Größte Autobauer Volkswagen überholt Toyota

Nun ist es offiziell: Volkswagen hat 2016 gemessen am Absatz seinen japanischen Erzrivalen Toyota als weltgrößten Autobauer abgelöst - trotz der Diesel-Krise. Doch die Japaner geben sich gelassen.

Donald Trump müsste Toyota fahren
Jeep Compass Quelle: Fiat
Ford F-150 Quelle: Ford
Honda Accord Quelle: Auto-Medienportal.Net
Acura MDX Quelle: Honda
GMC Acadia Quelle: GM
Buick Enclave Quelle: GM
Chevrolet Traverse Quelle: GM
Mercedes C-Klasse Quelle: Daimler
Jeep Wrangler Quelle: Fiat
Toyota Camry

Der Volkswagen-Konzern ist im vorigen Jahr als größter Autobauer der Welt an Toyota vorbeigezogen. Nach am Montag vorgelegten Daten verkaufte die Toyota-Gruppe, zu der auch der Kleinwagen-Anbieter Daihatsu Motor und der Nutzfahrzeug-Hersteller Hino Motors gehören, 2016 insgesamt 10,17 Millionen Autos. Das ist ein knapper Anstieg um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Erzrivale aus Wolfsburg setzte dagegen 10,31 Millionen Fahrzeuge ab - ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber 2015. Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass der japanische Branchenprimus damit die Führung als größter Autobauer abgeben musste. Die Werte hatten sich schon abgezeichnet, wurden mit den Toyota-Zahlen nun aber offiziell.

Die Japaner spielten die Bedeutung des ersten Platzes beim Absatz herunter: „Wir bei Toyota sind nicht darauf fokussiert, nach Volumen zu jagen“, erklärte der Konzern. Ziel sei es vielmehr, die Nummer eins bei den Kunden mit der technischen Entwicklung und Produktion immer besserer Autos zu sein, hieß es. Während VW trotz des Abgas-Skandals zuletzt ein Absatzrückgang erspart blieb und vor allem der wichtigste Markt China die Auslieferungen im vergangenen Jahr weiter antrieb, mussten die japanischen Konkurrenten in den USA und damit auf einem ihrer wichtigsten Märkte einen leichten Rückgang hinnehmen.

Auch Volkswagen verbuchte in den USA - dort war die Abgas-Affäre im September 2015 bekanntgeworden - zwar ein Minus von 2,6 Prozent. In der Volksrepublik China brachte der Konzern jedoch knapp 4 Millionen Autos an die Kunden, ein starker Zuwachs von 12,2 Prozent. Derweil schickt sich Toyota an, den weltweiten Absatz in diesem Jahr weiter zu steigern. 10,2 Millionen Autos haben sich die Japaner als Verkaufsziel für 2017 vorgenommen. Damit würden sie im nunmehr vierten Jahr in Folge die Marke von 10 Millionen Stück übertreffen.

