Insolvenz Suzuki zieht sich aus den USA zurück

346 Millionen Dollar Schulden zu viel: Die amerikanische Tochter von Suzuki muss in den USA Gläubigerschutz beantragen. Dabei hat die Stärke der Yen-Währung dem viertgrößten Autobauer Japans das Genick gebrochen.

Mit seiner Modellpalette kann Suzuki in den USA nicht punkten. Quelle: Reuters

Japans viertgrößter Autobauer Suzuki macht sein angeschlagenes Pkw-Geschäft in den USA dicht. Wegen der exportschädlichen Yen-Stärke und der abnehmenden Nachfrage nach den Kleinwagen des Konzerns wird die amerikanische Tochter Gläubigerschutz beantragen, wie Suzuki am Dienstag ankündigte. Sie hat 346 Millionen Dollar Schulden, 173 Millionen davon gegenüber Schwesterfirmen aus der Suzuki-Gruppe.

„Nach gründlicher Überprüfung unserer derzeitigen Situation und der künftigen Möglichkeiten auf dem US-Automobilmarkt haben wir die schwierige, aber notwendige Entscheidung getroffen, zurückzuschrauben und den Neuwagenverkauf in den kontinentalen USA (ohne Hawaii und Alaska) einzustellen“, heißt es in einer Erklärung des Autobauers.

