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Infiniti-Chef Roland Krüger "Infiniti hat das Zeug zum Top-Player"

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Auf der Suche nach einem Leitbild

Eine Infiniti-Besonderheit wird in den neuen Modellen allerdings fehlen. Gab es in nahezu jeder Baureihe bisher eine Hybrid-Variante – in der Luxus-Limousine Q70 rühmt sich Infiniti mit dem sportlichsten Hybrid seiner Klasse – fehlt die Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor bei den 30er-Modellen. „Europa ist ein Diesel-Markt. Der kleine Diesel ist gerade in Südeuropa wichtig“, sagt der Firmen-Boss.

Zur Marktpremiere sollen jeweils zwei Benzin- und Dieselmotoren bereit stehen, wahlweise mit Front- oder Allradantrieb. Das Angebot bei anderen Nissan-Modellen dürfte einen Ausblick darauf geben, was Infiniti in seine Modelle einbauen wird.

Wenn schon nicht die Technik einzigartig ist, will sich Infiniti dafür mit einem eigenständigen Design von der breiten Konkurrenz im Kompakt-Segment abheben. Mit einem Mix aus geschwungenen Linien und scharfen Kanten sollen die neuen Modelle der Japaner im Straßenbild stärker auffallen als die zum Teil etwas blassen Vorgänger. Das QX30 Concept aus Genf gibt einen Ausblick auf die neue Designsprache.

Designermarke Infiniti

Gerade das Design liegt Krüger besonders am Herzen, schließlich hat er neben dem MBA in Betriebswirtschaftslehre auch einen Uni-Abschluss in Produktdesign. „Unsere Autos sehen nicht nur auf dem Messestand gut aus, das Design funktioniert auch auf der Straße“, so der 48-Jährige. „Das ist eine der großen Stärken von Infiniti.“ In Krügers Strategie kommt dem Design zudem eine besondere Rolle zu.

Über die Jahre haben die deutschen Autobauer ihr Firmenbild in den Köpfen der Menschen etabliert – egal, ob es noch stimmt oder nicht. Mercedes ist etwas für Sicherheits- und Qualitätsbewusste, Audi cool und innovativ, BMW steht für die Freude am Fahren. Bei Infiniti fehlt ein solches Firmenbild. Geht es nach dem deutschen Manager, wird aus Infiniti eine Designermarke. Wie viele Autos sich an designbewusste Individualisten verkaufen lassen, steht aber auf einem anderen Papier.

Das gilt für Infiniti in Europa. In anderen Ländern, etwa den USA oder Russland, ist die Marke bereits etabliert, die Stückzahlen sind entsprechend deutlich höher. Zudem zieht es Infiniti auch verstärkt nach China – nicht nur Krügers Büro liegt in Hongkong. „Wir sind gerade dabei, unser Produktionsnetzwerk auszubauen“, sagt Krüger. „Die Fertigung der Mittelklasse-Limousine Q50 in China ist angelaufen, noch im März folgt das SUV QX50 in China.“

Die Kompakt-Offensive in Europa soll aber auch aus Europa kommen. Die beiden neuen Modelle werden im Nissan-Werk Sunderland vom Band laufen. Kapazitäten seien dort mehr als ausreichend vorhanden.

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Stärker als die Produktion steht derzeit der Vertrieb im Fokus. Warum soll ein Kunde teilweise 100 Kilometer oder mehr zu einem Infiniti-Händler fahren, wenn er Autohäuser von Audi, Mercedes oder BMW fast vor der Haustüre hat? „Um unsere Wachstumspläne zu halten, müssen sowohl die Produktion als auch der Vertrieb zulegen“, sagt Krüger. Dabei will der Ex-BMW-Vertriebsleiter aber keinen Ausbau mit aller Kraft. „Neue Händler müssen auch rentabel sein, denn nur profitable Händler sind auf Dauer starke Händler.“

Da sind sie wieder, die ruhigen, aber klaren Ansagen. Im lange währenden Kampf gegen die deutschen Premium-Riesen sicher nicht die verkehrte Taktik.

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