs dauern. Quelle: REUTERS
Volvo Concept EstateMit dem Concept Estate zeigt Volvo in Genf das letzte von drei Fahrzeugkonzepten. Wie bei den beiden vorherigen Studien Concept Coupé und XC Coupé wird die Frontpartie von den T-förmigen Scheinwerfer und den konkaven Kühlergrill geprägt. Das Kombi-Konzept orientiert sich am Design des als "Schneewittchen-Sarg" bekannten Volvo 1800 ES aus den 1970er Jahren. Der Innenraum ist schlicht gehalten: Ein Touchscreen auf der Mittelkonsole ersetzt die meisten Schalter und Regler und wird so zum zentralen Element im Cockpit. Quelle: REUTERS
Range Rover Evoque „Autobiography Dynamic” Von außen sind die Autobiography Dyamic Modelle der Briten durch ein höherwertig gestaltete Karosserie zu erkennen - unter anderem gibt es diamantgedrehte 20-Zoll-Alu-Schmiederäder, neue Designelemente in Atlas Silver und eine tiefer gezogene Frontschürze mit modifizierten Nebelscheinwerfereinfassungen sowie seitlichen Lufteinlässen. Im Innenraum gibt es viel Leder mit Bezügen in insgesamt sechs Farbkombinationen. Mit 285 PS und 400 Nm starkem 2,0-Liter-Benzin-Motor kommt diese Evoque-Variante noch sportlicher daher. Auch das Neungang-Getriebe wurde neu abgestimmt. Quelle: Range Rover

Mehr als 250 Aussteller aus mehr als 30 Ländern stellen auf dem Genfer Autosalon ihre neuen Modelle vor: Von Autos mit alternativen Antrieben, Zubehör, SUVs bis hin zu Dienstleistungen und den neuesten Kleinwagen.

Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen prognostiziert drei Trends: Die alternativen Antriebe werden vorerst aufs Abstellgleis geschoben. Premium reüssiert mit konventionellen Antrieben, noch mehr PS und profitiert weiter von der guten Verfassung der internationalen Automobilmärkte. Und - der neue Renault Twingo wird auf der neuen Twingo-Smart-Plattform vorgestellt. Er ist das erste Fahrzeug des industriellen Großprojekts der Kooperation Daimler-Renault-Nissan.

Dudenhöffer macht deutlich, dass verwässerte Umweltvorschriften, mangelnde politische Unterstützung und fehlendes Kaufinteresse die alternativen Antriebe zum Auslaufmodell machen. "Die Feierlaune ist längs verflogen. Neue Projekte sind kaum zu erkennen, ein bisschen Plug-In Hybride, um den Willen zu zeigen, aber die großen Investitionen waren gestern", sagt Dudenhöffer. Selbst der Vorstandsvorsitzende von Renault-Nissan, Carlos Ghosn, hat seine Erwartungen deutlich zurückgeschraubt. Er galt als einer der großen Verfechter der Elektroautos. In Deutschland wurden im letzten Jahr nur 6.379 Elektroautos zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von 0,2 Prozent. 2014 sind alternative Antriebe zur Randerscheinung geworden. Nur 0,5 Prozent aller Neuwagen wurden 2013 mit den Kraftstoffen Erdgas oder Flüssiggas ausgestattet. Dudenhöffer erklärt, dass der letzte große Schub bei den Elektroautos mit dem Innovationsträger BMW i3 kam. Modelle wie der auf Elektromotor umgebaute VW Golf zu Preisen von knapp 35.000 Euro habe keine Chancen im Markt. Ähnliches kann man für Plug-In Hybride erwarten, prognostiziert Dudenhöffer.

Den gönnt der Papa sich selbst
Der neue XFR-S Sportbrake ist das dritte Modell der in den High Performance-Bereich vorstoßenden R-S-Linie von Jaguar. Als Weltpremiere auf dem 84. Genfer Automobil-Salon gezeigt, folgt es dem Jaguar XKR-S und seinem XFR-S-Limousinen-Pendant in den exklusiven „300-km/h-Club“. Quelle: Presse
Zum Preis von 110.450 Euro ist der erste Hochleistungs-Kombi der Jaguar Geschichte ab Juli bei den deutschen Jaguar Händlern verfügbar. Quelle: Presse
Die Leistung des 5,0-Liter-V8 im Jaguar XFR-S Sportbrake wurde im Vergleich zum Jaguar XFR um nochmals 40 PS und das Drehmoment um 55 Newtonmeter (Nm) auf 405 kW (550 PS) und 680 Nm angehoben. Quelle: Presse
 Im Verbund mit einer Achtstufen-Automatik samt „Quickshift“-Funktion beschleunigt der stärkste XF Sportbake in nur 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine auf 300 km/h limitierte Höchstgeschwindigkeit. Quelle: Presse
Um dem im Vergleich zur Limousine etwas schwereren Sportkombi eine ebenso souveräne Agilität und Einlenkpräzision zu sichern, hat Jaguar die Abstimmung der mit einer Luftfederung kombinierten Hinterachse verändert. So wird per automatischer Niveauregulierung auch bei voller Beladung eine waagerechte Lage des Aufbaus garantiert. Quelle: Presse
Für optimierte Atemwege des V8 sorgt ein tiefer gezogener Stoßfänger mit vergrößertem zentralen Lufteinlass und großflächigen seitlichen Einlassschächten. Ein Frontsplitter stellt zusammen mit einem geänderten Heckspoiler und größeren Seitenschwellern sicher, dass der XFR-S Sportbrake auch bei Tempo 250 und mehr ruhig liegt. Quelle: Presse
Ein noch weiter als beim XFR in den Unterboden gezogener Diffusor aus Kohlefaser sorgt zusätzlich für mehr Abtrieb für die Antriebsachse. Quelle: Presse

Große Autobauer setzen wieder auf konventionelle Autos und verdienen damit gut. "Selbst die Massenhersteller mit hoher Europaabhängigkeit, wie Fiat, Renault, Peugeot-Citroen, Opel und Ford Europa können durch die schrittweise Verbesserung der Märkte in Südeuropa dem Ende der Verlustjahre entgegen sehen", erklärt Dudenhöffer. 2014 soll mit 74,9 Millionen Pkw-Verkäufen zum Rekordjahr für Autobauer werden. Das wäre ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Pkw-Markt in Europa steigt damit um 490.000 Fahrzeuge auf 12,8 Millionen Verkäufe. Die gute Pkw-Nachfrage wird auch durch den niedrigen Erdölpreis begünstigt. Der Preis des Barrel Rohöl liegt bei 100 US-Dollar - 2008 betrug er noch 140 US-Dollar.

Den größten Schub im Jahr 2014 bringt erneut Asien. Dort sollen die Pkw-Verkäufe um knapp 2 Millionen Autos steigen, in China können mit zusätzlichen 1,6 Millionen Pkw-Verkäufen gerechnet werden. Damit bleibt China der wichtigste Markt für Autos.

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