BMW fährt Bestmarken ein
BMW steuert auf den nächsten Jahresrekord zu. Die Bayern fuhren von Juli bis September Bestmarken bei Umsatz, Ergebnis und Absatz ein. Der Konzernüberschuss wuchs im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro. Den Umsatz stieg um 14 Prozent auf 18,82 Milliarden Euro. BMW verkaufte neun Prozent mehr Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce - insgesamt fast 435.000. Ein geringes Plus in Europa machte der Konzern durch starke Zuwächse in Nordamerika und vor allem in Asien mehr als wett. Im Rekordjahr 2011 hatte BMW einen Nachsteuergewinn von 4,9 Milliarden Euro eingefahren und 1,67 Millionen Autos verkauft. In den ersten neun Monaten dieses Jahres lag der Absatz mit rund 1.335.000 verkauften Autos um 8,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. BMW büßte in seinem Kerngeschäft, dem Automobilmarkt, in den ersten neun Monaten Gewinn ein. So sank das Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr von 5,6 Milliarden auf 5,3 Milliarden Euro. Der Konkurrent Audi hatte zuletzt ebenfalls an Profitabilität verloren, Daimler schraubte für seine Autosparte sogar die Erwartungen zurück. Quelle: dpa
Spanners are placed on a mat by mechanics for the photographer inside a Toyota service centre in Taipei Quelle: REUTERS
General Motors Quelle: dpa
Fiat stünde ohne Chrysler am Abgrund. Im dritten Quartal hätten die Italiener ohne den US-Partner einen Verlust von 281 Millionen Euro eingefahren. Mit Chrysler lässt sich das Ergebnis sehen: Die Gruppe verdoppelte den Nettogewinn spielend auf 286 Millionen Euro. Chrysler steigerte seinen Umsatz um 18 Prozent auf 12 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz der Fiat-Gruppe stieg um 16 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro. Die Mailänder aber müssen in der EU 16,8 Prozent weniger Neuzulassungen verkraften. Fiats Anteil am europäischen Automarkt, der 2009 noch bei etwa 8 Prozent lag, ist im dritten Quartal auf 5,9 Prozent gefallen. Die Nachfrage in Italien ging sogar um 23 Prozent zurück. Schon seit einiger Zeit wird darüber spekuliert, ob Fiat, ähnlich wie Peugeot in Frankreich, Hilfe vom italienischen Staat benötigt. Quelle: REUTERS
Ford hat zwischen Juli und Ende September rekordverdächtig verdient. Vor Steuern hat der Konzern mit knapp 1,7 Milliarden Euro soviel Gewinn verbucht wie noch nie in einem dritten Quartal. Das Nordamerika-Geschäft gleicht das ruinöse Europageschäft mehr als aus. In diesem Jahr wird Ford in Europa nämlich rund 1,5 Milliarden Dollar Verlust einfahren. Um dem Desaster in Europa Herr zu werden, hat Ford angekündigt drei Werke zu schließen: Genk, Dagenham und Southhampton. Das soll jährlich rund 500 Millionen Dollar einsparen. Bis einschließlich September hat Ford in Europa 12 Prozent weniger Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum. Die Absätze der bisher erfolgreichen Kleinwagen Fiesta und Ka brachen bis einschließlich September um 15,5 bzw. 18 Prozent ein. In Italien hat Ford zwischen Januar und September nur noch halb so viele Autos verkauft wie in den ersten neun Monaten des Jahres 2011. Der Marktanteil schrumpfte um 1,3 Prozentpunkte auf sieben Prozent. Quelle: dpa
Der Sportwagenhersteller Porsche steigerten die Erlöse in den ersten neun Monaten im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2011 um 28 Prozent auf 10,15 Milliarden Euro. Der Absatz legte um ein Fünftel zu und knackte die Marke von 100.000 Fahrzeugen. 1,88 Milliarden Euro operatives Ergebnis sind 23 Prozent Plus und ergeben eine in der Branche ungeschlagene Marge von 18,5 Prozent. Porsche ist mit einer Umsatzrendite von 18,5 Prozent der profitabelste weltweit tätige Autohersteller. Auch die Stuttgarter machen mittlerweile außerhalb Europas die besten Geschäfte. So wächst der Absatz in China um 35 Prozent, in den USA immerhin noch um 22 Prozent. Quelle: dapd
Audi hat im dritten Quartal mehr Autos verkauft, aber weniger Gewinn verbucht. Das operative Ergebnis der VW-Tochter sank von 1,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,3 Milliarden Euro. Das Ziel, in diesem Jahr 1,4 Millionen Autos auszuliefern, bleibt aber davon aber unberührt. Der Umsatz stieg um fast 16 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Nach neun Monaten liegt das operative Ergebnis immer noch über Vorjahr: Bis September verdiente Audi 4,2 Milliarden Euro, vor einem Jahr waren es knapp 4 Milliarden. Die Krise in Südeuropa ging auch an den Ingolstädter nicht spurlos vorbei. In Italien brachen die Umsätze seit Jahresbeginn um fast 17 Prozent ein. Dafür legte Audi aber in China um 30 Prozent zu. Der vierte Audi wird mittlerweile im Reich der Mitte ausgeliefert. Quelle: REUTERS
