Konzern im Aufwind VW steigert Gewinn um 36 Prozent

Der Autobauer Volkswagen kann Erfolge vermelden: Der Nettogewinn stieg auf satte 8,8 Milliarden Euro. Damit trotzen die Wolfsburger dem globalen Abwärts-Trend. Die Aktien gaben trotzdem nach.

Gute Zeiten für Rabatt-Jäger
Nicht weniger als 121 aktuelle Aktionen mit Preisnachlässen und Sonderausstattungen gibt es in diesem Monat in Deutschland. In der Spitze können Autokäufer 30 Prozent sparen im Vergleich zur unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, wenn sie beim Honda Civic zuschlagen. Doch nicht nur die bekannten Importeure drehen an der Preissschraube, auch VW, BMW und Opel mischen kräftig mit. Wir zeigen zunächst die zehn Neuwagen-Modelle mit der höchsten prozentualen Ersparnis, gefolgt von einigen besonders auffälligen Preis- und Ausstattungs-Aktionen, die Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer untersucht und statistisch ausgewertet hat. Alle Angaben: Center Automotive Research (CAR) Quelle: Pressefoto
Platz 1: Modell: Honda Civic Kurzbeschreibung der Rabattaktion: 40 Jahre Honda Civic, Null Prozent, 48 Monate, Anzahlung 0,- Euro, Monatsrate 283,- Euro, Schlussrate 0,- Euro. Kundenvorteil: 5.082 Euro / 30 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 16.950 Euro Bei Honda bietet - neben dem Civic - der CRV „Advantage“ einen Preisvorteil von 7.000,- Euro (19 Prozent). Quelle: Pressefoto
Platz 2: Modell: Renault Twingo Kurzbeschreibung der Rabattaktion: Leasing 36 Monate, 10.000 km/Jahr, 0,- Euro Anzahlung, Monatsrate 89 Euro. Kundenvorteil: 2.923 Euro / 29,3 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 9.990 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 3: Modell: Chevrolet Aveo Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Chevrolet Aveo, eine sichere Wahl", 3,9%, 49 Monate, Null Anzahlung, Monatsrate 139 Euro, Schlussrate 3.792 Euro. Kundenvorteil: 3.179 Euro / 26,5 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 11.990 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 4: Modell: Seat Ibiza Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Null Anzahlung - Null Zinsen", Monatsrate 99,- Euro, Schlussrate 4.280,- Euro, inkl. Seat-Aktionsprämie 770,- Euro. Kundenvorteil: 2.913 Euro / 26,5 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 10.990 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 5: Modell: Chevrolet Spark Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Chevrolet Spark, eine sichere Wahl", 1,9%, Laufzeit 49 Monate, Anzahlung 0,- Euro, Monatsrate 99 Euro, Schlussrate 3.290,- Euro. Kundenvorteil: 2.417 Euro / 26,4 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 9.140 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 6: Modell: Opel Corsa Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Darauf fährt ganz Deutschland ab", Ausstattungspaket zum Sonderpreis mit CD-MP3-Radio, Klimanlage, elektr. Seitenspiegel, ZV mit Funkfernbedienung.. Kundenvorteil: 3.290 Euro / 24,8 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 9.990 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 7: Modell: Renault Megane Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Relax Finanzierung", 3,99%, Garantieverlängerung, Wartungen, Laufzeit 48 Monate, Laufleistung 10.000 km/Jahr, Anzahlung 4.350 Euro, Monatsrate 109 Euro, Schlussrate 8.217 Euro. Kundenvorteil: 4.456 Euro / 24,3 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 18.340 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 8: Modell: Chevrolet Orlando Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Chevrolet Orlando, eine sichere Wahl", 2,9%, 49 Monate, Null Anzahlung, 48 Monatsraten a 199,- Euro, Schlussrate 7.960,- Euro. Kundenvorteil: 4.606 Euro / 24,3 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 18.990 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 9: Modell: Kia Ceed Kurzbeschreibung