Grünes Licht für Peugeot-Umbau EU genehmigt Restrukturierungsplan für PSA Peugeot Citroën

Der angeschlagene Autobauer PSA Peugeot Citroën hat eine Sorge weniger. Brüssel gibt grünes Licht für Beihilfen der französischen Regierung. Damit soll das Unternehmen unter anderem in die Forschung investieren.

Die Zweckehen der Autobauer
VW - Suzuki Quelle: dpa
Daimler + BAICVor einigen Jahren ist der Autobauer Daimler bei seinem chinesischen Partnerunternehmen BAIC eingestiegen. Die Zentralregierung hat den Kauf des Anteils von zwölf Prozent an BAIC genehmigt. Inzwischen bahnt sich ein gegenseitiges Engagement an: Offenbar will sich BAIC bis Ende des Jahres 2015 bei Daimler einkaufen. Der Chef des Daimler-Joint-Venture-Partners Beijing Automotive (BAIC) in Peking, Xu Heyi, sagte der Zeitung "Beijing Times", dass sein Konzern einer der größten Anteilseigner bei den Stuttgartern werden wolle. Beide Seiten steckten jetzt "in der Schlussphase der Verhandlungen", wie die Zeitung zitierte. Daimler begrüßte das Vorhaben: "Wir freuen uns grundsätzlich immer über langfristig orientierte Investoren", sagte ein Sprecher. Der größte Einzelaktionär bei den Stuttgartern ist Angaben auf der Website zufolge derzeit der kuwaitische Staatsfonds mit einem Anteil von 6,8 Prozent. Quelle: dpa
Daimler + Tesla Quelle: Screenshot
General Motors + BMWDie Bayern und der US-Konzern gehen wieder getrennte Wege. Zumindest beim Thema Brennstoffzelle. Die Unternehmen wollten in der technischen Entwicklung von Elektroautos zusammenarbeiten. BMW sollte von GM Brennstoffzellen-Technologie erhalten und sich im Gegenzug an den Forschungskosten beteiligen. Der damalige BMW-Chef Norbert Reithofer (Foto) setzte große Hoffnungen in die Partnerschaft. Sogar die Lieferung von Teilen war im Gespräch. Doch die Liaison kam nicht zustande. Stattdessen setzen die Bayern jetzt auf eine tiefergehende Kooperation mit ihrem japanischen Partner... Quelle: dpa
Toyota + BMWDie Bayern wollen mit den Japanern bis 2018 einen Sportwagen bauen. „Wir haben uns jetzt auf eine gemeinsame Architektur verständigt“, sagte der damalige BMW-Entwicklungsvorstand Herbert Diess, der inzwischen VW-Markenchef ist. „Wichtig ist, dass das zwei unterschiedliche Fahrzeuge sein werden, die authentisch für die jeweilige Marke stehen.“ Im Dezember 2011 hatten die Bayern und die Japaner ihre Zusammenarbeit besiegelt. BMW erhält japanische Batterietechnik, dafür bekommt Toyota seit 2014 Dieselmotoren aus München. Die gemeinsame Entwicklung neuer Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos war bereits Bestandteil der Vereinbarung. Laut der japanischen Zeitung „Nikkei“ plant Toyota außerdem die Lieferung von Hybrid-Technologie an BMW. Der gemeinsam entwickelte Sportwagen gilt als Test im Bereich Produktentwicklung, bevor die Kooperation enger wird. Ein weiteres Gerücht, das immer wieder durch die Branche wabert: BMW erhält von Toyota die Brennstoffzellen-Technologie des Mirai, um seine Elektro-Familie auszubauen. Klar ist aber noch nichts. Quelle: dpa
BMW + PSA Peugeot CitroenÜber Jahre unterhielt BMW mit dem französischen Autokonzern PSA eine Motorenkooperation. Der eine hatte eine besondere Expertise bei kleinen Benzinern, der andere bei kleinen Dieselmotoren. Beides ergänzte sich, so dass auf BMW-Seite PSA-Motoren im Mini eingebaut wurden. Doch inzwischen ist diese Zweckehe ohne böse Worte beendet: Die inzwischen dritte Generation des Mini teilt sich die Technik mit dem BMW 1er – und damit auch die von den Münchnern neu entwickelten Drei- und Vierzylindermotoren. Soll heißen: PSA ist raus. Da die Verträge aber ohnehin auslaufen, wurde die Ehe ohne Krach geschieden. Quelle: obs
BMW und Brilliance Quelle: dpa/dpaweb

Die EU-Kommission hat die Umstrukturierungsbeihilfen der französischen Regierung für den schwächelnden Automobilhersteller PSA Peugeot Citroën genehmigt. Dies teilte die Behörde am Dienstag in Brüssel mit. Es sei sichergestellt, dass die Unterstützung aus öffentlichen Mitteln keine allzu negativen Auswirkungen auf Wettbewerber habe, hieß es. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia erklärte: „Das Ergebnis ist ausgewogen und eröffnet der PSA die Chance, ihre Tätigkeit auf einem soliden Fundament fortzuführen.“


PSA begrüßte die Entscheidung aus Brüssel. Zusammen mit anderen bereits beschlossenen Maßnahmen gebe sie der Banque PSA Finance finanzielle Sicherheit für mehr als drei Jahre.
Bei der Beihilfe geht es unter anderem um eine staatliche Garantie für Anleihen der zum Autokonzern gehörenden Banque PSA Finance bis zu einem Kapitalbetrag von 7 Milliarden Euro. Da diese staatliche Garantie den Konzern deutlich weniger kostet als die Garantie einer anderen Bank, beziffert die Kommission den Vorteil dieser Staatsgarantie für das Unternehmen auf 486 Millionen Euro. Hinzu kommt ein rückzahlbarer Vorschuss für Forschungsarbeiten in Höhe von 85,9 Millionen Euro. Zusammen macht das 571,9 Millionen Euro.

Die Bank des Konzerns darf die Staatsgarantie allerdings nicht nutzen, um günstige Kredite an Autokäufer vergeben. Wenn der Anteil der über die eigene Bank finanzierten Autokäufe allzu stark klettert, muss die Bank höhere Gebühren für die Staatsgarantie zahlen. Das soll verhindern, dass Peugeot Citroën durch billige Kredite aus Staatsgeldern den Konkurrenten Marktanteile wegschnappt.

Damit der Autobauer nicht zu tief in die roten Zahlen rutscht, hat sich Peugeot auf zusätzliche Korrekturen verpflichtet, falls sich das Unternehmen nicht wie geplant entwickelt.
Der Forschungsvorschuss von 85,9 Millionen Euro ist für die Entwicklung eines Diesel-Hybridmotors gedacht und soll am Ende wieder an den französischen Staat zurückfließen. Staatliche Beihilfen benötigen in der Europäischen Union die Genehmigung der EU-Kommission. Die Brüsseler Wettbewerbshüter wachen darüber, dass die Regierungen nicht einzelne Unternehmen zum Schaden von Konkurrenten päppeln.

Die Brüsseler Entscheidung fiel einen Tag bevor Peugeot am Mittwoch seine Halbjahreszahlen vorstellen sollte. Das Unternehmen leidet besonders unter der Absatzkrise in Westeuropa. Für das vergangene Jahr verbuchte Europas nach VW zweitgrößter Autobauer einen Rekordverlust von 5,01 Milliarden Euro. Als Grund für die Krise des Unternehmens gilt unter anderem, dass PSA nur wenig in Wachstums- und Schwellenländern investiert hat.

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