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Hauptversammlung Daimler ist nicht mehr Maß aller Dinge

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„Daimler ist gut, aber die Wettbewerber sind besser“

Mercedes gegen BMW
Mercedes gegen BMW. Seit je her werden die Autos der beiden Premiumhersteller miteinander verglichen. Doch auch ein Vergleich der Unternehmenszahlen ist interessant. Das Duell im Überblick. Quelle: dpa
Umsatz pro verkauftes Auto: Die Schwaben setzen im Schnitt pro verkauftem Auto stolze 41.356 Euro um. Bei BMW ist es weniger: Hier beläuft sich der Umsatz pro Fahrzeug auf 38.432 Euro. 1:0 für Mercedes. Quelle: Reuters
Umsatz pro Mitarbeiter: Um diesen Umsatz zu generieren braucht Mercedes aber deutlich mehr Mitarbeiter. Dieser beläuft sich bei den Stuttgartern auf 575.100 Euro pro Kopf, während bei den produktiveren Münchnern jeder Mitarbeiter im Schnitt für 695.100 Euro Umsatz sorgt. BMW gleicht zum 1:1 aus. Quelle: dpa
Entwicklungskosten pro verkauftes Auto: Mercedes hat eine deutlich höhere Fertigungstiefe als BMW. Soll heißen, dass die Schwaben mehr Bauteile ihrer Autos selbst fertigen - und damit auch selbst entwickeln. Während BMW beispielsweise sämtliche Getriebe einkauft - unter anderem von ZF, baut Mercedes im Werk Hedelfingen eigene Handschalt- und Automatikgetriebe. Lange Rede, kurzer Sinn: Pro verkauftem Auto gibt Mercedes 2.688 Euro für Forschung und Entwicklung aus, BMW nur 1.881 Euro. Mercedes geht wieder mit 2:1 in Führung. Quelle: Reuters
Betriebsergebnis pro verkauftes Auto: Beim Umsatz pro verkauftem Fahrzeug war Mercedes vor den Bayern. Beim Gewinn drehen die den Spieß allerdings um: Die Münchner verdienen pro Auto im Schnitt 4.606 Euro, bei Mercedes sind es nur 3.658 Euro. Erneuter Ausgleich für BMW - 2:2. Quelle: dpa
Produzierte Autos je Mitarbeiter: Hier hat BMW die Nase vorne. Umgerechnet produziert jeder Mitarbeiter 18,1 Fahrzeuge. Bei Mercedes sind es nur 13,9 Autos. Erstmals geht BMW mit 2:3 in Führung. Quelle: dapd
Absatzwachstum seit Ende 2006: Beide Autobauer blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück, und auch der Januar ist für Mercedes und BMW gut gelaufen. Doch seit Ende 2006 kann BMW das größere Absatzwachstum aufweisen. Die Münchner legten 17,7 Prozent zu, Mercedes nur 8,2 Prozent. Quelle: dapd

In den vergangenen zwölf Monaten haben die BMW-Aktien elf Prozent gewonnen, die Daimler-Titel dagegen elf Prozent verloren. Darin spiegelt sich unter anderem der Renditerückstand von Daimlers Kernsparte Mercedes-Benz Pkw zu den Oberklasse-Rivalen aus München und Ingolstadt wider. Mercedes-Benz verdiente 2011 operativ neun Prozent vom Umsatz, die Rivalen erzielten zweistellige Renditen. DWS-Fondsmanager Stefan Bauknecht kritisierte, Daimler habe in seiner Kernsparte Mercedes-Benz den Trend zu kleinen Geländewagen „verschlafen“. Zudem müsse der Konzern in den kommenden Jahren noch Kosten zur Reduzierung der Abgasemissionen schultern, um wieder Anschluss an die Wettbewerbern zu bekommen. Dadurch werde die Rendite belastet, wie Daimler für dieses Jahr bereits in Aussicht gestellt hat.

Der zur Deutschen Bank gehörende Fonds DWS ist Reuters-Daten zufolge mit 1,2 Prozent an Daimler beteiligt, der zur Volks- und Raiffeisen-Bankengruppe zählende Fonds Union Investment mit gut 0,6 Prozent. Größter Daimler-Anteilseigner ist die arabische Investmentgruppe Aabar mit neun Prozent. Daimler hatte das zurückliegende Geschäftsjahr mit Rekorden bei Umsatz, Absatz und Ergebnis abgeschlossen und will an die Aktionäreeine der höchsten jemals in der 125-jährigen Unternehmensgeschichte ausgeschütteten Dividenden zahlen. Der Überschuss legte um knapp 30 Prozent auf 6 Milliarden Euro zu, der Umsatz um 9 Prozent auf 106,5 Milliarden Euro.

„Daimler ist gut, aber die Wettbewerber sind besser“, sagte Michael Kunert von der Aktionärsvereinigung SdK und forderte die Ausschüttung von mindestens 50 Prozent des Konzerngewinns. Mit der vorgeschlagenen Dividende von 2,20 Euro je Aktie will Daimler für 2011 rund 40 Prozent des Gewinns ausschütten.

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