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Hohe Nachfrage nach Brennstoffzellen-Auto Toyota erhöht die Produktion des Mirai

Nach unerwartet vielen Vorbestellungen für sein Wasserstoff-Auto Mirai will Toyota die Produktion des Hoffnungsträgers ausbauen. Doch es bleibt eine Wette auf die Zukunft.

So braust Toyota in die Zukunft
Wasserstoffauto Mirai Quelle: dpa
Wasserstoffauto Mirai kommt im Dezember nach Japan Quelle: dpa
Wasserstoffauto Mirai startet im September 2015 in Deutschland Quelle: Toyota
Wie unsere Redaktion berichtete, plant BMW im Rahmen der Kooperation mit Toyota ein eigenes Brennstoffzellenauto. Insider rechnen damit, dass der Wasserstoff-BMW mehr Leistung bringen wird als der Mirai. Einem Bericht des britischen " Autocar"-Magazins zufolge soll das Modell BMW i5 heißen. Quelle: REUTERS
Wasserstoffauto Mirai beruht auf dem Toyota Sedan Quelle: Toyota
Wasserstoffauto Mirai hat 500 Kilometer Reichweite Quelle: Toyota
Wasserstoffauto Mirai stößt nur Wasserdampf aus. Quelle: Toyota

Mit dem Mirai will Toyota das Auto der Zukunft bauen: Keine CO2-Emissionen, keine Stickoxide, keine Rußpartikel trüben die Umweltbilanz des Brennstoffzellenautos – aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf. Das Problem der Elektroautos mit geringen Reichweiten und langen Ladezeiten hat er auch nicht: Der Wasserstofftank ist nach 500 Kilometern Fahrt in nur wenigen Minuten wieder gefüllt.

Doch bei den Marktchancen des Mirai (japanisch für "Zukunft") war selbst das Toyota-Management zurückhaltend. Das erste Fahrzeug aus der Serienproduktion wurde medienwirksam Mitte Dezember an den japanischen Premierminister Shinzo Abe übergeben. 400 weitere Exemplare sollten pro Jahr folgen.

Das Wichtigste über Wasserstoff und Brennstoffzelle

Nach nur wenigen Wochen muss der Autobauer seine Produktionspläne aber kassieren: Die Nachfrage ist viel höher als angenommen. In den ersten vier Wochen sind bereits rund 1500 Bestellungen eingegangen – bei 400 Mirais pro Jahr würde dies Lieferzeiten von mehr als dreieinhalb Jahren bedeuten. Vier von zehn Käufern sind bislang Privatkunden, 60 Prozent der bisherigen Bestellungen entfallen auf Behörden und Unternehmen.

Netz an Wasserstoff-Tankstellen für den Erfolg entscheidend

Wegen der hohen Nachfrage hat Toyota jetzt angekündigt, das Produktionsvolumen bis 2017 stufenweise auszubauen. Für das laufende Jahr ist laut den neuen Plänen eine Fertigung von 700 Einheiten vorgesehen. 2016 sollen bereits 2000, ein Jahr später 3000 Fahrzeuge vom Band laufen.

Für die Toyota-Verantwortlichen ist die Produktionserhöhung allerdings eine Wette auf die Zukunft: Wartezeiten von dreieinhalb Jahren sind bei keinem Modell tolerabel, bei einem Aushängeschild wie dem Mirai erst recht nicht. Von den hohen Vorbestellungen in Japan auf die internationale Nachfrage zu schließen, wäre seinerseits aber auch fahrlässig: In Japan wird der Kauf des Wasserstoffautos vom Staat mit 14.000 Euro subventioniert.

Auch in anderen Ländern hängt der Verkaufspreis stark von staatlichen Förderprogrammen oder Steuervorteilen ab. So soll der Mirai in den USA für 57.500 Dollar, also knapp über 50.000 Euro, verkauft werden. In Deutschland steht die Brennstoffzellen-Limousine ab September für 78.450 Euro beim Toyota-Händler.

Ein weiteres Fragezeichen beim Erfolg des Mirai sind die Wasserstoff-Tankstellen. Die Brennstoffzelle an Bord gewinnt aus dem Wasserstoff und dem Sauerstoff aus der Umgebungsluft Strom, der dann den 154 PS starken Elektromotor antreibt. Nach spätestens 500 Kilometern ist aber der Tank leer – und Wasserstoff-Tankstellen sind zumindest in Deutschland noch viel seltener als Schnellladesäulen für Elektroautos. Rund 20 H2-Zapfsäulen gibt es hierzulande, davon sind aber nicht alle öffentlich zugänglich.

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In Japan hingegen hat die Brennstoffzellentechnologie seit der Fukushima-Katastrophe einen anderen Stellenwert. Sie wird nicht nur, wie hierzulande, als emissionsfreier Antrieb für Autos gesehen, sondern auch als Möglichkeit zu einer dezentralen Energieversorgung – jeder Haushalt könnte mit einer eigenen Brennstoffzelle sich selbst mit Strom versorgen.

Das setzt allerdings ein flächendeckendes Wasserstoff-Versorgungsnetz voraus – und den politischen Willen, ein solches Netz aufzubauen.

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