Kooperation mit Great Wall BMW bringt den Elektro-Mini nach China

Baut BMW bald Elektro-Minis in China? Quelle: imago

BMW und der chinesische Autobauer Great Wall wollen die elektrische Version der BMW-Marke Mini in China anbieten. Produktionsstandort und Investitionen werden noch ausgehandelt.

BMW hat sich in China mit dem Hersteller Great Wall einen Partner zum Bau von Elektro-Minis gesucht. Beide Unternehmen teilten am Freitag mit, eine Absichtserklärung zum Aufbau eines Gemeinschaftsunternehmens unterzeichnet zu haben. Die Gespräche seien schon fortgeschritten, doch müssten Details der Kooperation noch vereinbart werden. So sind Produktionsstandort und Investitionssumme noch offen. BMW arbeitet seit 2003 in China mit dem Autobauer Brilliance zusammen. Dieses Joint-Venture solle unabhängig von den Plänen mit Great Wall ausgebaut werden, teilte BMW weiter mit.

Der Kleinwagen würde damit erstmals auch in China vom Band laufen. Im britischen Stammwerk Oxford soll das erste Elektromodell ab 2019 gebaut werden. Von einer lokalen Produktion versprechen sich die Münchner einen Wettbewerbsvorteil am weltweit größten Markt für batteriebetriebene Autos. Die schiere Größe und der rasante Wandel hin zur Elektromobilität lassen viele Hersteller auf kräftige Zugewinne hoffen. Auch der Konkurrent Daimler will Modelle seiner neuen Elektromarke EQ in China fertigen.

Für Mini ist China der weltweit viertgrößte Markt, nach Großbritannien, den USA und Deutschland. Im vergangenen Jahr verkaufte BMW rund 35.000 Minis in China mit Verbrennungsmotor. Für die Kernmarke BMW ist die Volksrepublik wie für viele westliche Automarken der mit Abstand größte Einzelmarkt mit einem Jahresabsatz von zuletzt rund 560.000 Stück. Great Wall ist in China vor allem als Marke für kompakte SUV bekannt und daher ein passender Partner für die Kleinwagenproduktion.

Sorgen in Großbritannien, die Fertigung in China könnte zur Konkurrenz im eigenen Haus werden, suchte BMW zu zerstreuen. Fast die Hälfte der weltweiten BMW-Produktion sei außerhalb Deutschlands, dennoch sei die Fertigung im Inland von 2007 bis 2017 um knapp ein Viertel auf 1,15 Millionen Fahrzeuge im Jahr gestiegen. "Eine vergleichbare Wachstumsstrategie könnte die Entwicklung der Marke Mini deutlich beschleunigen, ohne das Engagement der BMW Group in Großbritannien infrage zu stellen", erklärte BMW.

Von Reuters

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