der Rabattaktion: Pro Ceed als Sondermodell Dream Team, u.a. mit 7-Jahres-Garantie, Lederlenkrad, Navi, Rückfahrkamera, Einparkhilfe, Klimaanlage, 17 Zoll Leichtmetallfelgen.. Kundenvorteil: 5.000 Euro / 24,1 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 15.750 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 10: Modell: Chevrolet Cruze Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Chevrolet Cruze - Eine sichere Wahl", 3,9%, 49 Monate, Anzahlung 0,- Euro, Monatsrate 169,- Euro, Schlussrate: 5.534 Euro. Kundenvorteil: 3.576 Euro / 23,9 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 14.990 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 13: Modell: Fiat Punto Kurzbeschreibung der Rabattaktion: Fiat "Kundenauftragsprämie" beim Kauf eines Punto More. Kundenvorteil: 3.010 Euro / 23,2 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 13.000 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 15: Modell: BMW 1er-Serie Kurzbeschreibung der Rabattaktion: BMW 114i Plus Leasing V inkl. VK-Versicherung, 36 Monate, 10.000 km/Jahr, Sonderzahlung: 0,- Euro, Monatsrate 259 Euro. Kundenvorteil: 5.164 Euro / 22,8 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 22.650 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 16: Modell: Honda Jazz Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Honda Jazz 1.2 S: jetzt schon ab 9.990,- Euro. Kundenvorteil: 2.910 Euro / 22,6 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 12.990 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 21: Modell: Citroen C3 Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Cool & Sound", Ausstattungsvariante mit Klimaanlage und CD-Radio, ab 10.790 Euro. Kundenvorteil: 3.100 Euro / 22,3 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 13.890 Euro Quelle: Pressefoto
Platz 27: Modell: Toyota Yaris Kurzbeschreibung der Rabattaktion: "Unfassbar attraktiv", Yaris cool inkl. Design-Paket ab 10.990 Euro, gültig bis zum 31.12.2012. Kundenvorteil: 2.990 Euro / 21,4 Prozent Unverbindl. Preisempfehlung des Herstellers: 13.980 Euro Quelle: Pressefoto
Die europäische Krise sei längst im deutschen Automarkt angekommen, schreibt Auto-Experte Dudenhöffer. So hohe Rabatte und Incentives wie im Juli 2012 seien in der Vergangenheit noch nie im deutschen Automarkt festgestellt worden. Der durchschnittliche Kundenvorteil bei den Hersteller-Aktionen stieg von 11,7 auf 12,8 Prozent. Die Rabatte bei den Internetvermittlern stiegen sogar auf 19 Prozent. Gleichzeitig haben die Privatkundenzulassungen in Deutschland im zweiten Quartal (April - Juni) den schlechtesten Wert seit zehn Jahren erreicht. Auch die Neuwagenzulassungen der Unternehmen als Firmenwagen sind im zweiten Quartal unter die Werte des Vorjahres-Quartals gefallen. Auch dies ist ein klares Zeichen, dass sich im deutschen Automarkt Rezession breit macht.
Wer bereit ist, seinen Neuwagen online zu kaufen, wird besonders bei Opel-Modellen hohe Rabatte realisieren können. Die Rüsselheimer Modelle Corsa und Astra werden bei Internetvermittlern mit bis zu 35 Prozent Rabatt offeriert. Dies gilt für reguläre, individuell spezifizierbare Neuwagen, also keine Tageszulassungen. Zusätzlich bietet Opel den Corsa als Sondermodell zum Preis von 9.990 Euro mit 25 Prozent Preisvorteil. Quelle: PR
Aber auch VW befeuert den Preiskampf. So bieten etwa große Händler den VW Up mit Rabatten bis zu 29 Prozent in Zeitungsanzeigen an.
Hyundai erleichtert die Anschaffung des neuen i30 mit einem günstigen Finanzierungsangebot. Die Laufzeit beträgt 36 Monate, der Zinssatz liegt bei 1,9%. Die Summe der Zahlungen inklusive Zinsen liegt knapp 1.500 Euro unterhalb des Listenpreises. Insgesamt beträgt der Kundenvorteil 3.210,- Euro (20,1 Prozent). Alternativ können Kunden als Barzahler vom „Euro Bonus“ profitieren und so 3.000 Euro oder 18,8 Prozent im Vergleich zum Listenpreis sparen. Quelle: PR

