Kooperation in Mexiko Daimler baut Autos mit Renault-Nissan

Gemeinsames Werk: Der deutsche Autoriese Daimler gibt grünes Licht für den Kompaktwagenbau mit Renault-Nissan in Mexiko. Die Konkurrenz plant ebenfalls weitere Werke in Nord- und Zentralamerika.

Die Zweckehen der Autobauer
VW - Suzuki Quelle: dpa
Daimler + BAICVor einigen Jahren ist der Autobauer Daimler bei seinem chinesischen Partnerunternehmen BAIC eingestiegen. Die Zentralregierung hat den Kauf des Anteils von zwölf Prozent an BAIC genehmigt. Inzwischen bahnt sich ein gegenseitiges Engagement an: Offenbar will sich BAIC bis Ende des Jahres 2015 bei Daimler einkaufen. Der Chef des Daimler-Joint-Venture-Partners Beijing Automotive (BAIC) in Peking, Xu Heyi, sagte der Zeitung "Beijing Times", dass sein Konzern einer der größten Anteilseigner bei den Stuttgartern werden wolle. Beide Seiten steckten jetzt "in der Schlussphase der Verhandlungen", wie die Zeitung zitierte. Daimler begrüßte das Vorhaben: "Wir freuen uns grundsätzlich immer über langfristig orientierte Investoren", sagte ein Sprecher. Der größte Einzelaktionär bei den Stuttgartern ist Angaben auf der Website zufolge derzeit der kuwaitische Staatsfonds mit einem Anteil von 6,8 Prozent. Quelle: dpa
Daimler + Tesla Quelle: Screenshot
General Motors + BMWDie Bayern und der US-Konzern gehen wieder getrennte Wege. Zumindest beim Thema Brennstoffzelle. Die Unternehmen wollten in der technischen Entwicklung von Elektroautos zusammenarbeiten. BMW sollte von GM Brennstoffzellen-Technologie erhalten und sich im Gegenzug an den Forschungskosten beteiligen. Der damalige BMW-Chef Norbert Reithofer (Foto) setzte große Hoffnungen in die Partnerschaft. Sogar die Lieferung von Teilen war im Gespräch. Doch die Liaison kam nicht zustande. Stattdessen setzen die Bayern jetzt auf eine tiefergehende Kooperation mit ihrem japanischen Partner... Quelle: dpa
Toyota + BMWDie Bayern wollen mit den Japanern bis 2018 einen Sportwagen bauen. „Wir haben uns jetzt auf eine gemeinsame Architektur verständigt“, sagte der damalige BMW-Entwicklungsvorstand Herbert Diess, der inzwischen VW-Markenchef ist. „Wichtig ist, dass das zwei unterschiedliche Fahrzeuge sein werden, die authentisch für die jeweilige Marke stehen.“ Im Dezember 2011 hatten die Bayern und die Japaner ihre Zusammenarbeit besiegelt. BMW erhält japanische Batterietechnik, dafür bekommt Toyota seit 2014 Dieselmotoren aus München. Die gemeinsame Entwicklung neuer Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos war bereits Bestandteil der Vereinbarung. Laut der japanischen Zeitung „Nikkei“ plant Toyota außerdem die Lieferung von Hybrid-Technologie an BMW. Der gemeinsam entwickelte Sportwagen gilt als Test im Bereich Produktentwicklung, bevor die Kooperation enger wird. Ein weiteres Gerücht, das immer wieder durch die Branche wabert: BMW erhält von Toyota die Brennstoffzellen-Technologie des Mirai, um seine Elektro-Familie auszubauen. Klar ist aber noch nichts. Quelle: dpa
BMW + PSA Peugeot CitroenÜber Jahre unterhielt BMW mit dem französischen Autokonzern PSA eine Motorenkooperation. Der eine hatte eine besondere Expertise bei kleinen Benzinern, der andere bei kleinen Dieselmotoren. Beides ergänzte sich, so dass auf BMW-Seite PSA-Motoren im Mini eingebaut wurden. Doch inzwischen ist diese Zweckehe ohne böse Worte beendet: Die inzwischen dritte Generation des Mini teilt sich die Technik mit dem BMW 1er – und damit auch die von den Münchnern neu entwickelten Drei- und Vierzylindermotoren. Soll heißen: PSA ist raus. Da die Verträge aber ohnehin auslaufen, wurde die Ehe ohne Krach geschieden. Quelle: obs
BMW und Brilliance Quelle: dpa/dpaweb

Die Autobauer Daimler und Renault-Nissan haben nach Informationen aus Unternehmenskreisen ihren Plan für ein gemeinsames Werk in Mexiko besiegelt. Der Daimler-Vorstand habe grünes Licht gegeben für Entwicklung und Bau von Kompaktwagen in einer gemeinsamen Produktionsstätte in Mexiko, sagte eine Person mit Kenntnis der Entscheidung der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Die Unternehmen kündigten für Freitagnachmittag eine gemeinsame Pressekonferenz von Daimler-Chef Dieter Zetsche und seinem Renault-Kollegen Carlos Ghosn an. Dabei gehe es um ein neues und das bisher größte Projekt ihrer seit 2010 bestehenden Allianz. Den Beschluss zur Fabrik in Mexiko wollten Sprecher beider Unternehmen nicht bestätigen.

Die größten Autohersteller in Mexiko 2012

Wie Reuters bereits früher aus Unternehmenskreisen erfahren hatte, soll für die gemeinsame Produktion ein Joint-Venture gegründet werden. In die Fabrik, die nach Medienberichten am Nissan-Standort Aguascalientes geplant ist, werde substanziell investiert, ergänzte der Insider. Nissan hatte dort im November eine neue Fabrik mit 3000 Beschäftigten eröffnet. Der Konzern hat zwei Milliarden Dollar in das Werk investiert, das Ghosn zufolge bis 2016 eine Million Autos produzieren soll. Der Standort ist ein Knotenpunkt zur Belieferung von Nord- und Südamerika.

In den kommenden Wochen wird auch BMW ein zweites Werk für den Nafta-Raum, der die USA, Kanada und Mexiko umfasst, beschließen. Dieses soll Medienberichten zufolge ebenfalls in Mexiko hochgezogen werden. VW betreibt bereits seit Jahrzehnten ein Werk dort, ein neuer Standort der Tochter Audi soll 2016 die Produktion aufnehmen.

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Mit der Produktion in Mexiko, wo die Lohnkosten niedriger sind als in Europa, könnten die Unternehmen die vergleichsweise geringe Gewinnspanne bei Kompaktwagen steigern. Zudem können sie mit einer gemeinsamen Fahrzeug-Architektur gleiche Teile günstiger einsetzen. Nissan plane, einen kleinen Geländewagen der Marke Infiniti in Mexiko zu bauen, hatte es früher aus Firmenkreisen geheißen. Daimler könnte die nächste Generationen seiner Kompaktwagen dort produzieren. Nach einem Bericht des „manager magazin online“ ist zunächst der CLA und eine neue Limousinenvariante vorgesehen. Daimler hatte erst am Mittwoch angekündigt, mit einem CLA Shooting Brake - einer Mischung aus Limousine und Kombi - das fünfte Modell seiner Kompaktwagengruppe im kommenden Jahr auf den Markt zu bringen.

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