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Haustarif Volkswagen VW-Arbeitgeber bieten für Haustarif ebenfalls 2,2 Prozent

Volkswagen hat am Donnerstag ein erstes Angebot für einen neuen Haustarif vorgelegt. Nur 2,2 Prozent mehr Geld seien drin. Die Gewerkschaft schäumt.

Hartmut Meine, Verhandlungsführer der IG Metall Niedersachsen-Sachsen-Anhalt Quelle: dpa

Die IG Metall hat in den Verhandlungen um einen neuen Haustarif bei Volkswagen die erste Offerte der Arbeitgeber als inakzeptabel zurückgewiesen. „Wir halten dieses Angebot für völlig unzureichend“, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine am Donnerstag in Hannover nach dem Ende der zweiten Gesprächsrunde.

VW-Personalchef Martin Rosik hatte der Gewerkschaft 2,2 Prozent Plus beim Entgelt nach zwei Nullmonaten ohne eine Erhöhung angeboten. Sein Vorschlag ist damit identisch mit dem ersten Angebot der Arbeitgeber im parallel laufenden Flächentarifkonflikt der Metallindustrie. Zudem zeigte sich Volkswagen kompromissbereit bei den weiteren Forderungen der IG Metall nach mehr Ausbildungsplätzen und Zugeständnissen etwa für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Das wertete Meine „als die gute Nachricht“. Anfang März wird weiterverhandelt.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte: „Dieses Angebot ist kein Angebot, sondern eine Frechheit.“ Die Marke VW, für die der Haustarif im Wesentlichen steht, verdiene in Westeuropa und Deutschland „gutes Geld, das unsere Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Einsatz und vor allem unzähligen Sonderschichten erwirtschaftet haben“. Er forderte den Vorstand auf, Rosik nicht noch mal mit leeren Händen zu schicken.

Während die IG Metall moniert, VW verstecke sich hinter dem Verlauf der Flächentarifrunde, verteidigte Rosik das Vorgehen. „Ich habe heute noch einmal darauf hingewiesen, dass wir uns derzeit in einer wirtschaftlich wirklich schwer zu berechnenden Situation befinden.“ VW stehe auch in der Verantwortung für die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Jobs. „Auf der anderen Seite wollen wir unserer Belegschaft aber auch das, was in der Fläche geboten ist, nicht vorenthalten.“

Meine betonte, dass Volkswagen „offensichtlich provozieren will“. Das „abgekupferte Angebot“ sei einem innovativen Branchenprimus wie VW unwürdig. Die IG Metall müsse überlegen, ob die Verhandlungen für den Haustarif und die Fläche demnächst zusammen starten müssten - bisher laufen die Gespräche bei VW später an. „Wenn man sich in einem so engen Schulterschluss mit Gesamtmetall bewegt, dann ist natürlich die Frage: Warum sollen die Laufzeiten noch zwei Monate versetzt sein?“

Die IG Metall eröffnet damit eine Drohkulisse. Aus Arbeitgeberkreisen bei Gesamtmetall verlautet, dass die VW-Konkurrenten Daimler und BMW zeitlich exakt parallele Verhandlungen fürchteten. Der VW-Haustarif gilt für 115 000 Mitarbeiter - mit einer entsprechenden Streikmacht.

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