IG Metall Erste Opel-Mitarbeiter stimmen Sanierungsplan zu

An den drei Opel-Standorten Kaiserslautern, Dudenhofen und Rüsselsheim hat die Belegschaft dem Sanierungsplan zugestimmt. Der von den Kürzungen besonders hart getroffene Standort Bochum beteiligt sich vorerst nicht.

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Die IG Metall-Mitglieder an drei Opel-Standorten haben dem Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer zugestimmt. Die Belegschaft in Kaiserslautern, Dudenhofen und Rüsselsheim habe den Kompromiss von Gewerkschaft, Adam Opel AG und Gesamtbetriebsrat mit großer Mehrheit angenommen, teilte der Metall-Bezirk Mitte am Freitag in Frankfurt mit. Zunächst soll bis Monatsende nachverhandelt werden. Gewerkschaft, Gesamtbetriebsrat und Adam Opel AG hatten sich Ende Februar nach monatelangen Gesprächen grundsätzlich auf den Plan geeinigt.

Am Standort Eisenach sollen die Mitarbeiter frühestens Anfang kommender Woche ihr Votum abgeben. Der von den Kürzungen besonders hart getroffene Standort Bochum beteiligt sich vorerst nicht. Dort kämpft der Betriebsrat um die Sicherung von Arbeitsplätzen und Produktionszusagen und lehnt den Plan bisher ab. Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Enkel sagte am Donnerstag, er sei verärgert über das Vorpreschen der Arbeitnehmervertretungen in den anderen Opel-Werken: „Das ist eine merkwürdige Situation und nicht hilfreich.“ Einenkel sprach von einer „Steilvorlage für das Management“ und einem tiefen Riss in der Belegschaft.

So stand es 2014 um Opel

„Wir sollen abgewickelt werden und das sollen wir auch noch unterschreiben“, sagte Einenkel. Er kritisierte etwa, dass betriebsbedingte Kündigungen bei Opel zwar bis zum 31. Dezember 2016 ausgeschlossen werden sollen, nicht aber in Bochum: Bis Ende 2014 müssten 600 Beschäftigte ausscheiden, etwa über Abfindung, Altersteilzeit oder Eigenkündigung: „Wenn diese Quote nicht erreicht wird, kann ab 1.1.2015 betriebsbedingt gekündigt werden.“ Auch deshalb habe sich der Betriebsrat gegen die Kompromisslösung von Management, Gesamtbetriebsrat und IG Metall gestellt. Dabei stößt dem Metaller auch auf, dass an den anderen Opel-Standorten auch über die Zukunft von Bochum mit abgestimmt werde. „Das ist ein Beispiel dafür, wie man Belegschaften spaltet“, sagte er. Dabei hätten sich die Arbeitnehmervertreter zuvor im Prinzip darauf verständig, einem Vertrag nur zustimmen, wenn alle Verhandlungsführer einverstanden seien. Weitere Gespräche in Bochum würden nun erheblich erschwert.

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Der Plan sieht unter anderem vor, dass die Belegschaft im Gegenzug für die Verlängerung des Kündigungsschutzes um zwei Jahre Tariferhöhungen stunden wird. Trotzdem will Opel nach 2016 in Bochum keine Autos mehr bauen, aber im Warenverteilzentrum und einer neuen Komponentenfertigung rund 1200 Arbeitsplätze erhalten. „Was mit hochwertigen Komponentenarbeitsplätzen gemeint ist, für welche Modelle und für welche Laufzeit das geplant ist, konnte seitens des Vorstandes niemand sagen“, schimpfte Einenkel. Er kritisierte die Zusagen als zu schwammig.

Nach aktuellem Stand haben die Arbeitnehmervertreter in Bochum noch bis Monatsende Zeit, in Verhandlungen mit dem Management Verbesserungen zu erreichen. „Innerhalb dieser Frist wollen wir gemeinsam Druck machen, um für Bochum eine Lösung zu schaffen“, sagte der Chef des IG-Metall-Bezirks Mitte, Armin Schild. Er sei zuversichtlich, dass bis dahin eine akzeptable Lösung gefunden werden könne. Misslingt die Einigung, würde für den Standort der aktuelle Standortsicherungsvertrag gelten. Dieser sichert Werke und Arbeitsplätze aber nur bis Ende 2014.

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