WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

L.A. Auto Show Hersteller setzen auf kompakte Modelle

Small is beautiful: Um Autofahrer nicht mit hohen Spritrechnungen zu verprellen, setzen die Konzerne vermehrt auf Kleinwagen. So macht etwa Audi dem BMW Mini mit einem kompakten A3 Konkurrenz.

Das ist der neue Porsche Macan
Um 4.55 Uhr deutscher Zeit enthüllte der Sportwagenbauer noch vor dem Start der Automesse in Los Angeles sein neustes Modell: Den Macan, einen kompakten SUV, dessen Name sich aus dem indonesischen Wort für Tiger ableitet, doch dessen Zielgruppe ganz klar in der Stadt zuhause ist. Quelle: obs
Mit einer V6-Dieselvariante (258 PS) und zwei Benzinmotoren (340/400 PS) soll der kleine Geländewagen so sportlich sein, wie kaum ein Konkurrent. Quelle: obs
Das Einstiegsmodell beschleunigt einen 3,0-Liter-V6-Motor mit 340 PS in 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Verbrauch liegt bei 9 Litern auf 100 Kilometer. Quelle: obs
Der Diesel schafft mit seinem 3,0-Liter-V6-Turbodieselmotor und 258 PS den Sprint in 6,3 Sekunden und trinkt 6,3 Liter auf 100 Kilometer. Quelle: obs
Das Topmodell mit 3,6-Liter-V6-Biturbo-Motor leistet 400 PS und bringt das Fahrzeug in 4,8 Sekunden auf 100 km/h. Der Verbrauch liegt dafür mit 9,2 Litern am höchsten. Quelle: obs
Der kleine Bruder des Cayenne wird ebenfalls in Leipzig produziert. Die Serienproduktion läuft gerade an, die Auslieferung startet im Frühjahr 2014. Quelle: obs
Technisch basiert der Macan auf dem Q5 der Konzernschwester Audi - 64 Prozent aller Bauteile sind identisch. Quelle: obs

Das Selbstbewusstsein ist bei Amerikanern allgemein recht gut ausgeprägt – in der Hollywood-Stadt Los Angeles darf es aber immer noch ein bisschen mehr sein. „Die Mutter aller Shows“ prangt derzeit auf Plakaten im Stadtgebiet, und dabei geht es nicht etwa um die nächste Oskar-Verleihung, sondern um die L.A. Autoshow. Sie ist nach der Detroit Motor Show gerade mal die zweitwichtigste Automesse der USA. Im weltweiten Vergleich strahlt die Stadt der Engel noch weniger hell. Allein in dieser Woche konkurriert sie mit zwei Messen von globaler Bedeutung, der Tokyo Motor Show, die am Freitag ihre Pforten öffnet, und die Guangzhou Motor Show in Südchina, die praktisch zeitgleich mit Los Angeles startet.

Aber muss eigentlich alles groß und die Mutter von allem sein? Die deutschen Autobauer kommen mit einer eindeutigen Botschaft nach L.A.: Nein, small is auch ziemlich beautiful. Die Hersteller müssen in allen wichtigen Märkten den Durchschnittsverbrauch ihrer Fahrzeugflotten senken, um den gesetzlichen Auflagen nachzukommen und die Autofahrer nicht mit allzu hohen Spritrechnungen zu verprellen. Dafür brauchen sie Kleinwagen. Außerdem leben immer mehr Menschen in Städten mit wenig Platz, auch dort sind kleinere Autos das Gebot der Stunde.

Und so weiten die deutschen Premiumhersteller ihr Angebot an kleinen und mittleren Autos immer weiter aus. Pünktlich zum Messestart in Guangzhou und L.A. gab Daimler seinen Einstieg beim chinesischen Autobauer BAIC bekannt, der Daimler nicht nur insgesamt einen besseren Stand in China verschaffen soll. Bei dem Deal haben die Stuttgarter vor allem auch das kompakte Segment im Hinterkopf: Bislang baute Daimler zusammen mit BAIC die großen Modelle C-Klasse, E-Klasse und den Geländewagen GLK. Nun soll das gemeinsame Daimler-BAIC-Werk in China ausgebaut und Platz geschaffen werden für die Produktion des neuen, kompakten Geländewagens GLA und der kleineren Modelle der A- und B-Klasse.