Hersteller versprechen Neuerfindung des Autos
Toyota hat auf der Technik-Messe CES in Las Vegas demonstriert, wie es sich ein Auto mit integrierter künstlicher Intelligenz vorstellt. In dem Prototypen „Concept-i“ soll die Interaktion mit dem digitalen Assistenten „Yui“ zu großen Teilen die Bedienung mit Knöpfen und Touchscreens ersetzen. Quelle: dpa
Die Insassen sollen sich einfach mit der Software unterhalten, erklärte der japanische Autoriese. Zudem soll der Assistent auch selbst die Bedürfnisse der Menschen erkennen und sogar voraussehen können. Visuell wird „Yui“ durch einen pulsierenden Kreis in der Mittelkonsole repräsentiert. Quelle: dpa
Äußerlich griff Toyota beim „Concept-i“ zu sehr futuristischem Design. Ein Display auf der Frontseite zeigt Fußgängern an, ob das Auto gerade autonom fährt oder von einem menschlichen Fahrer gesteuert wird. Genauso sollen auch nachfolgende Fahrer mit Schriftzügen in verschiedenen Farben gewarnt oder informiert werden. Quelle: dpa
Das ist keine futuristische Skulptur, sondern ein Demonstrator, mit dem BMW sein Konzept für die Innenausstattung eines selbstfahrenden Autos präsentiert. Neben gediegenen Materialien und bequemen Sitzen haben die Designer auch Platz für etwas Altmodisches eingeplant, das im Auto der Zukunft selbst für den Fahrer interessant werden könnte: Bücher. Weniger bildhaft als das Innenraumkonzept ist die Ankündigung, im zweiten Halbjahr 2017 mit den Partnern Intel und Mobileye rund 40 autonome Autos auf die Straßen in Europa und den USA zu bringen. Quelle: dpa
„Sobald fertig“ ist auch die Devise der Firma hinter der zweiten großen Auto-Premiere zum CES-Auftakt. Faraday Future hat nicht nur einen klangvollen Namen, sondern geizt auch nicht mit teils großspuriger Rhetorik. So verkündete Entwicklungschef Nick Sampson zur Vorstellung des ersten produktionstauglichen Fahrzeugs der Firma gleich den Anbruch einer „neuen Ära der Mobilität“. Wie genau Faraday Future da die Führungsrolle übernehmen will, blieb auch beim zweiten CES-Auftritt der Firma unklar. Denn während Elektro-Pionier Tesla die Produktion massiv ausbaut und die gesamte Industrie auf Elektro-Mobilität einschwenkt, wird Faraday Future sein in Las Vegas gezeigtes Modell FF91 erst im Jahr 2018 ausliefern können. Und dass der Prototyp den Bruchteil einer Sekunde schneller von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen kann als das derzeit dynamischste Straßenfahrzeug, Teslas Model S, dürfte für das Ausfüllen dieser historischen Rolle kaum reichen. Zumal Faraday auch angesichts jüngster finanzieller Probleme des wichtigsten chinesischen Geldgebers Jia Yueting skeptisch beäugt wurde. Der hat mit LeEco einen weiteren Entwickler elektrischer und selbstfahrender Autos im Spiel. Quelle: AP
Audi entwickelt gemeinsam mit der Computer-Firma Nvidia ein selbstfahrendes Auto mit künstlicher Intelligenz. Das Fahrzeug solle zum Jahr 2020 auf die Straße kommen, sagte Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang (im Bild) auf der Technik-Messe CES in Las Vegas. Zugleich gab Nvidia eine Kooperation mit den deutschen Zulieferern Bosch und ZF bekannt, die den vom Grafik-Spezialisten entwickelten Auto-Computer produzieren werden. Er soll unter anderem für das autonome Fahren sorgen. Während der Mensch lenkt, tritt die Software zudem als eine Art Autopilot auf und warnt zum Beispiel vor potenziellen Gefahren im Verkehr. Quelle: dpa
Auf der CES 2017 präsentiert Bosch mit einem neuen Konzeptfahrzeug, wie Lebenswelten nahtlos zusammenwachsen sollen. „Das Fahrzeug wird zum zentralen Akteur, der domänenübergreifend kommuniziert“, sagt Bosch-Geschäftsführer Werner Struth. So wurde die personalisierte Kommunikation zwischen Auto und Fahrer weiter ausgebaut: Neue Funktionen vernetzen das Fahrzeug mit der Umgebung, dem smarten Zuhause oder der Autowerkstatt. Und sie ermöglichen das hochautomatisierte Fahren. Quelle: obs
Zur Technik-Messe CES in Las Vegas reifte die Vision zu einem fertigen Chrysler-Prototyp heran. „Portal“, ein Auto mit auffälligen Schiebetüren und viel Glas sowie einem fast komplett umbaubaren Innenraum. Ziel der Entwickler sei es gewesen, ein Auto für junge Käufer so begehrt zu machen wie ein Smartphone, sagte Chrysler-Managerin Ashley Edgar. Dafür hat der italienisch-amerikanische Autobauer, der seit Jahren mit Größe sein Überleben in der hart umkämpften Branche sichern will, „Portal“ bis ins kleinste Details durchdacht. Punkten soll der Wagen unter anderem mit einem frei gestaltbaren Innenraum mit verschiebbaren und herausnehmbaren Sitzen, Anschlüssen für acht (!) Notebooks und Tablets. Dank getrennter Sound-Zonen können zum Beispiel die Eltern vorn Musik hören und die Kinder auf der Rückbank einen Film sehen - die Schallwellen werden so im Zaum gehalten, dass sie sich nicht gegenseitig stören. Und der Besitzer braucht keinen Autoschlüssel mehr. Wenn eine der Kameras des Autos ihn in der Nähe sieht, öffnet der Wagen automatisch die Tür. Quelle: dpa

Die Produktion der Toyota-Gruppe dürfte 2017 auf einen Rekord von 10,36 Millionen Fahrzeugen steigen, wie der Konzern Ende vergangenen Jahres mitgeteilt hatte. Man rechnet unter anderem damit, dass die Verkäufe von Pick-ups auf dem US-Markt sowie von Hybridautos in Europa solide bleiben. Im vergangenen Jahr hatte Toyota weltweit 10,2 Millionen Fahrzeuge vom Band rollen lassen, ein Plus von 1,3 Prozent.

Während die Fertigung bei der Kernmarke Toyota und der Tochter Hino im eigenen Land rückläufig waren und nur dank Zuwächsen bei Daihatsu auf demselben Niveau wie im Vorjahr lagen, stieg die Produktion der Unternehmensgruppe außerhalb Japans erstmals seit zwei Jahren an. Sie erreichte ein Rekordhoch von 6,2 Millionen Autos (plus 2,1 Prozent).

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