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Hoher Gewinnanstieg Volkswagen steigert Gewinn um 30 Prozent

Volkswagen legt seine neuen Halbjahreszahlen vor und verzeichnet einen Gewinn. Quelle: dpa

Anders als die Konkurrenten kann Volkswagen im zweiten Quartal einen Gewinnanstieg verzeichnen. Unterstützt wurde VW dabei vor allem von Porsche und den Lkw-Herstellern MAN und Scania.

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Der Volkswagen-Konzern hat trotz der Krisenstimmung in der Autobranche im zweiten Quartal ein überraschend gutes Ergebnis eingefahren. Die Sportwagentochter Porsche und auch die Kernmarke VW haben ihre Ergebnisse gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert. Der Konzern profitiert zudem davon, dass der Anteil profitabler SUV-Modelle am Absatz größer wird und mehr Modelle auf der gleichen Plattform und somit kostengünstiger gebaut werden.

„Der Volkswagen-Konzern hat sich im ersten Halbjahr in einem sich insgesamt abschwächenden Gesamtmarkt sehr gut geschlagen“, sagte VW-Finanzvorstand Frank Witter am Donnerstag bei der Zahlenvorlage in Wolfsburg. Beim Ausblick blieben er und Konzernchef Herbert Diess allerdings vorsichtig. Obwohl nach einem halben Jahr die um Sondereinflüsse bereinigte Umsatzrendite des operativen Ergebnisses bei acht Prozent liegt, bleibt das Jahresziel beim Korridor von 6,5 bis 7,5 Prozent.

Der Quartalsumsatz stieg im Vorjahresvergleich trotz weniger Auslieferungen um 6,6 Prozent auf 65,2 Milliarden Euro. Von April bis Juni hatte Volkswagen mit seinen zwölf Fahrzeugmarken 2,76 Millionen Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert, das waren 2,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Insbesondere die Flaute in China macht dem Konzern dabei zu schaffen. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um 8,1 Prozent auf 5,13 Milliarden Euro, Experten hatten aber mit noch weniger gerechnet.

Unter dem Strich stieg der VW-Gewinn sogar um fast ein Viertel auf 4,1 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte die Dieselaffäre mit 1,6 Milliarden Euro Sonderkosten belastet. Insgesamt hat Volkswagen seit Bekanntwerden der Software-Manipulation von Dieselmotoren schon 30 Milliarden Euro für Vergleiche, Strafen und andere Kosten im Zusammenhang mit der Affäre verbucht. Im zweiten Quartal 2019 musste VW dafür aber kein weiteres Geld an die Seite legen.

Der Abgasskandal beschäftigte das Unternehmen dennoch auch am Donnerstag: Das Arbeitsgericht Braunschweig sollte über die Kündigung einer ehemaligen VW-Führungskraft urteilen, die in die Dieselaffäre verwickelt sein soll. Die frühere Abteilungsleiterin ist auch eine der Beschuldigten im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Volkswagen wirft der Frau vor, sie habe an der Manipulation von Abgassoftware mitgewirkt und Daten gelöscht.

Einen wichtigen Anteil an den guten Halbjahreszahlen des Konzerns hat Porsche. Die Sportwagentochter verzeichnete in der Automobilsparte ein Umsatzplus von fast 30 Prozent. Im zweiten Quartal holte Porsche vor allem in China auf, Premium- und Luxusautos laufen auch auf dem derzeit schwachen chinesischen Markt noch gut. Das operative Ergebnis kletterte um rund 15 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro.

Aber auch die lange renditeschwache Kernmarke Volkswagen Pkw konnte Erfolge vorweisen. Das operative Ergebnis legte um gut 9 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro zu.

Die Entscheidung über ein neues VW-Werk in Südosteuropa ist derweil weiter offen. Berichten zufolge hat die Türkei beste Chancen, aber auch Bulgarien soll im Rennen sein. In beiden Ländern sind die Personalkosten niedriger als in Deutschland.

Während es sich bei dem geplanten Werk um eine Milliardeninvestition handeln dürfte, läuft bis Ende 2020 noch ein Sparprogramm, das VW im Herbst 2016 mit der Arbeitnehmerseite verabredet hatte. Es sieht den weltweiten Abbau von 30.000 Stellen vor, 23.000 davon in Deutschland.

Neben Volkswagen bekräftigte bereits Opel am Vortag seine Prognose. Der Rüsselsheimer Autobauer konnte seinen Betriebsgewinn um 40 Prozent steigern – im Gegensatz zu den beiden heimischen Konkurrenten BMW und Daimler. Demnach gehen die Niedersachsen mit ihren zwölf Marken für dieses Jahr unverändert von einem Umsatzplus von bis zu fünf Prozent und einer operativen Rendite vor Sondereinflüssen zwischen 6,5 und 7,5 Prozent aus.

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