Daimler kassierte seine Jahresprognose für das laufenden Jahr und nahm seine Gewinnziele für 2013 zurück. Statt mit 8,8 Milliarden Euro wie im Vorjahr rechnet der DAX-Konzern 2012 demnach nur noch mit einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 8,0 Milliarden Euro - geplant waren 9 Milliarden Euro wie 2011 erreicht. Die schwächere Nachfrage aus Europa und die härtere Konkurrenz in China belasteten das Ergebnis im dritten Quartal. Der Mercedes-Absatz in China war dort im jüngsten Quartal um 20 Prozent eingebrochen. Daimler will nun in das Training der chinesischen Händler und einen verbesserten Markenauftritt im laufenden vierten Quartal 850 Millionen Euro investieren. Quelle: dpa
Es sind die Verlierer der aktuellen Auto-Krise in Europa, die sich da verbünden: Die angeschlagenen Autobauer Opel und PSA Peugeot Citroen sollen in Zukunft gemeinsam Autos bauen und Teile einkaufen. Das Bundeskartellamt hat grünes Licht gegeben. Ziel sei, die ersten gemeinsam entwickelten Autos bis Ende 2016 auf den Markt zu bringen, bekräftigten die Vorstände beider Unternehmen. Die Zwangsehe ist aus purer Not geboren, denn beide Unternehmen haben große Sorgen: Peugeot bestätigte, dass der französische Staat die Peugeot-Hausbank Banque PSA Finance mit Garantien über sieben Milliarden Euro stützen will. Im Gegenzug stimmte Peugeot zu, dass Regierung und Gewerkschaften Vertreter in den Aufsichtsrat entsenden. Die Eigner erhalten bis auf weiteres keine Dividende, Aktienoptionsprogramme für das Peugeot-Management wurde eingestampft. Zugleich gab das Unternehmen einen Umsatzrückgang im dritten Quartal um 3,9 Prozent auf 12,93 Milliarden Euro bekannt. Quelle: REUTERS
Bei Opel ist die Lage nicht wesentlich besser: Die Fabrik in Bochum gilt als gefährdet, wenn dort Ende 2016 die Produktion des Familienwagens Zafira ausläuft. Ein Einigung über ein Sparpaket soll bis zum Monatsende erreicht werden. Bis dahin hat die Gewerkschaft IG Metall dem Rüsselsheimer Autobauer die branchenweit ausgehandelte Lohnerhöhung von 4,3 Prozent gestundet. Die Verträge für eine umfassende Zusammenarbeit sollen bis zum Jahresende unterzeichnet werden. Gemeinsam wollen die Konzerne Material und Teile im Wert von 125 Milliarden US-Dollar einkaufen. So versprechen sich die Partner Kostenvorteile von jährlich rund zwei Milliarden US-Dollar, die in fünf Jahren erreicht werden sollen. Zuletzt gingen die Spekulationen so weit, dass die Opel-Mutter General Motors GM die verlustreiche Tochter durch die engere Verzahnung mit Peugeot abstoßen könnte. In der Diskussion waren demnach mehrere Varianten, die bis zu einer Zusammenführung in einer neuen Gesellschaft reichen. Die Gewerkschaft IG Metall wirft GM seit längerem vor, die Führung des US-Konzerns habe kein Konzept zur Rettung von Opel. Quelle: dpa
RenaultDer französische Autobauer ist auf Talfahrt. Renault muss in den ersten neun Monaten 2012 ein Minus von 17,5 Prozent bei den Neuzulassungen hinnehmen. Werksschließungen schließt der Konzern nicht aus. Wegen der Marktflaute hat Renault sein Absatzziel für das Gesamtjahr gekappt. Dass die Franzosen wie im Vorjahr 2,72 Millionen Autos verkaufen, glaubt inzwischen niemand mehr. Der Umsatz im dritten Quartal fiel um 13 Prozent auf 8,45 Milliarden Euro. Wichtiger denn je ist dieser Tage für Renault die Partnerschaft mit dem japanischen Nissan-Konzern und der Erfolg der Billigmarke Dacia, die in Märkten wie Deutschland mit 12,5 Prozent überproportional stark gewachsen ist. Im Ausland laufen die Geschäfte für Renault vor allem in Latein- und Südamerika sowie in den osteuropäischen Ländern wie Russland und der Ukraine gut. Quelle: REUTERS
VolkswagenKonzerne wie Volkswagen haben genauso wie Oberklasse-Hersteller wie BMW, Audi oder Mercedes-Benz ihr Geschäft frühzeitig international ausgerichtet. Deshalb können sie im Moment Absatzrückgänge in Europa in Asien, Brasilien, Russland und den USA wettmachen. Vor allem in den weltgrößten Pkw-Märkten China und USA laufen die Geschäfte weiter gut, und gerade teure deutsche Limousinen und Geländewagen sind nach wie vor gefragt. Deshalb sind Werksschließungen bei VW im Moment eher nicht zu erwarten. Im dritten Quartal legte die Volkswagen-Gruppe mit ihren zwölf Marken bei Absatz und Umsatz weiter zu. Der Konzernumsatz wuchs um 27 Prozent auf rund 49 Milliarden Euro. Weltweit lieferte Volkswagen 2,3 Millionen Fahrzeuge aus, 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist. An seiner Prognose rüttelte VW nicht. Umsatz und Absatz sollen 2012 zulegen. Der Betriebsgewinn ist wie im Vorjahr mit 11,3 Milliarden Euro anvisiert. Quelle: dapd

Zugleich kündigte das Unternehmen am Dienstag in Tokio an, für seine US-Sparte Konkursantrag zu stellen. Künftig wolle am sich auf den Verkauf von Motorrädern, Geländefahrzeugen und Außenbord-Bootsmotoren konzentrieren, teilte die American Suzuki Motor Corp mit.

Zuletzt hatten die Wechselkursprobleme es unmöglich gemacht, im amerikanischen Autogeschäft auf Dauer Gewinn zu machen.

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