Kostenbremse Audi will zwei Milliarden Euro sparen

Audi tritt auf die Kostenbremse: Der Ingolstädter Autobauer will seine Ausgaben um zwei Milliarden Euro pro Jahr senken – um in neue Technik zu investieren.

Mit dem eingesparten Geld sollen „ein bis zwei neue Modelle“, etwa das in Paris gezeigte Audi TT Sportback concept, finanziert werden. Quelle: AP

Audi will seine Ausgaben um zwei Milliarden Euro pro Jahr senken. Wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf mehrere Insider berichtet, will der Autobauer Kosten minimieren, um die hohen Investitionen für neue Technologien schultern zu können. Dafür sollen bei der Volkswagen-Tochter die Ausgaben in den Bereichen Entwicklung, Einkauf und Produktion gesenkt werden.

Bereits im Juli hatte Audi-Chef Rupert Stadler in einem Brief an die Mitarbeiter ein "Fitness-Programm" angekündigt und betont, das Unternehmen brauche zwar kein außerordentliches Sparprogramm, müsse aber die Kostenentwicklung begrenzen. Ein Audi-Sprecher wollte die aktuellen Zahlen nicht kommentieren und verwies auf Stadlers Brief.

Sparprogramme der deutschen Autobauer

Für den Einkaufs-Vorstand der Ingolstädter, Bernd Martens, sind die Einsparungen Teil eines Maßnahmenpakets, "um die Gewinne der Zukunft zu sichern".

"Die hohen Investitionen, die wir planen, wollen wir aus eigener Kraft finanzieren. Wir werden bis 2018 immerhin 22 Milliarden Euro investieren", sagte Martens in einem Interview mit dem Fachmagazin "Automobil Produktion". "Aufgrund der immer komplexeren Regulierungen müssen wir immer mehr Technologien in die Autos bringen. Wir investieren in CO2- und Euro 6-Maßnahmen, in Sicherheits-Technologien, in die Elektromobilität, in die Digitalisierung. Das sind gigantische Summen."

Rentabilität statt Wachstum

Auf dem Pariser Autosalon hatte Stadler vergangene Woche gesagt, mit weiteren Effizienzgewinnen könne man in diesem Zeitraum ein oder zwei zusätzliche Modellvarianten entwickeln. Audi ist ein Eckpfeiler der Strategie von Volkswagen, bis 2018 Toyota als größten Autobauer der Welt zu überholen.

Nachdem der Fokus jahrelang auf Wachstum lag, verlagert sich jetzt der Schwerpunkt auf die Rentabilität. Für die Kernmarke Volkswagen Pkw hatte VW-Konzernchef Martin Winterkorn im Juli ein Einsparziel von fünf Milliarden Euro bis 2017 ausgerufen.

Audi plant, in diesem Jahr zum ersten Mal mehr als 1,7 Millionen Autos zu verkaufen. Neue Modelle wie die A3 Limousine und die neue Generation des Sportcoupés TT sollen dabei helfen.

Zum Halbjahr lag die Marge bei Audi am oberen Ende des langfristig angepeilten Korridors von acht bis zehn Prozent. Auch über das Halbjahr hinaus scheint der positive Trend anzuhalten: Mit 159.950 Auslieferungen war der vergangene Monat der stärkste September aller Zeiten für Audi.

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