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Karl-Thomas Neumann im Interview Opel soll mit 23 neuen Modellen wieder glänzen

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Opel-Verluste kompensieren

Die kultigsten Opel-Modelle
Als erstes Auto rollt der " Lutzmann" im Jahre 1899 in Rüsselsheim aus der Opel-Fabrik. Der Kraftwagen mit 4 PS und Einzylinder-Heckmotor mit Wasserkühlung, nach den Plänen des Dessauer Hofwagenbaumeisters Friedrich Lutzmann ähnelt einer Pferdekutsche. Lutzmann hatte seine 'Anhaltinische Motorenwagenfabrik' zuvor an den erfolgreichen Fahrrad- und Nähmaschinenhersteller Opel verkauft. Quelle: dpa
Der Laubfrosch war ab 1924 das erste deutsche Auto, das am Fließband gebaut wurde. Das mutmaßliche Plagiat eines Citroën-Modells wurde in grüner Lackierung verkauft und machte wegen seines vergleichsweise günstigen Preises Opel zum größten Autohersteller im deutschen Reich.
Der Opel Olympia war 1935 der erste deutsche Serienwagen mit selbsttragender Stahlkarosserie und wurde nach dem Krieg als 'Rekord' nach US-Vorbildern neu entwickelt. Bis heute Kult bei Youngtimer-Freunden ist der bis 1972 gebaute Rekord C, der auch als Coupé zu haben war.
Die Modelle Kapitän (Foto), Admiral und Diplomat konkurrierten in der Oberklasse bis 1977 mit den Limousinen von Mercedes-Benz. Mindestens sechs Zylinder waren bereits in den 30er-Jahren Pflicht, der Diplomat verfügte in den 70ern sogar über einen 8-Zylinder von Chevrolet. Nach dem Weltkrieg war das Design der Opel-Straßenkreuzer zeitweise sehr amerikanisch. Quelle: REUTERS
Der Opel Admiral B wurde von 1969 bis 1977 gebaut. 1972 wird der Kühlergrill verändert - mit waagerechten Rippen und Opel-Emblem. 1976 bekommt das Armaturenbrett ein frisches Design.
Im Sommer 1965 debütiert das Opel Diplomat V8 Coupé. Der elegante Zweitürer basiert auf der gleichnamigen Limousine, mit der Opel seit 1964 wieder in der automobilen Oberklasse vertreten ist. Das Coupé fertigt der Karosseriebauer Karmann, bis 1967 laufen 347 Exemplare vom Band. Quelle: Opel
Die erfolgreichste Baureihe Kadett/Astra startete 1962 als Käfer-Herausforderer im neu errichteten Werk Bochum. Erfolgreich war und ist der 1991 in Astra umgetaufte Millionenseller auch als Coupé und Caravan. Ein bereits vor dem Krieg gebauter Kadett wurde später als Moskwitsch 400 auf den alten Bändern in der Sowjetunion gebaut. Quelle: dpa

Die Aufzählung der Märkte zeigt die starke Abhängigkeit von Europa. Außerhalb Europas werden die Opel-Fahrzeuge als Buick verkauft – aus dem Opel Insignia ein Buick Regal, aus dem Mokka der Encore, aus dem Astra ein Verano. Ist das die richtige Strategie?

Buick ist in China eine ganz starke Marke...

…im Unterschied zu Opel.

GM ist der größte Autohersteller in China. Wir erzielen dort Milliardengewinne, die auch dazu verwendet werden, um Verluste von Opel zu kompensieren. Wollte man die Präsenz von Opel in China stärken, müsste man Hunderte von Millionen investieren. Das wäre Quatsch.

Stattdessen werden Opel-Fahrzeuge in Buicks verwandelt.

Warum nicht? Entscheidend ist doch aus Konzernsicht die Gesamtrechnung. Der Gewinn, den ein Opel-Fahrzeug unter der Marke Buick abwirft, geht in die GM-Kasse und nutzt damit uns allen. Natürlich freue ich mich auch über die rund 5000 Opel, die wir jedes Jahr nach China exportieren und dort über 22 Händler vertreiben. Das lässt sich vielleicht verdoppeln, aber eine wirkliche Größe ist man damit nicht in China. Da ist es sinnvoller, sich die Modellpalette von zwei Marken, die sich von der Positionierung sehr nahe stehen – Opel und Buick – zu nehmen und zu schauen, wie man die Lücken bei Buick durch Exporte des anderen stärkt. Und wenn Buick ein schönes Modell hätte, mit ähnlichen Genen und wahrscheinlich von den gleichen Ingenieuren entwickelt, dann braucht es nicht viel Geld, um daraus einen Opel zu machen. So nutzen wir die Stärken des GM-Konzerns, ohne die Marken zu verwässern.

Auto



Spätestens 2016 wollen Sie mit Opel/Vauxhall zurück in die schwarzen Zahlen. Dabei bleibt es? Die Schwäche des europäischen Marktes liefert genügend Entschuldigungen für Verzögerungen.

Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt, an denen auch ich gemessen werde. Aber wir haben im ersten Quartal positiv mit unserem Ergebnis überraschen können. Wir halten an unseren Zielen fest.

Es hat aufgrund des dichten Verkehrs ein wenig länger gedauert, doch nach einer gute Stunde sind wir zurück an der Opel-Zentrale. Neumann steigt aus, greift sich sein Jackett und schlüpft hinein, während er den Cascada zufrieden betrachtet.

Damit fahren Sie gleich ins Wochenende?

Nein, ich kriege gleich einen neuen weißen Insignia, um vor dem Verkaufsstart noch einmal alles zu erproben.

Sie scheinen ein Faible für weiße Autos zu haben. Wie kommt’s?

Weiß ist meine Lieblingsfarbe – und passt gut zu mir. Vielleicht weil sie so rein ist. (Lacht und zwinkert.)

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