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Harte Zeiten für Autozulieferer Schock bei Schaeffler: Geißinger verlässt Konzern

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"Die Nachfrage in Europa wird schwach bleiben"

Diese Automarken wachsen in Europa noch
Ganz Europa steckt in der Autokrise. Ganz Europa? Nein. Einige Automarken schaffen es trotz eines sinkenden Marktes ihren Absatz zu steigern. Die neusten Quartalszahlen des Branchenverbandes Acea zeigen, wer in Europa zulegen kann. Quelle: rtr
Platz 8 - BMW - 152.493 abgesetzte Fahrzeuge (+ 0,7 Prozent)Die Kleinwagen-Tochter Mini schrumpft, aber unter den Premiummarken wächst BMW immer noch, wenn auch nur knapp. Trotzdem bleibt Europa der schwierigste Markt für den Konzern. Quelle: rtr
Platz 7 - Mercedes - 143.703 abgesetzte Fahrzeuge (+ 1,1 Prozent)Intern ist Daimler-Chef Dieter Zetsche umstritten. Die Premiummarke hält er mit neuen Modellen wie der A-Klasse im ersten Quartal trotz schwierigem Umfeld knapp im Plus - und schneidet damit stärker ab als die großen Konkurrenten BMW und Audi. Quelle: dapd
Platz 6 - Seat - 67.229 abgesetzte Fahrzeuge (+ 1,3 Prozent)Überraschung: Die einzige Marke im VW-Konzern, die im ersten Quartal mehr Autos in Europa verkauft als im Vorjahr ist ausgerechnet das spanische Sorgenkind. Neue Modelle wie der Leon tragen entwickeln sich in Europa immer besser. Quelle: dpa
Platz 5 - Kia - 80.847 abgesetzte Fahrzeuge (+ 3 Prozent)Die Koreaner setzen ihren Siegeszug in Europa fort. Mit langen Garantiezeiten und einem neuen Design durch Peter Schreyer lässt die Absatzzahlen selbst im schwierigem europäischen Markt steigen. Quelle: dapd
Platz 4 - Land Rover - 33.161 abgesetzte Fahrzeuge (+ 11,5 Prozent)Die britische Geländewagensparte kann im ersten Quartal des Jahres erneut deutlich zulegen und erhöht den Anteil am europäischen Markt damit auf 1,1 Prozent. Quelle: rtr
Platz 3 - Dacia - 63.507 abgesetzte Fahrzeuge (+ 14,9 Prozent)Innerhalb des Renault-Konzerns rettet die rumänische Billigmarke die Bilanz in Europa. Unter den Volumenmarken schneidet nur eine im ersten Quartal besser ab. Quelle: dpa

Die Aussichten für die nähere Zukunft sind allerdings weniger rosig: Zwar prognostiziert die Studie eine steigende Weltnachfrage, von der Hersteller wie Zulieferer profitieren. "Wir gehen aber davon aus, dass die Komponentennachfrage in Europa schwach bleiben wird und die Kapazitäten angepasst werden müssen", sagt Berger-Autoexperte Marcus Berret. "Dieser Trend wird sich beschleunigen." Weitere Risikofaktoren seien die stark gestiegene Abhängigkeit vom chinesischen Markt, "der zunehmend Anzeichen von Reife aufweist", so Berret, "sowie der anhaltende Druck der Hersteller auf die Preise bei gleichzeitiger Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen".

Alles nicht gut für Schaeffler, denn schon jetzt wird ein Großteil der Gewinne vom Schuldendienst aufgezehrt. Verschlechtern sich die Geschäfte, könnte die Familien-AG schnell am Fliegenfänger hängen. Die Handlungsalternativen sind begrenzt: weitere Anteile an Conti verkaufen oder externe Kapitalgeber hereinnehmen, etwa durch einen Teil-Börsengang der Schaeffler AG. Offiziell wollen Mutter und Sohn davon nichts wissen, "aber auf Dauer werden sie kaum um diesen Schritt herumkommen", prophezeit ein Insider.

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Durchaus möglich allerdings, dass der Erkenntnisprozess bei den beiden schon weiter fortgeschritten ist, als es nach außen scheint. Der plötzliche Abschied vom langjährigen Vorstandschefs Geißinger könnte dafür ein Indiz sein. Dessen Vertrag sollte eigentlich 2014 auslaufen, mit einer Verlängerung könne der 54-Jährige nicht rechnen, hieß es bereits vor zwei Wochen aus dem Umfeld des Unternehmens.

Die von der Familie zunächst halbherzig dementierten Berichte ("Diese Spekulationen sind schädlich, wir werden uns daran nicht beteiligen.") passen ins Gesamtbild: Geißinger, ehemaliger Handballtrainer, gilt als Poltergeist und Raubein.

Für Verhandlungen mit externen Investoren oder zur Vorbereitung eines Börsengangs sind das keine guten Voraussetzungen.

Mit Material von Reuters und dpa

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