WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Großer Gewinnsprung BMW macht es der Konkurrenz schwer

BMW macht von April bis Juni einen Gewinn von fast 1,8 Milliarden Euro - unglaubliche 27 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der SUV X5 verkaufte sich blendend. Doch das ist nicht das einzige Erfolgsrezept.

Norbert Reithofer, BMW-Vorstandsvorsitzender. Im zweiten Quartal 2014 sahnten die Bayern so richtig ab. Quelle: REUTERS

BMW-Chef Norbert Reithofer strahlt übers ganze Gesicht - zu Recht. Was die Bayerischen Motorenwerke derzeit abliefern ist wahrlich rekordverdächtig. Im zweiten Quartal des Jahres verbuchte der Premiumautobauer einen Gewinnsprung um 27 Prozent auf fast 1,8 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern legte um 30,9 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro zu. Die weltweiten Auslieferungen der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce stiegen im zweiten Quartal um gut fünf Prozent auf die neue Bestmarke von gut 533.000 Fahrzeugen (Vorjahr: rund 506.000). Ein echter Verkaufsschlager ist nach wie vor der SUV X 5, von dem im ersten Halbjahr fast 30 Prozent mehr und damit über 68.000 Stück (Vorjahr: gut 52.000) verkauft wurden.

Q2-Vergleich: BMW, Audi, Mercedes

Damit hält der BMW-Chef die Konkurrenz aus Ingolstadt und Stuttgart weiter auf Abstand. Das Erfolgsrezept der Münchener: Sie profitieren von ihrem guten Modellmix: So verkaufte BMW vergleichsweise mehr teure und große Autos als kleine und günstigere.

Das Umsatz wuchs auf 19,9 Milliarden Euro, allerdings fiel das Plus mit 1,8 Prozent geringer aus als die übrigen Zuwächse: Gebremst wurde die Entwicklung durch den starken Euro, der Einnahmen nach der Umrechnung aus anderen Währungen schmälert. Auch in der Kernsparte Automobile übertraf BMW die Erwartungen der Experten: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 23 Prozent auf 2,16 Milliarden Euro. Die Rendite legte um knapp zwei Prozentpunkte auf 11,7 Prozent zu.

BMWs Super-Hybrid-Sportler i8 im Detail
Im September 2013 stellte BMW den i8 auf der IAA vor. BMW-Chef Norbert Reithofer präsentierte dort das grüne Vorzeigemodell, mit dem Smog und Großstadtlärm der Vergangenheit angehören sollen. Im April hat BMW mit der Serienproduktion begonnen und im Juni 2014 rollen die neuen Elektroautos zum Händler. Vorbestellungen nimmt der Autobauer bereits seit Herbst 2013 entgegen. Schon jetzt sei absehbar, dass die Nachfrage in der Anlaufphase die Produktion deutlich übersteigen wird. Ein guter Grund, einmal zu schauen, was der Neue aus München so drauf hat. Quelle: Presse
Das Plug-in-Hybrid-System des i8 setzt sich aus einem Dreizylinder-Ottomotor mit einer Höchstleistung von 170 Kilowatt (231 PS) und einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern sowie einem Hybrid-Synchron-Elektromotor mit einer Höchstleistung von 96 Kilowatt (131 PS) und einem maximalen Drehmoment von 250 Newtonmetern zusammen. Quelle: Presse
Zur eDrive-Technologie gehört außerdem ein Lithium-Ionen-Hochvoltspeicher mit 5,2 Kilowattstunden und ein intelligentes Energiemanagement mit einer Gesamtleistung von 266 Kilowatt (362 PS). Quelle: Presse
Der Aufladevorgang der Batterie dauert zwischen zwei und drei Stunden. Die Lithium-Ionen-Batterie kann sowohl an einer ganz gewöhnlichen Steckdose als auch an speziellen Ladestationen für Elektroautos aufgeladen werden. Dazu gehört neben der öffentlichen Ladestation an Tankstellen auch die BMW i Wallbox. Quelle: Presse
Der i8 beschleunigt dank seines Antriebskonzeptes "eDrive" in 4,4 Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer. Dabei verbraucht er im Durchschnitt nur 2,1 Liter Super pro 100 Kilometer. Im Berufsverkehr verbraucht der Wagen bei vollständig geladener Batterie weniger als fünf Liter Sprit. Quelle: Presse
Wer nicht nur innerhalb der Stadt, sondern auch auf Landstraßen und Autobahnen unterwegs ist, verbraucht immer noch weniger als sieben Liter Sprit auf 100 Kilometern. Und auch auf längeren Strecken mit höherer Geschwindigkeit sind immer noch weniger als acht Liter Verbrauch drin. Damit fallen die Verbrauchswerte des Plug-in-Hybrid-Modells insgesamt um rund 50 Prozent niedriger aus als bei herkömmlich angetriebenen Sportfahrzeugen. Quelle: Presse
Darüber hinaus verbraucht der i8 auf 100 Kilometern durchschnittlich 11,9 Kilowattstunden Strom und kommt auf eine CO2-Emission von 49 Gramm pro Kilometer. Quelle: Presse

Damit waren die Münchner im zweiten Quartal um Längen rentabler als der Rivale Audi, der zwischen April und Juni auf 9,9 Prozent gekommen war. Daimler hatte 7,9 Prozent erreicht.

Frank Schwope, Analyst der Nord-LB: "Während die drei deutschen Premiumhersteller spätestens 2020 jeweils größter Premiumhersteller der Welt sein wollen, gehen wir davon aus, dass BMW diese Position mindestens in den Jahren 2014 und 2015 behält. Mit den starken Halbjahreszahlen sehen wir uns in unserer Kauf-Empfehlung für die BMW-Stammaktie bestätigt."

Für das Gesamtjahr 2014 bekräftigte BMW die Prognose, wonach Absatz und Gewinn vor Steuern deutlich steigen sollen. Im zweiten Halbjahr blieben jedoch die Ausgaben für neue Technologien wie etwa Elektromobilität hoch, hieß es. BMW hat den Verkauf seines Elektro-Autos erfolgreich gestartet. Im ersten Halbjahr verkaufte sich der bewusst anders designte i3 schon fast 5.400 Mal. Ab Oktober soll er auch in China ausgeliefert werden. BMW verspricht sich davon nochmals einen ordentlichen Push bei den Verkaufszahlen. In den unter starker Luftverschmutzung leidenden chinesischen Großstädten könnte das Null-Emissions-Auto seine Trümpfe voll ausspielen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Reithofer hat demnach alles richtig gemacht. Die Münchner haben die richtigen Modelle zur rechten Zeit - vor allem kompakte und große SUV, mit denen sich gute Margen erzielen lassen und mutige, innovative Modelle wie i3 und i8, die dem Konzern das Image des Technologieführers in Bereich der deutschen Elektromobilität eingebracht haben.

Derweil kritisiert Reithofer, dass alternative Antrieben in Europa zu wenig gefördert würden: „Die Politik in Europa setzt die schärfsten CO2-Anforderungen für Automobile weltweit, geichzeitig gibt sie - im Vergleich zu anderen großen Wirtschaftsnationen - nur geringe Anreize, um die nachhaltige Mobilität voranzubringen.“ Die Autobranche sei eine tragen Säule für die europäische Wirtschaft und schaffe direkt und indirekt rund zwölf Millionen Arbeitsplätze. Es sei Zeit, das „Spannungsfeld aus ökologischen, gesellschaftlichen und industriepolitischen Belangen“ wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%