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Konzernführung Daimler will mehr Manager im Ausland rekrutieren

Der Stuttgarter Autobauer Daimler will mehr Manager aus dem Ausland in seine Führungsebene holen. Laut Personalvorstand Wilfried Porth sei der Konzern auf Managementebene noch sehr deutsch geprägt.

Daimler sucht mehr Manager aus den USA, China oder Ostasien. Quelle: dpa

Der Stuttgarter Autobauer Daimler will mehr Manager aus dem Ausland in seine Führungsebene holen. Personalvorstand Wilfried Porth sagte der Zeitung „Die Welt“: „Bislang ist der Konzern auf Managementebene noch sehr deutsch geprägt.“ Daimler sei aber ein global aufgestelltes Unternehmen und das große Wachstum finde derzeit in den USA, China oder anderen Ländern Ostasiens statt. „Dafür brauchen wir auch noch mehr Führungskräfte aus diesen Regionen.“

Der schwäbische Autokonzern sucht dringend den Anschluss an die Konkurrenz wie BMW und der VW-Tochter Audi. Konzernchef Dieter Zetsche hat das Ziel ausgegeben, bis 2020 die Absatzzahlen zu verdoppeln, um wieder Nummer Eins unter den Premiumherstellern zu werden. Der Erfolg dieses Unterfangens hängt maßgeblich von der Entwicklung in Asien und den USA ab. Deutschland machte zuletzt nur noch ein Fünftel des Mercedes-Absatzes aus.

Die Brandherde des Dieter Zetsche
Citan versagt beim Crash-TestDie Zusammenarbeit zwischen Mercedes und Renault kratzt schwer am Image der deutschen Premiummarke. Das erste gemeinsame Produkt, der Kastenwagen Citan offenbart beim Euro-NCAP-Crashtest schwere Sicherheitsmängel. Statt wie üblich fünf gab es für den Mercedes nur drei Sterne. Der Kopfairbag verfing sich beim simulierten Frontalzusammenstoß. Und das harte Armaturenbrett hätte im Ernstfall den Insassen ernste Verletzungen zugefügt. Der Citan schnitt hier sogar noch schlechter ab als der Kangoo. Quelle: Screenshot
Ein Audi auf einer Rennstrecke Quelle: Audi
Ein schöner alter Mercedes Quelle: dpa/dpaweb
Dieter Zetsche und Carlos Ghosn Quelle: REUTERS
Kein starker GroßaktionärWährend bei BMW Johanna Quandt und ihren Kindern Stefan Quandt und Susanne Klatten gut 48 Prozent der Stimmrechte halten, fehlt Daimler ein solch starker Großaktionär. Kuwait ist mit einem Anteil von 7,6 Prozent Daimler größter Einzelaktionär. Erst im vergangenen Oktober trennte sich der bis dahin bedeutendste Aktionär, das Scheichtum Abu Dhabi, von seinen Anteilen. Der Staatsfonds Aabar besitzt nun keine direkten Stimmrechte mehr an dem Dax-Konzern. Dafür ist der chinesische Staatsfond CIC bei den Schwaben eingestiegen, allerdings ebenfalls nur mit knapp drei Prozent. Eine starke Schutzmacht im Rücken fehlt Zetsche damit nach wie vor. Quelle: dpa
Qualm kommt aus einem Auspuff Quelle: AP
Schwaches KleinwagensegmentBMW setzte 2012 mehr als 528.000 BMW 1er und Minis ab - das Kleinwagensegment der Bayern läuft wie geschnitten Brot. In Stuttgart sind es deutlich magerer aus - 2012 verkaufte Daimler 337.000 Smarts. Und BMW schafft es für die Mini-Flitzer stattliche Preise zu verlangen. Mehr als 20.000 Euro sind Kunden bereit für einen Mini zu bezahlen. Daimlers Smart kann da nicht mithalten. Ob seine Elektroversion den Durchbruch auf dem Kleinwagenmarkt oder Carsharingmarkt bringt, steht noch in den Sternen. Quelle: dpa

Um im Ausland schneller voranzukommen, will der Autobauer eine Art Globalisierungsquote einführen. Bei dem konzerninternen Nachwuchsprogramm für Führungskräfte solle etwa die Hälfte aus dem Ausland kommen, kündigte Porth an. „Ziel ist es dabei, Mitarbeiter aus Amerika, China, Indien oder anderen Ländern auch in Deutschland auf Top-Positionen zu entwickeln“, sagte er.

Schon jetzt arbeiten mehr als 100.000 der rund 270.000 Daimler-Mitarbeiter im Ausland. Pkw, Lastwagen, Busse und Vans der Schwaben laufen in mehr als 50 Werken auf vier Kontinenten vom Band. Doch das reicht Porth nicht. Auch die Entwicklung soll noch internationaler werden, um besser auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können. „Es wird mehr Projekte als bislang außerhalb Deutschlands und mit ausländischen Partnern geben“, kündigte der Personalvorstand an. In Indien und China würden dafür bereits weitere Kapazitäten aufgebaut.

In Arbeit
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Auf dem Heimatmarkt steuert Porth unterdessen auf einen Dauerkonflikt mit den Arbeitnehmern zu. Anhand von gesamtwirtschaftlichen Daten sollen „Korridore“ für Auf- und Abschwünge definiert werden und die Produktion nach Bedarf hoch- oder runtergefahren werden, ohne für einzelne Maßnahmen Rücksprache mit Betriebsräten zu halten. Die Arbeitnehmervertreter laufen Sturm dagegen.

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