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Lieber aussteigen als eingehen Daimler versilbert seine Anteile an Tesla

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Satter Gewinn

Heute ist alles Geschichte und kann man den Mut des Konzernlenkers rühmen, in solch einer schwierigen Situation den Blick über den Tellerrand zu wagen und einem kleinen Startup aus der Patsche zu helfen. Daimler schoss nicht nur Geld in Tesla Motors, sondern schickte auch Ingenieure ins Silicon Valley, um Tesla beim Aufbau der Roadster-Produktion zu helfen und die Entwicklung eines neuen Fahrzeugs zu helfen.

Ohne die Hilfe der Mercedes-Ingenieure und –Zulieferer wäre das heute vielgerühmte Model S wohl nie auf die Straße gekommen. Die Stuttgarter lernten damals nicht nur viel über die Tücken der Elektromobilität. Sie bekamen auch tiefe Einblicke in die Probleme von Unternehmensgründern und die Finanzierungsmöglichkeiten von Internet-Unternehmen.

Diese Erfahrungen kamen dem Konzern später bei der Gründung unter anderem von moovel, car2go und Park2gether zugute. Im Gegenzug halfen die Experten von Tesla bei der Entwicklung der elektrogetriebenen Variante des Smart und der Mercedes B-Klasse: Der 180 PS starke Elektromotor und der Lithium-Ionen-Akku im Heck der nagelneuen Mercedes B-Klasse Electric Drive mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern stammen von Tesla.

Die Tesla-Chronik

Die technische Zusammenarbeit zwischen Daimler und Tesla soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Doch als Investor zieht sich Daimler jetzt von Tesla zurück. Die Gelegenheit war günstig. Seit dem Börsengang 2010 hat sich der Börsenkurs von Tesla ordentlich nach oben bewegt – vom Emissionskurs von 17 Dollar kletterte die Aktie auf über 200 Dollar.

Der ursprüngliche Anteil von 9,1 Prozent an Tesla ist durch Kapitalerhöhungen und einen Verkauf von Aktien an Aabar Investments aus Abu Dhabi zwar im Laufe der Jahre auf knapp über vier Prozent abgeschmolzen. Doch unter dem Strich bleibt für Daimler nach dem Verkauf aller Anteile ein satter Gewinn von über 700 Millionen Dollar übrig. Das Geld soll nun in neue Projekte investiert, für die Stärkung des operativen Geschäfts und der Eigenkapitalquote genutzt werden.

Auto



Zetsche und Uebber können sich angesichts des satten Spekulationsgewinns zufrieden die Hände reiben. Die Risiken, die Tesla mit dem Aufbau der neuen, gigantischen Batteriefabrik in Nevada verbunden sind, dürfen nun andere tragen: Daimler-Aktionäre können sie dafür in den kommenden Jahren nicht wenig haftbar machen. Und sie müssen sich auch nicht den Vorwurf gefallen lassen, den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg verpasst zu haben: Jüngste Zulassungszahlen deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach dem Tesla Model S den Höhepunkt überschritten hat.

In USA geht zudem der Gesetzgeber gegen den Direktvertrieb der Tesla-Fahrzeuge über das Internet vor. Und die Premiere des Elektro-SUV Model X wurde bereits so oft verschoben, dass nicht nur die Besteller, sondern auch die Tesla-Aktionäre allmählich nervös werden.

Der Daimler-Vorstand beweist vor dem Hintergrund erneut einen guten Riecher. Wie heißt es doch so schön an der Börse: Lieber aussteigen als eingehen.

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