Volkswagen fährt dank eines starken Asien- und Amerika-Geschäfts gegen die Krise auf Europas Automärkten an. Im ersten Halbjahr verdiente der Konzern unterm Strich mehr als 8,8 Milliarden Euro. Das waren fast 36 Prozent mehr als zur Jahresmitte 2011, teilte VW am Donnerstag in Wolfsburg mit.

Vorstandschef Martin Winterkorn zeigte sich mit diesem Geschäftsverlauf zufrieden. Mit Blick auf die massiven Absatzprobleme vieler Autobauer in den west- und südeuropäischen Krisenländern sagte er, Volkswagen komme vor allem seine weltweite Aufstellung zugute: „Unsere Stellung auf den Weltmärkten wird uns trotz des fordernden Umfelds helfen, die Entwicklung des Gesamtmarktes zu übertreffen.“

Vor Steuern und Zinsen konnte die VW-Gruppe ihren Gewinn um 6,7 Prozent auf knapp 6,5 Milliarden Euro steigern. Der Umsatz legte um 22,6 Prozent auf über 95 Milliarden Euro zu. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Einbau des 2011 übernommenen Lkw-Spezialisten MAN aus München.

Welche Autobauer am besten für die Zukunft gerüstet sind
Mazda Quelle: dapd
Suzuki Quelle: obs
Der PSA-Konzern, zu dem die Marken Peugeot und Citroen gehören, liegt wie zuvor auf Platz 11. Für die Franzosen rächt sich laut CAM-Ranking ihre starke Fokussierung auf den europäischen Markt, der zunehmend härter umkämpft wird und zugleich Marktrückgänge verzeichnet. Quelle: dpa
Ebenfalls noch im Bereich der "Low Performer" befindet sich der Renault-Konzern. Allerdings konnte sich das französische Unternehmen um respektable vier Plätze nach oben kämpfen und landete so immerhin auf Platz 10. Und das, obwohl Renault einen Absatzrückgang von 7,1 Prozent verkraften musste. Quelle: REUTERS
Chrysler Quelle: REUTERS
Toyota Quelle: REUTERS
nissan Carlos Ghosn Quelle: REUTERS
Platz 6 geht an General Motors. Trotz guter Marktlage in den USA und China kann sich GM aufgrund seines defizitären Europa-Geschäfts (hier macht vor allem die Tochter Opel in Deutschland große Sorgen) nicht steigern. Quelle: dpa
2010 gab es einen Rekord am Rhein: Der sechsmillionste Ford Fiesta rollte im Werk Köln vom Band. Der amerikanische Konzern schiebt sich im Automotive-Performance-Ranking 2011/12 um zwei Ränge nach vorne und belegt den 5. Platz. Quelle: obs
Hyundai Quelle: REUTERS
Daimler-Chef Dieter Zetsche hat gut Lachen, er steht auf Platz 3 der leistungsstärksten Konzerne. Bei der Financial Performance liegt Daimler sogar noch vor dem Sieger des Rankings. Der Konzern punktet vor allem mit seiner hohen Gewinnmarge pro Pkw. Quelle: dpa
BMW auf der Überholspur: Mit gerade einmal 0,1 Prozent liegt der Konzern hinter dem Spitzenreiter und landet auf Platz 2. BMW kann vor allem mit der höchsten Umsatzrendite und Arbeitsproduktivität punkten und kletterte damit im Vergleich zum Vorjahr zwei Ränge nach oben. Quelle: obs
Volkswagen Quelle: dapd

Bei den Verkäufen lag Europas größter Autokonzern ebenfalls im Plus: Von Januar bis Juni lieferten die VW-Marken rund 4,6 Millionen Fahrzeuge aus - 10,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch zwischen dem ersten und zweiten Quartal gab es Zuwächse. Das Gesamtergebnis für das Halbjahr fiel aber auch deshalb so gut aus, weil VW Optionen zur Übernahme der restlichen Porsche-Anteile neu bewertete. Solch ein Buchgewinn fiel bereits 2011 an, die Porsche AG soll zum 1. August komplett integriert werden.

Sein Betriebsergebnis von 11,3 Milliarden Euro will VW in diesem Jahr halten. „Wir gehen davon aus, unsere gesteckten Ziele zu erreichen“, sagte Winterkorn.

Trotz der Gewinnsteigerung haben die Volkswagen-Aktien am Donnerstag Federn gelassen. Die Papiere verloren im Dax 2,9 Prozent auf 129,75 Euro. Die Quartalszahlen hätten nicht positiv überrascht und genau den Erwartungen entsprochen, sagte Macquarie-Analyst Christian Breitsprecher. „Und wenn man sich die Entwicklung der Aktie über die letzten Wochen anguckt, lag sie von allen Auto-Aktien am besten im Rennen. Wer dann 'nur' die Erwartungen erfüllt, kann nicht mit einer positiven Aktienbewegung rechnen.“

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