Große SUV sind Restwert-Könige
Der Wertverlust ist in den ersten drei Jahren nach Erwerb des Fahrzeugs der mit Abstand größte Kostenfaktor beim Neuwagenkauf. Je größer und teurer das Auto, desto mehr Geld geht verloren – sowohl absolut als auch relativ gesehen. Wer die Verluste in Grenzen halten will, sollte keinen besonders exotischen Geschmack haben. Denn bekannte und beliebte Autos finden schneller einen neuen Besitzer und erzielen höhere Preise ... Quelle: PR
Kategorie: Kleinwagen, Rang 3Marke & Modell: Dacia Sandero 1,4 MPIAufbau, ccm, Leistung, Treibstoff: Lim./3; 1.390, 55, B Laufleistung nach 36 Monaten: 30.000 km Restwert: 66,0% Quelle: PR
Kategorie: Kleinwagen, Rang 2Marke & Modell: Audi A1 1,6 TDI AttractionAufbau, ccm, Leistung, Treibstoff: Lim./3; 1.598, 77, D Laufleistung nach 36 Monaten: 30.000 km Restwert: 64,2% Quelle: PR
Kategorie: Kleinwagen, Rang 1Marke & Modell: Mini CooperAufbau, ccm, Leistung, Treibstoff: Lim./3; 1.598, 90, B Laufleistung nach 36 Monaten: 30.000 km Restwert: 66,0% Quelle: PR
Apropos Ausstattung. Hier sind mittlerweile Extras wie Klimaanlage und Radio Pflicht. Auch an der Sicherheit sollte nicht gespart werden. Die weiteren Extras richten sich nach der Fahrzeugklasse. Während eine Lederausstattung im Kleinwagen eher nicht für einen Käuferansturm sorgt, ist sie etwa in der Oberklasse unabdingbar. Einige Extras bleiben, obwohl beim Neuwagen gefragt, beim Gebrauchten ohne Einfluss auf den Preis. Das teure festeingebaute Navi etwa ist nach einigen Jahren veraltet und für den Neubesitzer nicht mehr viel wert. Quelle: PR
Kategorie: Untere Mittelklasse, Rang 3Marke & Modell: Audi A3 1.8 TFSI Sportback quattro S-Line SportpaketAufbau, ccm, Leistung, Treibstoff: Kom./5; 1.798, 118, B Laufleistung nach 36 Monaten: 45.000 km Restwert: 62,8% Quelle: PR
Kategorie: Untere Mittelklasse, Rang 2Marke & Modell: Dacia Logan MCV 1.4Aufbau, ccm, Leistung, Treibstoff: Kom./5; 1.390, 55, B Laufleistung nach 36 Monaten: 45.000 km Restwert: 63,4% Quelle: PR

In den USA geht Daimler so weit, dass sich die Tochter Smart in der TV-Werbung über große Geländewagen – mit denen Daimler in den USA immer noch das meiste Geld verdient – lustig machen darf.

Audi präsentiert in Los Angeles mit der US-Version des kompakten A3 einen direkten Konkurrenten zum BMW Mini. Die Ingolstädter vertrauen auf den wachsenden Markt kleiner Premiumfahrzeuge, in den USA ebenso wie in China. Dort wird Audi in diesem Jahr mit der Produktion zweier A3-Varianten beginnen. Laut Audi-China-Chef Dietmar Voggenreiter soll die lokale Produktion Audi in die Lage versetzen, die Wettbewerber BMW und Mercedes beim Preis auszustechen: „Mit den Kompaktwagen erschließen wir neue Kunden und hoffen, dass wir sie ein Leben lang halten können. Langfristig sehen wir besonders im kompakten Premiumsegment hohe Wachstumsraten.“

Auch BMW stellt in L.A. seine besten Kleinen in den Mittelpunkt. Das kompakte Elektroauto i3, für das zum Verkaufsstart in diesen Tagen nochmal kräftig getrommelt wird, und die dritte Generation des BMW Mini, der zeitgleich in Los Angeles und Tokio Premiere feiern wird. Große Veränderungen beim Design wird es beim Mini III nicht geben, eher Verbesserungen im Innenleben. Statt Motoren aus einem Joint Venture mit Peugeot werden künftig in Eigenregie hergestellte Aggregate verbaut, darunter ein neuer Dieselmotor – auch das ein klares Bekenntnis der Bayern zum Ausbau des kompakten Segments.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Der wohl erstaunlichste Vorstoß ins Kompaktsegment kommt von Porsche: Die Stuttgarter liefern mit der Weltpremiere des kompakten Geländewagens Macan das Messe-Highlight. 2002 war die einstmals reine Luxus-Sportwagenmarke mit dem Porsche Cayenne erfolgreich in das Geländewagensegment eingedrungen. Nun folgt mit dem Macan der zweite Ausbruch aus dem angestammten Feld: Hinein ins Kompaktwagen-Segment und – bei einem angepeilten Absatz von 100.000 Stück pro Jahr – hinaus aus der exklusiven Luxus-Nische. Porsche-Großaktionär Hans-Peter Porsche wird es bei solchen Dimensionen mulmig: „Man kann bei einer Marke wie Porsche“, warnte er unlängst, „die Absatzzahlen nicht beliebig nach oben schrauben, wenn man sie exklusiv halten will“.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%