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Geschasster PSA-Chef Gewinne für Paris trotz verfehlter Absatzziele

Exklusiv

Peugeot Deutschland wird seine Absatzziele 2014 zwar deutlich verfehlen, aber trotzdem Gewinne an die Konzernzentrale in Paris überweisen. Das sagte der geschasste Deutschland-Chef Marcel de Rycker in seinem letzten Interview mit WirtschaftsWoche online.

Eine Kundin bei einem Peugeot-Händler Quelle: REUTERS

Zwei Tage vor der Ankündigung des PSA-Konzerns, dass de Rycker Ende Oktober seinen Posten aufgeben wird, sagte der Deutschland-Chef dem Magazin: "Auch dieses Jahr werde ich das abliefern, was im Budget vorgesehen war." Peugeot habe in Deutschland nie Verluste geschrieben. "Wir sind immer positiv gewesen, haben auch in den schwierigen Zeiten nie Verlust gemacht. Ich kann Ihnen keine Zahl nennen. Aber es war immer ein sehr beeindruckender Betrag."

Allerdings räumte de Rycker ein, dass die Absatzzahlen nicht zufrieden stellend sind. Angestrebt waren nach 54.800 Neuzulassungen im vergangenen Jahr 76.000 Verkäufe im laufenden Jahr. Das Ziele werde man jedoch klar verfehlen, was de Rycker mit der bewussten Reduzierung der Tageszulassungen begründet. "Wir sind aus den Tageszulassungen raus, haben uns aus dem Mietwagengeschäft zurückgezogen und wir haben auch Rahmenabkommen mit Verbänden gekündigt. Wenn man diese Kanäle ausdünnt, sinkt natürlich erst einmal der Marktanteil", so de Rycker. "Nach Stand heute gehe ich davon aus, dass wir knapp unter dem Vorjahresvolumen bleiben werden." Das bedeutet etwa 54.000 Verkäufe.

Der Deutschland-Chef sieht aber auch positive Entwicklungen. So sei das Privatkundengeschäft gewachsen. "Und das schlägt sich in einer steigenden Rentabilität nieder, bei uns, aber auch im Handel", so de Rycker.

"Vergangenes Jahr haben einige unserer Händler rote Zahlen geschrieben – in diesem Sommer lag ihre Rentabilität fünfmal so hoch, im Schnitt bei ein Prozent. Das zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg."

Noch kurz vor seiner Demission ging der Manager davon aus, dass die Zentrale in Paris seinen Kurs mitträgt. "Ich kriege dafür sicher keinen Druck aus der Konzernzentrale, weil auch dort inzwischen Rentabilität vor Volumen geht." Zwei Tage später folgte die Entlassung auf angeblich eigenen Wunsch.

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